Großplakate an historischen Plätzen: Berlin erinnert zurückhaltend an Volksaufstand am 17. Juni 1953

Der 17.Juni ist eines der wichtigsten Daten der DDR-Geschichte. Während das Land Berlin daran nur dezent erinnern will, richtet das Parlament eine Debatte und ein eigenes Gedenken aus. Von Robert Ide.

Großplakate an historischen Plätzen: Berlin erinnert zurückhaltend an Volksaufstand am 17. Juni 1953
Foto: dpa

So frei wir uns heute fühlen – so befreit war Berlin lange nicht. Als die Mauer noch gar nicht stand, unterdrückte die kommunistische SED jede freiheitliche Regung – und schlug am 17. Juni 1953 auf den Straßen und Plätzen der kriegsverwundeten Stadt den Aufstand für Demokratie mit Hilfe sowjetischer Panzer blutig nieder. Wie erinnert 70 Jahre später die Stadt der Freiheit daran? Eher zurückhaltend, muss man zurückhaltend feststellen. Denn außer ein paar Großplakaten an historischen Schauplätzen wie dem Brandenburger Tor oder dem Bundesfinanzministerium (wo sich die Demonstranten vor dem damaligen Haus der DDR-Ministerien versammelten) und Kranzniederlegungen auf dem Urnenfriedhof Seestraße im Wedding, auf dem einige der Todesopfer begraben liegen, hat sich die Stadt nicht viel einfallen lassen.

Immerhin das Abgeordnetenhaus veranstaltet eine Podiumsdebatte sowie eine Kinderlesung – und richtet am 15. Juni eine Gedenkstunde aus, bei der Alt-Bundespräsident Joachim Gauck eine Rede zur Demokratie halten wird. „Der Volksaufstand in der DDR war auch getragen von einer Sehnsucht nach Freiheit und nationaler Einheit“, sagt Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld (CDU) dazu dem Checkpoint. „An die Menschen zu erinnern, die damals dafür kämpften und starben, macht deutlich, dass weder die Freiheit noch die Selbstbestimmung in unserem Land von jeher selbstverständlich waren.“ So frei sollte Berlin immer sein – sich selbst und seine Geschichte nicht zu vergessen.