Senatssprecher macht Pressearbeit für Bettina Jarasch

Die grüne Spitzenkandidatin hat kein Presseteam. Also hilft Senatssprecher Julian Mieth aus. Er trennt dabei kaum zwischen Amt und Partei. Von Anke Myrrhe

Senatssprecher macht Pressearbeit für Bettina Jarasch
Foto: Paul Zinken/dpa

Leicht vergriffen hat sich Julian Mieth, stellvertretender Senatssprecher, und neuerdings offenbar auch Terminkoordinator für die neue grüne Spitzenkandidatin. Da Bettina Jarasch als einfache Abgeordnete keine Mitarbeiter hat, die Interviewtermine für sie organisieren könnten, hat Mieth übernommen. Im Grunde kein Problem, nur müsste er das als Angestellter der Exekutive und aus Staatsmitteln bezahlt, in seiner Freizeit tun und deutlich machen, dass er diese Arbeit als Parteimitglied erledigt und nicht als Senatssprecher.

Das Versenden von Interviewterminen um die Mittagszeit deutet allerdings eher nicht darauf hin, dass die Grünen die Gewaltenteilung besonders ernst nehmen – ebenso wenig wie die Tatsache, dass Mieth dafür seine Mailadresse der Senatskanzlei verwendet hat. „Das ist ein Fehler, der mir nicht hätte passieren dürfen“, sagte ein ziemlich zirknirschter Mieth am Abend. „Das wird mir sicherlich kein zweites Mal passieren.“