Aufsteigen, bitte!
Ausnahmezustand herrscht derzeit auch in Köpenick, wobei sich die Ausläufer des Aufstiegswunders bis tief nach Spandau verirrten, wo der Senat gestern tagte (mehr dazu im Telegramm). Justizsenator Dirk Behrendt erschien mit Union-Sonnenhut (also 1. FC nicht CDU, hier der Beweis) und gestand, am Montag im Stadion gewesen zu sein, „sogar auf dem Rasen“.
Ein Tor hat er offenbar nicht geschossen (ging schließlich 0:0 aus). Ob Behrendt einer der zehn Kletterer war, die im Aufstiegspartytaumel die Torlatte fast zum Brechen brachten, ist nicht überliefert. Die Latte hielt, wenn auch am Ende müde durchhängend, wie der Kollege der Berliner Zeitung berichtet, „vielleicht war es aber auch ein Lächeln“.
Auf einmal sind sie alle Fans, Oberfan Michael Müller wird die Eisernen Erstligisten heute um 14.30 Uhr im Roten Rathaus empfangen, samt Grußwort und Eintrag ins Gästebuch (von geplanten Bierduschen ist uns nichts bekannt). Um 16 Uhr geht es dann mit dem Schiff von der East Side Gallery in Richtung Köpenick (hoffentlich kommt da niemand mit dem Fahrrad). Anschließend weiter zum Köpenicker Rathaus, wo gestern schon wild gefeiert wurde (Beweisfoto). Es folgt ein Eiserner Gruß beim Bezirksbürgermeister, 18.30 Uhr winken vom Rathausbalkon, dann mit einem offenen Bus zum Stadion, wo die Party um 19.30 beginnt. Vermutlich hat es auch damit zu tun, dass der Ausbau des Stadions (Baurecht liegt noch nicht vor) um ein Jahr verschoben wird, wie Präsident Dirk Zingler gestern mitteilte. Vermutlich muss nach heute Abend erstmal halb Köpenick saniert werden.
Probleme gibt es vor allem mit der Anreise, der Verkehr rund um die Alte Försterei kollabiert schon jetzt regelmäßig bei Heimspielen. Für die Bundesliga sollen noch einmal 15 000 Plätze im Stadion geschaffen werden. Im Gespräch sind ein Parkhaus in Stadionnähe, eine Wendeschleife für Trams (die nicht für Massen konzipiert sind) und ein weiterer Zugang zum S-Bahnhof Köpenick. Die Verkehrsverwaltung prüft. Mal gucken wie viele Wendeschleifen da noch eingezogen werden.