Berlinale: Juliette Binoche wird Jurypräsidentin
„Ermutigt von den Vögeln des Zufalls, die sich auf ihren Schultern niedergelassen hatten, nahm sie eine Woche Urlaub, ohne der Mutter ein Wort zu sagen, und stieg in den Zug. Sie ging häufig zur Toilette, um in den Spiegel zu schauen und ihre Seele zu bitten, an diesem entscheidenden Tag ihres Lebens keinen Moment lang das Deck ihres Körpers zu verlassen.“ So sagenhaft verwoben schrieb einst der tschechische Romancier Milan Kundera über „die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“. Und so märchenhaft verträumt spielte danach Juliette Binoche in der gleichnamigen und gleich großartigen Romanverfilmung, ihrem ersten großen Film. Nun wird Binoche neue Jurypräsidentin der Berlinale und wird uns bei der nächsten Kino-Weltreise (hier ein Reisebericht) im Februar die Herzen wärmen. Mindestens sechs Zufälle braucht es laut Milan Kundera, um sich zu verlieben. Bei Juliette Binoche ist das zu-zu-zu-zu-zu-zufällig nicht nötig.