An Überforderung grenzen
- Sonst noch was? Ach ja, diese „Situation, die sicherlich an Überforderung grenzte“. So bezeichnete Landeswahlleiterin Petra Michaelis die teils stundenlangen Wartezeiten und chaotischen Zustände am Sonntag. Aufgrund fehlender oder falscher Stimmzettel sank die Stimmung vor manchen Wahllokalen rapide auf höchstes Berlin-Mecker-Niveau. „Ich fühle mich um meine Wahl betrogen“, sagt etwa der 90 Jahre alte Wilmersdorfer Winfried Schneider, der drei Mal wegen zu langer Schlangen an der Stimmabgabe scheiterte.
Auch die ehrenamtlich Wahlhelfenden litten unter der Qual der Wahl. Frühmorgens bekamen sie etwa in der Pappelallee in Prenzlauer Berg drei Wahlurnen geliefert, dafür aber nur ein Schloss, jedoch mit vier Schlüsseln. Von 650 nötigen Stimmzetteln (550 der 1200 Wahlberechtigten des Wahllokales hatten vorher Briefwahl beantragt) waren nur 420 da, als Nachschub kamen dann die falschen. Vorgänge, die Checkpoint-Leserinnen und -Leser uns aus der ganzen Stadt der ganz offensichtlich zu lax vorbereiteten Wahlen berichteten, deren Aufsicht übrigens beim Innensenator liegt. Wiederholung der Wahl: nicht ausgeschlossen. Wiederholung mit dieser Wahlleitung: hoffentlich nicht.