Initiativen verzichten auf Nachbarschaftspreis
Moabit ist beste. Und „Moabit hilft“ zeigt, was Zivilgesellschaft bewirken kann: nachdenken über und handeln für eine zivile Gesellschaft. Der mehrfach ausgezeichnete Verein, der ehrenamtlich Flüchtlinge in der Nachbarschaft betreut, lehnt die eigene Nominierung für den Deutschen Nachbarschaftspreis ab. Grund: Bayerns Außenminister Horst Seehofer (CSU) – in Berlin angeblich auch Innenminister – ist Schirmherr des Preises. Wer schmunzelnd 69 abgeschobene Asylbewerber an seinem 69. Geburtstag zähle, auf den könne eine ausgezeichnete Zivilgesellschaft nicht zählen, ließ der Verein wissen (via „Berliner Zeitung“). Am Sonntag trat auch der Verein wielebenwir e.V. – nominiert mit einem Lastenrad-Sharing-Projekt – von dem Wettbewerb zurück. Scheint so, als brauche Deutschland gar keine Heimatkunde, sondern der Heimatminister Nachhilfe in Zivilgesellschaftslehre.