Als Ersatz für Betriebskantine: Bezirk Pankow will Mitarbeitenden an allen Standorten das Mittagessen liefern
Die Gastronomie soll wieder ins Pankower Rathaus einziehen. Der Bezirk denkt über einen Essenslieferdienst für die einzelnen Standorte nach, auch damit diese attraktiver werden. Von Robert Ide.
Komm Karlineken, komm Karlineken komm, wir woll’n nach Pankow jeh’n, da is it wunderschön. Schon im Kaiserreich wurde der Gassenhauer im wunderschönsten, aber inzwischen verstaubten Kellergewölbe von Pankow geschwungen. Seit 1907 wurde im Ratskeller des prachtvollen Rathauses getanzt und gespeist, doch nach der Vereinigung rentierte sich der Betrieb an der umtosten Breiten Straße nicht mehr. Selbst als Kantine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bezirks scheiterte der Ratskeller, zwischenzeitlich lagerte der Bezirk hier Akten ein. Aber so ganz aufgegeben hat Pankow sein traditionelles Gewölbe noch nicht. „Am liebsten wäre mir da unten ja ein Jazzkeller“, bekennt Pankows Bezirksbürgermeisterin Cordelia Koch (Grüne) im Checkpoint-Gespräch. Für ein neues Restaurant wären wohl zu hohe Investitionen nötig, die Rede war zuletzt von 150.000 Euro.
Realistischer erscheint da eine andere Idee, mit der der Bezirk zumindest seine Mitarbeitenden beköstigen will: ein Lieferdienst. „Wir möchten den Angestellten des Bezirksamts gerne ein warmes Mittagessen liefern lassen“, berichtet Koch. Da sich auch die Idee einer Kantine auf dem Gelände des Bezirksamts in der Fröbelstraße zerschlagen hat, soll nun an alle Standorte der Verwaltung ein vorher von den Angestellten ausgewähltes Essen gebracht werden. Der Preis könnte vom Bezirk bezuschusst werden. Pankow will nun ein Interessenbekundungsverfahren starten, im Herbst soll es einen ersten Pilotversuch geben. „Falls alles klappt und sich ein guter Anbieter dafür findet, wollen wir das ab dem nächsten Jahr dauerhaft anbieten“, erzählt Koch. „Dann können wir auch für Mitarbeitende in entlegenen Amtsgebäuden als Arbeitgeber noch attraktiver werden.“ Damit die Laune im Pankower Rathaus noch seltener im Keller ist.