Deutschlands Bildungsverwaltungen lernen nichts

Apropos Ehrlichkeit: Würden SchülerInnen so planlos durchs Schuljahr schlappen, wie Deutschlands Kultusminister durch die Pandemie – ihre Versetzung wäre längst gefährdet. Auch nach der gemeinsamen Konferenz am Montag gibt es nur einen unverbindlichen Stufenplan, der u.a. vorsieht, dass GrundschülerInnen bzw. die unteren Jahrgänge als erstes in die Klassenzimmer zurückkehren. Wann und unter welchen Umständen, weiß keiner. Dafür klappt‘s aber auch digital nicht: Die Berliner Lernplattform „Lernraum Berlin“ war – wie bereits im Dezember – auch an Tag 1 nach den Ferien für 100.000 SchülerInnen nicht nutzbar. Aus Gründen will Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) jetzt auf die kommerzielle Plattform „Itslearning“ wechseln, die kostenbedingt bisher nur von wenigen Schulen genutzt wird. Heinz-Peter Meidinger, Präsident Deutscher Lehrerverband, hätte sonst auch noch eine Alternative: „Selbst, wenn schnelles Internet nicht da ist: Es gibt natürlich nach wie vor Mittel und Wege – auch die alte, gute E-Mail – um Kontakt zu Schülern zu halten.“ Demnächst dann: der gute, alte Brief und die Taube.