Politisches Nachspiel zu Steglitzer Frauen-Broschüre
„Ein sehr gelungenes Werk“, schreibt Michael Karnetzki (SPD), Vize-Bezirksbürgermeister, im Vorwort der Broschüre „Starke Frauen in Steglitz-Zehlendorf 1945-1990“. Ob ihm nicht aufgefallen ist, dass dort unter den 23 Frauen auch DDR-Richterin Hilde Benjamin (Schauprozesse, 15 Mal lebenslänglich, zwei Todesurteile) gewürdigt wird (CP von gestern)? Karnetzki ist derzeit auf Dienstreise. In der BVV gestern Abend sprach die SPD-Jugendstadträtin Carolina Böhm von einem „eklatanten Fehler“ des Bezirksamts. Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) hat derweil den Herausgeber aufgefordert, ihr alle 100 Exemplare zu schicken. Auf dem Cover ist auch das Bezirkswappen zu sehen, finanziert wurde die Broschüre vom Jobcenter. Der Bezirksverordnete Clemens Escher (CDU) sprach von „Ahnungslosigkeit im Amt“. Die CDU kündigte einen Missbilligungsantrag gegen den SPD-Stadtrat an. Außerdem in der Broschüre vertreten ist übrigens Sigrid Kressmann-Zschach, Architektin des Ku’damm-Karrees und des Steglitzer Kreisels. Starke Leistung.