Die nächste Wendung im Fall Gelbhaar

„Das gerichtliche Vorgehen gegen meine Mandantin allein aufgrund ihrer eidesstattlichen Versicherung zur Vorlage bei Gericht gegenüber dem RBB kann nur als Einschüchterungsversuch und als Signal an die Vielzahl der Betroffenen gewertet werden“, sagt Rechtsanwältin Rebecca Richter. Ihre Mandantin: Klara Schedlich, Mitglied der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Der Kläger: Stefan Gelbhaar, Mitglied der Grünen-Bundestagsfraktion, dem kürzlich sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde. Schedlich war bislang nicht öffentlich aufgetreten, ihre Aussage gegen Gelbhaar liegt zwei Jahre zurück und wurde anonym vor einer Ombudsstelle getätigt.

Nun bestätigen sowohl Schedlichs Anwältin als auch Gelbhaars Anwalt und das Landgericht Hamburg, dass Gelbhaar gerichtlich gegen Schedlichs Aussage vorgeht, er habe sie „am Arm gestreichelt, am unteren Rücken angefasst und sie eingeladen, mit ihm alleine in eine Wohnung zu gehen“. Schedlichs Aussage reichte nicht aus, die Berichterstattung des rbb gegen Gelbhaar aufrechtzuerhalten, nachdem sich die Vorwürfe einer früheren Grünen Bezirkspolitikerin als gefälscht herausgestellt hatten. In der Nacht zu Donnerstag lief die Frist für die Stellungnahmen zu Gelbhaars Unterlassungsantrag ab. Es wird mit einer schnellen Entscheidung gerechnet.