Giffey Impfbemühungen: Teure Termine, wenig Resonanz
Wenn die Leute nicht zur Spritze kommen, kommt die Spritze zu... nein, ganz so einfach ist es leider nicht: Seit Franziska Giffey regiert, predigt sie das „aufsuchende Impfen“ (gern verbunden mit kleinen Seitenhieben auf ihren Vorgänger). Am Mittwoch sagte sie im großen Scheinwerferlicht der MPK-PK einmal mehr: „Das aufsuchendes Impfen hat Potenzial, wenn wir mit Vertrauenspersonen die Menschen ansprechen.“ Ansprechende Idee, ausgesprochen schwierig: Im Januar ist hier in sieben Aktionen gerade mal 753mal geimpft worden (CP vom 4.2.), im Februar sieht‘s kaum besser aus: In drei Aktionen wurden ganze 311 Impfungen verabreicht, gestern sollten 180 weitere hinzukommen. Zum Vergleich: Stadtweit werden derzeit bis zu 10.000 Menschen geimpft – am Tag.
Immerhin sind in diesem Monat noch zehn weitere Aktionen geplant, unter anderem im Stadtteilzentrum Schöneberg und im
Integrationszentrum Neukölln. Wenn’s gut läuft, kommen dabei 1140 Impfungen raus. Hauptsache nah bei die Leut‘.
Volksnah ist ja schön und gut, nur manchmal eben auch ganz schön teuer: Kaum im Amt, öffnete Giffey das Rote Rathaus zur Kinderimpfung. Doch auch diese Aktion – mit großer Showtreppe angekündigt – war wohl eher Regierenden-PR als ein echter Beitrag zur Impfquote (die stagniert derzeit bei 77,3 Prozent): Im Januar verfielen fast die Hälfte der Termine, Kosten: 401.000 Euro. Macht bei 413 Impfungen rund 1000 Euro pro Piks. Autsch, das tut dann doch schon ein bisschen weh.