Innensenator Geisel: Kritik an Einsatz für Nachbarin

Berlins Polizei müsste selbst öfter den Notruf wählen – aber da wäre wohl nur unterbesetzt. Wie sehr, erfuhr Innensenator Andreas Geisel (SPD) gerade am eigenen Leibe, als er einer Nachbarin in Karlshorst nach einem Trickbetrug in ihrem Haus zu Hilfe eilte und die Kripo, die gerade mit knapper Mannschaft schwerere Delikte aufzuklären versuchte, doch noch zu diesem Tatort zitieren ließ. Nachdem mein Kollege Alexander Fröhlich den Vorgang öffentlich gemacht hatte, versicherte Geisel auf Facebook, sich für mehr Personal einzusetzen – und: „Diese Haltung habe ich ganz ausdrücklich nicht nur bei Fällen in meiner Nachbarschaft“. Daraufhin schaltet sich nun der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Polizei Mirko Prinz ein: Angesichts von nur noch drei Einsatzteams des Kriminaldauerdienstes für gut 800.000 Einwohner „ist es nicht möglich, dass die Kripo zu allen Tatorten erscheint“. Der Zustand der Polizei ist offenbar schlimmer, als die Polizei erlaubt.