Mein rechter, rechter Platz ist leer
Falls das Parlament morgen wirklich tagt, dann deutlich reduziert: Die Fraktionen erhielten gestern einen neuen Sitzplan. Zur Not gebe es auch genügend Platz auf der Besuchertribüne. Von Anke Myrrhe
Falls das Parlament wirklich tagt, dann deutlich reduziert: Die Fraktionen erhielten gestern einen Sitzplan, der anzeigt, welche Plätze aufgrund der Abstandsregel noch besetzt sein dürfen. Für Daniel Wesener, Parlamentarischer Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, kein Grund für Extra-Stress. Es sei ja zum Glück genügend Platz, auch für Extra-Stühle, zur Not auf der Besuchertribüne, „Ich flitze da eh immer rein und raus“, sagt er. Man muss eben nur aufpassen, dass nicht zu viele Spieler auf dem Spielfeld sind. Ein paar Änderungen gibt es aber schon: Die Listen an der Tür sind weg, damit sich keine Schlangen bilden, Fragen können vom Platz aus gestellt werden, Tischvorlagen werden nicht mehr verteilt, und das Mikro wird nach jeder Rede desinfiziert. „Das Haus hat sehr intensiv drüber nachgedacht“, sagt Wesener.
Auch er hat sich übrigens ganz gut an die neue Situation gewöhnt, Fraktionssitzungen als Videokonferenzen, die technische Überforderung weicht langsam der Normalität, die Satzung wurde noch schnell geändert, so dass man auch im Chat beschlussfähig ist. Manchmal sei es, als wie damals, als die Großeltern WhatsApp entdeckt haben, sagt Wesener. „Aber dit klappt.“ Ach, und das Wichtigste: Bei den Grünen alle symptomfrei.
Der Senat bleibt übrigens weiterhin beim Live-Talk, „Kinder müssen mal an die frische Luft“ (Müller), nach Angabe einiger Teilnehmer werde aber Abstand gehalten. Dieser Tage ausnahmsweise mehr körperlich als inhaltlich: Von Streit war diesmal nichts zu hören.