Pankows Bürgermeister kritisiert Berliner Senat

Berlins Stadtmotto „Ortsteile und herrsche“ gilt selbst manchen Bezirken als zu kleinteilig. „Wir bleiben Schmalhans auf Diät“, klagt Pankows Bürgermeister Sören Benn (Linke) über die rot-rot-grünen „Trostpreise“ beim Personalaufbau. In einem selten offenen Gastbeitrag für den Tagesspiegel rechnet Benn auch den eigenen Genossen das Offensichtliche vor: Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter allein seine Verwaltung braucht, um die in Pankow 24 zu bauenden und 30 zu sanierenden Schulen, neue Wohngebiete, die Sanierung von Spielplätzen, die Pflege der Parks, eine gewendete Verkehrspolitik und eine moderne Verwaltung umzusetzen. Ergebnis: 300 Leute seien dafür „notwendig, nicht wünschenswert“ – darunter allein 37 Schulhausmeister. Und Benn rechnet weiter durch und ab: Innerhalb von 30 Jahren sei Pankow von 303.000 Einwohnern auf jetzt 407.000 gewachsen – gleichzeitig seien im Bezirk nur zwei Kilometer Straße und zwei Kilometer Straßenbahn neu gebaut worden. „Der Rest ist weitgehend verrottet“, beklagt Benn. Das Ergebnis liege jeden Tag auf der Straße: „Der Berliner Nordosten ist heute eine verkehrliche Katastrophe.“ Kein Wunder, dass sich da selbst beim Bürgermeister eine Menge aufstaut.