das Leben dreht sich weiter und unsere Stadt gerne um sich selbst. Nach zwei kurzen Nächten erscheinen die Wahlergebnisse in der Bundes- und Landeshauptstadt Berlin immer klarer im Tageslicht. Viele politische Fronten des Wahlkampfs lichten sich, denn nun muss zusammenwachsen, was zunächst nicht zusammengehört: jeweils drei Parteien für zwei Regierungen. Und da sind Berlins mächtige wie ohnmächtige Großstädte, die zwölf Bezirke, noch nicht mitgerechnet. Hier die zwölf spannendsten Trends im Checkpoint-Wahlcheck:
- Armin Laschet ist noch im Amt, aber verliert schon die Würden. In der Unionsspitze wird sein desaströses Scheitern als Unions-Kanzlerkandidat und als fairer Verlierer längst als „Erdbeben“ eingeschätzt (Kommentar hier). Die Idee, auf diesem bröckelnden Grund eine Jamaika-Koalition zu errichten, könnte schon heute unter ausbrechenden Machtkämpfen im Parteipräsidium begraben werden. Als Ministerpräsident hat Laschet Nordrhein-Westfalen an die SPD verloren, mit seiner Partei verlor er sogar seine Heimathochburg Aachen – kann sich so einer ins Kanzleramt retten? Dürfte er. Aber darf er nicht, wenn er Demut vor den Wählerinnen und Wählern hat. Wer sagt’s ihm?
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- Olaf Scholz kann auch Englisch. Nach einer überraschend aufgeräumten und internationalen Pressekonferenz muss der künftige SPD-Kanzler nur noch die Vorsondierungen von Grünen und FDP abwarten, bevor er selbst über seine Regierung mitverhandeln darf. Dabei will er „möglichst schnell“ zur Koalition der drei Wahlstimmen-Gewinner mit den Vizekanzlern Robert Habeck und Christian Lindner kommen und setzt dabei auf die Hilfe der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die bereits mit Grünen und FDP regiert (Analyse hier). Nur einen Umstand sollten die Parteien beachten: wie lange es dauert, in Berlin eine neue Ampel aufzustellen.
- Damit schalten wir um zu einem kurzen Exkurs: In Berlin gibt es 2135 Ampeln. Zu einer „Lichtsignalanlage“ gehören laut Verkehrsverwaltung drei farbige Leuchten, Lautsprecher und Vibrationsfläche für Blindensignale sowie Mast, Verkabelung und Steuergerät (Infos hier). Berlins erste Ampel wurde 1924 am Potsdamer Platz aufgestellt und von einem Verkehrspolizisten noch händisch bedient. Inzwischen braucht es, wie zuletzt am Hultschiner Damm in Mahlsdorf, bis zu 25 Jahre für die vollständige Inbetriebnahme einer Ampel (der ganze Irrsinn hier). Und im ersten Halbjahr sind Berlins Ampeln bereits 1996 Mal ausgefallen. Eine Reparatur dauert durchschnittlich sieben Stunden, kann aber schon mal (wie im Jahr 2010) mehr als 100 Tage dauern. Berlin sieht eben öfter rot.
- Grüner wird’s noch. Die Partei gewann trotz ihrer weithin unbekannten Spitzenfrau Bettina Jarasch in ganz Berlin hinzu und konnte fünf Bezirke für sich gewinnen. Im Endspurt ums weiterhin Rote Rathaus zog es viele Wählerinnen und Wähler der Linken noch zu den Grünen hin, zudem profitierten sie von Neu-Berlinern, die die Innenstadt bevölkern (Wählerwanderungen interaktiv hier). Ihren knappen Sieg sicherte sich die SPD in den Außenbezirken, wo vor allem noch gebürtige Berlinerinnen und Berliner wohnen. Hat sich dit also jelohnt, dass Franziska Giffey im Wahlkampf imma ma wieda losbalinert hat, wa.
- So, sondieren wir mal die Lage vor den Sondierungen. Die designierte Regierende Bürgermeisterin Giffey fordert von Grün und Links-Rot eine „Politik mit Augenmaß“, vor allem mit Blick auf das Tempo einer stadtweiten Verkehrsbremse. Teile ihrer Partei forderten allerdings von ihr in der Präsidiumssitzung am Montagabend auch eine Art Koalitionsbildung mit Augenmaß – also eher keine neue Mischung mit schwarzer und gelber Farbe. In den Gesprächen, die Ende der Woche beginnen sollen, dürften noch viele mitmischen.
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- Ach ja, die AfD mischt sich weiter ganz alleine auf (Video hier).
- Ganz neu gemischt werden die Wahlkarten in den jüngeren Bundesländern. Die Linke verliert im fernen Osten Deutschlands und im nahen Osten Berlins an pragmatische Parteien, in Marzahn-Hellersdorf etwa an die hier bürgernähere CDU. Mario Czaja, den die immer noch west-berlinisch dominierte CDU an den Stadtrand geschoben hatte, feierte hier als lokaler Kümmerer einen Erststimmensieg für die Bundestagswahl – was ihn selbst „auch überrascht hat“ (Porträt hier). Das kaum Glaubliche hätte die Linke fast sogar den Einzug als Fraktion gekostet, denn sie scheiterte als Protestpartei außer Diensten an ihrer zunehmenden Funktionslosigkeit im Osten und an der Fünf-Prozent-Hürde. Nur ein drittes Direktmandat im Leipziger Süden half den Genossinnen und Genossen über die neuen Verwerfungen in Ostdeutschlands zerklüfteter Politlandschaft hinweg (meine Analyse hier).
- Im Kleinen kommt Berlin immer groß raus. Aber auch in den politischen Kiezkneipen wurde ungerührt alles durchgeschüttelt. In Pankow verlor der fleißige Linke Sören Benn das Rathaus an die Grünen, im irre knappen Spandau und im plötzlich engen Marzahn-Hellersdorf könnte sogar die Tierschutzpartei zum hechelnden Zünglein an der ausgeglichenen Parteienwaage werden. So wird der Stadtrand vielleicht bald zum Hundeauslaufgebiet. Fische Ideen gibt es zuhauf im Wahlprogramm, etwa ein „landesweites Verbot des Angelns“. Mal sehen, welche Partei sich so ködern lässt.
- Einen neuen Anker auswerfen müssen wohl verdiente Abgeordnete des Landesparlaments. Die Liste der wahrscheinlichen Abgänge ist lang und dürfte auch mit der endgültigen Erstellung (die Landeswahlleitung sieht sich dazu erst am heutigen Dienstag in der Lage) nicht viel kürzer werden. Blättern wir durch das Handbuch der Berliner Politik und schauen, welche Seiten vielleicht bald fehlen: Berlins alter CDU-Fraktionschef Burkard Dregger und die junge Grünen-Sicherheitspolitikerin June Tomiak, SPD-Bildungsfachfrau Maja Lasic und Linken-Bildungsfachfrau Regina Kittler, der Linke-Klimaexperte Michael Efler und der Grünen-Klimaexperte Georg Kössler sowie sogar SPD-Fraktionsgeschäftsführer Torsten Schneider. Der Vertraute von Parteichef Raed Saleh könnte sich wohl nur noch in den Senat retten. Gleiches gilt für Friedrichshain-Kreuzbergs bisherige Bürgermeisterin Monika Herrmann, neuerdings Vorzeige-Grüne im Berliner Großstadtverkehr. Mal sehen, wo sie jetzt parken darf – oder einen neuen Anker wirft.
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Mit zwei wunderbaren Klassikhighlights ist das Konzerthausorchester Berlin am 30. September sowie am 1. und 2. Oktober unter Leitung von Juraj Valčuha zu erleben: Tschaikowskys berühmte Sinfonie Nr. 5 mit dem Schicksalsmotiv und Mendelssohns Violinkonzert mit Solist Julian Rachlin. Restkarten gibt es vor allem noch fürs letzte der drei Konzerte.
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- Eine Aufgabe mit Widerhaken für die SPD gibt es noch: Nach dem positiven Volksentscheid muss sie einen Gesetzentwurf für die Enteignung großer Wohnungskonzerne erarbeiten, der diese – wie vor der Wahl versprochen – nicht enteignet.
- Sonst noch was? Ach ja, diese „Situation, die sicherlich an Überforderung grenzte“. So bezeichnete Landeswahlleiterin Petra Michaelis die teils stundenlangen Wartezeiten und chaotischen Zustände am Sonntag. Aufgrund fehlender oder falscher Stimmzettel sank die Stimmung vor manchen Wahllokalen rapide auf höchstes Berlin-Mecker-Niveau. „Ich fühle mich um meine Wahl betrogen“, sagt etwa der 90 Jahre alte Wilmersdorfer Winfried Schneider, der drei Mal wegen zu langer Schlangen an der Stimmabgabe scheiterte.
Auch die ehrenamtlich Wahlhelfenden litten unter der Qual der Wahl. Frühmorgens bekamen sie etwa in der Pappelallee in Prenzlauer Berg drei Wahlurnen geliefert, dafür aber nur ein Schloss, jedoch mit vier Schlüsseln. Von 650 nötigen Stimmzetteln (550 der 1200 Wahlberechtigten des Wahllokales hatten vorher Briefwahl beantragt) waren nur 420 da, als Nachschub kamen dann die falschen. Vorgänge, die Checkpoint-Leserinnen und -Leser uns aus der ganzen Stadt der ganz offensichtlich zu lax vorbereiteten Wahlen berichteten, deren Aufsicht übrigens beim Innensenator liegt. Wiederholung der Wahl: nicht ausgeschlossen. Wiederholung mit dieser Wahlleitung: hoffentlich nicht.
- Und wie lief die Wahl ab? Fragen wir am besten Susanne Schmidt, Busfahrerin, Autorin und Co-Moderatorin unserer Tagesspiegel-Wahlkampftalks. Sie ist seit mehr als 15 Jahren Wahlhelferin und berichtet für den Checkpoint noch einmal live aus der Prinzregentenstraße:
„Wir hatten von Anfang an zu wenige Wahlzettel. Mittags gingen die schon zur Neige. Wir wollten uns bei der Wahlleitung um Nachschub bemühen, kamen aber mehrmals nicht durch. Um 12.30 Uhr mussten wir das Wahllokal schließen, draußen waren viele erbost. Wir haben die Leute beruhigt und die Polizei geholt zur Deeskalation. Eine Streife fuhr dann mit Blaulicht ins Rathaus Charlottenburg, um Stimmzettel zu holen. Nach eineinhalb Stunden im Marathon-Stau kam auch der Bote an. Auf die Idee, dass man Zettel auch mit dem Rad transportieren kann, kam keiner. Eigentlich war es eine schöne Wahl, schon um 8 Uhr war die Schlange lang. Später kippte es, erst recht, als wir am späten Nachmittag noch mal schließen mussten. Ich muss leider sagen: Ich war selten so empört. Für eine Wahl war das würdelos. Ich fühlte mich sehr beschämt, wie wenig Respekt unsere Stadt den Wählerinnen und Wählern entgegenbringt. Nur eines hat mich getröstet: Manche Wartenden haben sich von zu Hause Kaffee geholt und ein Kränzchen auf der Straße veranstaltet. Es war wie früher in den Wahllokalen – als die noch in den Kneipen waren.“ Solch eine Qual wie diesmal hatte damals allerdings keiner zu verdauen.
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Ferdinand Hodlers (1853-1918) ausdrucksstarke Figurenbilder, Berglandschaften und Porträts sind Ikonen der Moderne. Bereits zu Lebzeiten fand sein Werk international große Beachtung. Kaum bekannt ist, dass Hodlers Weg zum Ruhm über Berlin führte. Die Ausstellung (10.9.21-17.1.22) zeichnet erstmals den Erfolg des Schweizer Malers an der Spree nach.
berlinischegalerie.de
Berliner Schnuppen
Telegramm
Huch, so lang ist der Checkpoint heute schon? Dann schnell quer durch Berlin in Kürze mit Würze:
Bei den Sparkassen gibt es heute Warnstreiks in den Filialen. Hoffentlich beteiligen sich die Geldautomaten nicht daran.
Der Wilde Wein auf dem Hof des Rathauses Neukölln wurde vom Bezirksamt entfernt. Wer das denn angeordnet habe, will jetzt der FDP-Verordnete Franz Wittke wissen. Antwort: „der zuständige Projektleiter“. Der fand die Sache offenbar halb so wild.
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Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn
Spätestens seit Johann Wolfgang von Goethe wurde das kulturelle Erbe Italiens zum Ziel zahlreicher Reisen von Dichtern und Künstlern, die ganze Bibliotheken mit ihren Aufzeichnungen befüllten. Der Burgschauspieler Michael Maertens liest am Freitag, 1. Oktober, 20 Uhr, Berichte aus verschiedenen Epochen über das Sehnsuchtsland im Großen Saal auf Schloss Neuhardenberg.
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www.schlossneuhardenberg.de
Blümerant geht es auch im Park am Gleisdreieck zu. Um nächtliche Randale zu vermeiden, plant der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach eigener Auskunft nun „kommunikative Strategien“, darunter „ein Parkfluencer*innenvideo mit Frau Alatovic aus dem Garten Rosenduft, welches im Monat September noch umgesetzt wird”. Danach haben die Randalierer sicher die Rosen voll.
Schlimme Nachricht: Ein Mann hat einen Anschlag auf zwei Obdachlose in Kreuzberg verübt, er warf einen Brandsatz auf ihr Schlafzelt in der Skalitzer Straße. Zum Glück wurde niemand verletzt, der Täter ist bisher nicht gefasst.
Traurige Nachricht: Reinhard Schult, einer der wichtigsten und trotz einer ihm eigenen Bedacht hartnäckigsten Bürgerrechtler der DDR ist nach langer Krankheit kurz nach seinem 70. Geburtstag verstorben. Seine Familie wollte 1961 aus Ost-Berlin in den Westteil der Stadt flüchten, doch am geplanten Tag, dem 13. August, wurde just die Mauer gebaut. Später saß Schult für die Freiheit im Gefängnis, engagierte sich in der Friedensbewegung, klärte mit einem illegalen Radiosender über die Reaktorkatastrophe in Tschernobyl auf, gründete das „Neue Forum“ mit und löste schließlich die Stasi mit auf. Danach kämpfte er im Abgeordnetenhaus gegen das Vergessen der SED-Opfer. Seine Krankheit raubte ihm später die Stimme (Erinnerungen hier). Sein Leben für die Demokratie bleibt.
Gute Nachricht: Trockenes Brot soll künftig recycelt werden – zu Kunststoff. Manche Schrippen vom Aufbackbäcker schmecken jetzt schon so.
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Und auch das noch: Nach 19 Monaten öffnet das Berghain wieder seine Tanz- und Spielflächen zur Nacht. „Let the bass kick, wir sehen uns auf dem Dancefloor“, schreiben die Macher vor der ersten Technoparty am Wochenende; natürlich nur für Geimpfte, Genesene und Genießende. Berlin kann es noch – auf die harte Tür.
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Zitat
„Sie hat nie was versprochen. Ich habe sie trotzdem gewählt.“
Hans-Joachim Bull, früherer Fischer auf der Insel Rügen, verrät 30 Jahre nach seiner legendären Begegnung mit Angela Merkel das Regierungsgeheimnis der scheidenden Kanzlerin.
Tweet des Tages
Nach der Covidimpfung wird ja zu einer Sportpause geraten. Halte mich natürlich auch daran. Heute ist Tag 114. Ich warte noch ein wenig.
Stadtleben
BBQ und Spirituose – In der Nähe des U-Bahnhofs Eberswalder Straße versteckt sich das kleine Lokal Juki. Neben ostasiatischen Spezialitäten umfasst eine Grillplatte zum Teilen das Beste aus Land und Meer: Rind, Schwein, Huhn, Tintenfisch und Garnelen kommen zum Selbergrillen mit Beilagen und Reis an den Tisch (23,80 Euro). Die koreanische Landesküche serviert typischerweise den Reiswein Soju dazu. Hier Plätze reservieren. Mo-So 18-23 Uhr, Lychener Straße 13
Geschenk – Lakritzophile aufgepasst! Beim Lakritzfachgeschäft Kadó gibt es die Knabberei bis zum Abwinken: Über 500 europäische Sorten variieren als süßmild, süßherb, diätisch, salzig, extra salzig, mit Salmiak oder pur konfektionierte Süßigkeit. Tipp: Mit der Lakritzzahnpastatube (75 g/6,50 Euro) wird das Zähneputzen zum Hochgenuss. Abholung nach Vereinbarung. Di-Fr 9.30-16 Uhr, Sa 9.30-14 Uhr, Graefestrasse 68, U-Bhf Schönleinstraße
Last Minute – Die Rolling Stones, The Beatles, LED Zeppelin oder David Bowie sind Legenden der 60er Jahre. Die Musik der Sixties hat noch mehr zu bieten: Mitglieder des Orchesters und Ensembles der Deutschen Oper geben um 19 Uhr ein Kammerkonzert mit dem „Klang von 1961“ – ein Soundtrack des Jahres, in dem die Deutsche Oper nach dem Krieg wiedereröffnet wurde. Für 8/16 Euro in der Charlottenburger Bismarckstraße 35, U-Bhf Deutsche Oper
Karten sichern – Im Berlin der Wilhelminischen Ära war James Simon der größte Mäzen der Berliner Museen. Das Kulturforum am Potsdamer Platz ehrt den jüdischen Weltbürger ab dem 1. Oktober mit einer begehbaren Videoinstallation alias „James Simon. Die Kunst des sinnvollen Gebens": Animierte Fotos und historisches Filmmaterial auf unterschiedlichen Bildschirmen sowie eine Virtual-Reality-Darstellung verwandeln die obere Sonderausstellungshalle u.a. in die Villa des Philanthropen. Der Eintritt ist frei. Bis 12. Dezember. Di-Fr: 10-18 Uhr, Sa/So: 11-18 Uhr, Matthäikirchplatz, Mitte
Grübelstoff – Musik der 60er oder der BER, der vor Jahren entworfen wurde, aber erst jetzt zum Einsatz kommt. Welche Berliner Dinge sind über die Jahre aus der Zeit gefallen?
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Tagesspiegel-Podcast „Gyncast“, Folge 31: Was dürfen Nippel?
Sei es beim Stillen oder im Live-Fernsehen, entblößte Brustwarzen von Frauen sorgen schnell für Empörung. Dr. Mandy Mangler spricht in der neuen Folgen ihrer unzensierten Sprechstunde über BH-Zwang an Schulen, #FreeTheNipple und erklärt, wo man legal seine nackten Brüste zeigen darf. Jetzt hören auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de
Berlin heute
Verkehr – Sellerstraße (Wedding): Bis heute Nachmittag ist die Fahrbahn in Richtung Heidestraße vor der Nordhafenbrücke auf einen Fahrstreifen verengt.
An der Wuhlheide (Oberschöneweide): In Richtung Lindenstraße ist die Fahrbahn ab dem Morgen hinter der Weiskopffstraße bis Mitte Oktober auf einen Fahrstreifen verengt.
Hindenburgdamm (Lichterfelde): Zwischen Moltkestraße und Stockweg/Krahmerstraße steht bis voraussichtlich Anfang Dezember in beiden Richtungen jeweils nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.
Kopenhagener Straße (Reinickendorf): Fahrbahnverengung von 8 bis 16 Uhr in Richtung Schillerstraße.
Tunnel Alexanderplatz (Mitte): Nächtliche Sperrung von 20 bis 5 Uhr.
A111 (Reinickendorf-Zubringer): Nächtliche Sperrung des Tunnels Flughafen Tegel von 21 bis 5 Uhr stadtauswärts (Richtung AK Oranienburg).
Demonstration – Von 10 bis 12 Uhr findet eine „Kundgebung im Rahmen der Warnstreiks Tarifrunde private Banken und öffentliche Banken“ auf dem Platz des 18. März mit ca. 300 Teilnehmenden statt, angemeldet von Verdi. „Kein Koalitionsvertrag ohne Selbstbestimmungsgesetz!“, fordert von 10.30 bis 11.30 Uhr der Jugendverband „Die Grüne Jugend“ mit ca. 40 weiteren Demonstrierenden auf dem Platz der Republik. Von 12 bis 14 Uhr versammeln sich ca. 50 Demonstrierende für „Arbeitskampf und Streik im Konzerthaus“ auf dem Gendarmenmarkt, angemeldet von Verdi. Von 16.30 bis 18.30 Uhr äußern ca. 20 „Kritische Bürgerinnen und Bürger ihre Meinung zu den Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf Kinder und zu Fragen der Covid19-Impfung“ gegenüber dem Rathaus Köpenick in Alt-Köpenick 21. Unter dem Leitsatz „Alleinerziehende und ihre Sorgen und Nöte“ treffen von 17 bis 20 Uhr etwa 20 Protestierende auf dem Alexanderplatz zusammen.
Gericht – Der Mordprozess gegen einen 41-jährigen Lehrer geht weiter. Er soll einen 43 Jahre alten Mann in seiner Wohnung getötet, das Opfer zerteilt und Leichenteile an verschiedenen Orten abgelegt haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 501).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Alligatoah (32), Rapper, Sänger und Produzent / Cecilia Brækhus (40), norwegische Boxerin und Wahlberlinerin / Nero Brandenburg (80), „Radio-Legende: RIAS und SFB“ / Bushido (42), Rapper / „Liebe Biene Feuerhahn, alles Gute zum heutigen Geburtstag wünscht dein Mann Ralf. Und weiterhin viel Freude, Erfolg und Elan für deine Ehrenämter in Spandau“ / Axel Kruse (54), ehem. Fußball-Profi und American-Football-Spieler / Barbara Noack (97), Schriftstellerin / Peter Wawerzinek (67), Schriftsteller und Künstler / David Wnendt (44), Filmregisseur und Drehbuchautor
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Prof. Dr. Lutz Wolfgang Erbring, * 26. Mai 1938, ehem. Professor für Theorien und Methoden der empirischen Kommunikationsforschung der FU / Detlef Kabler, * 3. Mai 1951 / Ursula Kessler, * 22. Juli 1932 / Caroline Gustava Adelheid zu Waldeck Hasselmann, geb. Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont, * 8. Januar 1960
Stolperstein – Wilhelm Traube erblickte am 10. Januar 1866 in Ratibor/Racibórz das Licht der Welt. Am 11. September 1942 wurde er in Berlin verhaftet und kam heute vor 79 Jahren im Polizeigefängnis Berlin ums Leben. Ein Stolperstein in der Sybelstraße 61 in Charlottenburg erinnert an Wilhelm Traube.
Encore
So, das war die zweite Lange Nacht der Wahlen im Checkpoint. Bei der SPD in der Bundes- und Landeshauptstadt folgen nun die Langen Wochen der Sondierungen. Und in der CDU werden in den nächsten Tagen die Langen Messer gewetzt. Derweil müssen 735 Abgeordnete des größten Bundestages aller Zeiten in Berlin eine Wohnung aufgabeln. Aber auch das wird unsere Stadt gelassen auslöffeln.
Ich brauche jetzt erst mal eine Kelle Schlaf. Und bedanke mich bei Matthieu Praun (Recherche), Sophie Rosenfeld (Stadtleben) und Cristina Marina (Produktion) für eine schlaflose Nacht. Morgen weckt Sie hier Ann-Kathrin Hipp. Ich grüße Sie!
