Die Berliner Polizei hat 2019 fast 600 Beamte eingestellt

Eins, zwei, Polizei - drei, vier, jemand hier? Polizeipräsidentin Barbara Slowik hat in einer internen Mail, die dem Checkpoint vorliegt, mal durchgezählt. Berlins zuweilen hilflose Helfer haben bis Ende Mai immerhin 576 Personalzugänge zu verzeichnen, davon 413 fertige Auszubildende. Abzüglich der Abgänge und Pensionierungen bleiben jedoch nur netto 195 Leute mehr übrig. Um die Arbeit attraktiver zu machen, werden laut Slowik Zulagen und Familienfreundlichkeit erhöht, neue Technik und größere Funkwagen angeschafft. Und es gibt eine neue „Ansprechstelle für Gewalt gegen Polizeidienstkräfte“. Hier sollen sich drei Mitarbeiter um angegriffene Beamte kümmern – schließlich sind im vergangenen Jahr fast 7000 Polizisten Opfer von Straftaten im Dienst geworden. „Das sind durchschnittlich 19 von Ihnen pro Tag!“, schreibt Slowik an ihre Bediensteten. „Diese Dimension der Gewalt fordert von mir klare Taten.“ Polizeigewerkschafter Benjamin Jendro findet jedenfalls klare Worte angesichts der Betreuung von angegriffenen Beamten: „Unsere Kollegen werden irgendwann wie eine Nummer behandelt, ihr Fall kommt zu den Akten und sie müssen nicht selten jeden Euro für Behandlungen einklagen.“ Auch Helfer brauchen eben mehr Hilfe – damit allen besser geholfen ist.