Wo sollen sie denn nun hin, diese Radfahrer? Auf den Gehweg nicht, auf die Straße nicht, und wo gibt es schon Radwege? Also absteigen, bitte! So lautete eine Mitteilung der Verkehrsverwaltung am Montag, der bei der Baustellenplanung auf der Oberbaumbrücke nichts Besseres eingefallen war, als Radler und Raser erst auf eine Spur zu bringen, um dann am Ende von Tag eins mitzuteilen, dass hier für die nächsten fünf Monate bitte der Radtransfer zwischen Friedrichshain und Kreuzberg ausschließlich schiebend stattzufinden hat (CP von gestern).
Folglich überschlugen sich gestern die Ereignisse (zum Glück nicht die Radfahrer). Gleich morgens sind Bürgermeisterin Monika Herrmann und ihr Baustadtrat Florian Schmidt (beide Grüne) mal rübergeradelt, Ergebnis: „Diese Verkehrsführungsvariante geht nicht. Wir arbeiten jetzt mit Hochdruck an einer radfreundlichen Lösung!“
Exklusiv für Abonennten: Die kam wesentlich schneller durch als die Autos im Berufsverkehr: Herrmann, Schmidt und Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos für die Grünen) verkündeten am Nachmittag höchstselbst den Demonstranten vor Ort: So geht es nicht (also die Verkehrsführung, nicht die Demo). Die Lösung: Auf der Westseite Richtung Kreuzberg wird der Gehweg vollständig zum Radweg, Fußgänger müssen sich drüben unter den Arkaden den Weg mit Radfahrern Richtung Friedrichshain teilen, kriegen dafür aber eine Ampel. Damit soll jetzt die nächsten fünf Monate Ruhe sein. Alles klar? Achso, wo wir gerade bei Ruhe sind, das gilt natürlich erst ab Ende nächster Woche (morgen ist schließlich Feiertag) und unwichtiges Detail: Von Bauarbeiten ist derzeit nichts zu sehen.
Ausnahmezustand herrscht derzeit auch in Köpenick, wobei sich die Ausläufer des Aufstiegswunders bis tief nach Spandau verirrten, wo der Senat gestern tagte (mehr dazu im Telegramm). Justizsenator Dirk Behrendt erschien mit Union-Sonnenhut (also 1. FC nicht CDU, hier der Beweis) und gestand, am Montag im Stadion gewesen zu sein, „sogar auf dem Rasen“.
Ein Tor hat er offenbar nicht geschossen (ging schließlich 0:0 aus). Ob Behrendt einer der zehn Kletterer war, die im Aufstiegspartytaumel die Torlatte fast zum Brechen brachten, ist nicht überliefert. Die Latte hielt, wenn auch am Ende müde durchhängend, wie der Kollege der Berliner Zeitung berichtet, „vielleicht war es aber auch ein Lächeln“.
Auf einmal sind sie alle Fans, Oberfan Michael Müller wird die Eisernen Erstligisten heute um 14.30 Uhr im Roten Rathaus empfangen, samt Grußwort und Eintrag ins Gästebuch (von geplanten Bierduschen ist uns nichts bekannt). Um 16 Uhr geht es dann mit dem Schiff von der East Side Gallery in Richtung Köpenick (hoffentlich kommt da niemand mit dem Fahrrad). Anschließend weiter zum Köpenicker Rathaus, wo gestern schon wild gefeiert wurde (Beweisfoto). Es folgt ein Eiserner Gruß beim Bezirksbürgermeister, 18.30 Uhr winken vom Rathausbalkon, dann mit einem offenen Bus zum Stadion, wo die Party um 19.30 beginnt. Vermutlich hat es auch damit zu tun, dass der Ausbau des Stadions (Baurecht liegt noch nicht vor) um ein Jahr verschoben wird, wie Präsident Dirk Zingler gestern mitteilte. Vermutlich muss nach heute Abend erstmal halb Köpenick saniert werden.
Probleme gibt es vor allem mit der Anreise, der Verkehr rund um die Alte Försterei kollabiert schon jetzt regelmäßig bei Heimspielen. Für die Bundesliga sollen noch einmal 15 000 Plätze im Stadion geschaffen werden. Im Gespräch sind ein Parkhaus in Stadionnähe, eine Wendeschleife für Trams (die nicht für Massen konzipiert sind) und ein weiterer Zugang zum S-Bahnhof Köpenick. Die Verkehrsverwaltung prüft. Mal gucken wie viele Wendeschleifen da noch eingezogen werden.
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Der neue Berliner CDU-Chef Kai Wegner hat in einer Instagram Story über die Klimaziele seiner Partei aufgeklärt und das liest sich dann so:
„Der #Klimaschutz ist eines der wichtigsten Themen. Als @cdu konnten wir bei der #Europawahl mit unseren Antworten nicht durchdringen. Die #cduberlin wird daher im Herbst auf einem Kleinen Parteitag einen Masterplan für ein nachhaltiges #Berlin erarbeiten.“ Mit Vollgas voraus.
Dass es seine Partei jetzt aber wirklich ernst meint mit dem Klima, zeigt die Tagesordnung der Klausurtagung am Sonntag und das liest sich dann so:
1. Bericht der Vorsitzenden
2. Bericht des Generalsekretärs
3. Asymmetrische Wahlkampfführung
4. Wahlanalyse und Aussprache
Und danach natürlich: Geselliges Beisammensein im Konrad-Adenauer-Haus (via Robin Alexander). Prost.
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Hingegen arbeitet die SPD bereits intensiv an der Aufarbeitung des Wahlergebnisses, die Genossen erreichte gestern Abend eine Mail ihres Generalsekretärs Lars Klingbeil, Betreff: "Wie es nach der Europawahl weitergeht." Lesen wir doch mal rein: „Das kann nicht ohne Konsequenzen bleiben.“ Oha, was denn zum Beispiel? „Montag hat der Parteivorstand dazu eine intensive Debatte begonnen und vereinbart, diese in der kommenden Woche fortzuführen. Bei der Klausur werden wir strategische und programmatische Fragen entscheiden, um die wir uns wahrscheinlich zu lange herumgedrückt haben. Gleichzeitig werden wir auch im Parteivorstand darüber beraten wie wir die geplante Halbzeitbilanz der Bundesregierung ausgestalten wollen.“ Klingt nach Revolution. Zumindest lässt Parteichefin Andrea Nahles am nächsten Dienstag den Fraktionsvorsitz neu wählen. Was als schlauer Zug gedacht war, könnte allerdings im Bauchklatscher enden – zumal am Abend auch noch die traditionelle Spargelfahrt des Seeheimer Kreises auf dem Wannsee stattfindet. Ahoi.
Dass auf den Straßen dieser Stadt zuweilen einiges an Müll herumliegt, auch in größeren Haufen, daran hat sich der gemeine Berliner längst gewöhnt. Was allerdings gerade in der Bornemannstraße in Gesundbrunnen herumliegt, hat rein gar nichts mehr von Neuköllner Sofa-Charme. Direkt vor den Wohnhäusern stapeln sich meterhoch Säcke mit der Aufschrift: „Achtung. Inhalt kann krebserregende Fasern freisetzen.“ Anwohner berichten, dass es seit knapp einer Woche dort liegt, ein Ordnungsamtsmitarbeiter, der zumindest ein Flatterband anbringt, sagt: illegal abgeladener Müll, brennbar, krebserregend. Antwort der BSR, sie ahnen es: nicht zuständig. Und das Bezirksamt sucht noch nach Antworten.
Bereits in der vergangenen Woche wurden im Grünauer Forst an vier verschiedenen Stellen die gleichen Säcke gefunden, darin Mineralwolle und Dämmmaterial für Rohrleitungen, 100 Kubikmeter Müll, illegal entsorgt. Für die Försterin ist das wiederum nicht ungewöhnlich: Es vergeht kaum eine Woche, in der kein Müll oder Bauabfall in ihrem Wald gefunden wird. (Q: Berliner Woche)
Vermutlich sind die Täter deswegen auf die Bornemannstraße ausgewichen: Im Forst war alles voll.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Während Union das Stadion abreißt, vermeldet Herthas Noch-Heimat im tiefen Westen per Pressemitteilung „neue Mieter im Olympiastadion“: Am 3. Juni beziehen zwei Bienenvölker ihr neues Zuhause auf einer naturbelassenen Wiese am großen Marchhof. Gut, das ist 100 Meter vom Stadion entfernt, vermutlich damit das Summen nicht beim Elfer stört. Weitere prominente Mieter in diesem Jahr übrigens: Phil Collins, Pink, Metallica, Rammstein und die Zeugen Jehovas.
Und noch eine wichtige Tiermeldung des Tages: Polizei nimmt Clan die Schafe weg (B.Z.). Na hoffentlich sind es die schwarzen.
Sein 79-seitiges Pamphlet über Senatssprecherin Claudia Sünder sei „De facto ein satirischer Tatsachenroman“, sagte Hanjo Lehmann gestern vor Gericht. „Die Irrtümer, die sich in der Fröhlichkeit des Schreibens einschleichen können.“ Im literarischen Überschwang habe er womöglich Dinge auch konstruiert. Die Richterin kritisierte Lehmann zwar scharf, sprach ihn aber frei. Auch wenn er ein „unfassbares Pamphlet“ verfasst und sich mit Impertinenz in Sünders Privatleben gewühlt habe, seien seine Äußerungen von Meinungsfreiheit gedeckt.
Finanzsenator Kollatz will bis zum 18. Juni den Entwurf für eine Schuldenbremse vorlegen. Kleine Erinnerung: Berlin hat immer noch 57,6 Milliarden Schulden, macht dieses Jahr rund 1,2 Milliarden Euro Zinsen. Davon könnte man glatt ein Jahr BER-Baustelle finanzieren.
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Verpassen Sie nicht das Ausstellungshighlight „Mantegna und Bellini. Meister der Renaissance“ – zu sehen noch bis 30. Juni in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin. RBB Abendschau meint: „Eine Ausstellung, die ihresgleichen sucht“. Infos, Tickets, Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die Ausstellung unter www.mantegnabellini.de
Apropos BER: Engelbert Lütke Daldrup sieht sich weiter im Zeitplan, die die sogenannte Wirk-Prinzip-Prüfung (WPP), mit der das Zusammenspiel der Anlagenteile geprüft wird, könne spätestens im August beginnen, sagte er im Brandenburger Landtag. Können Sie jetzt wieder ruhig schlafen.
Dazu passt das heutige Betriebsstörungsbingo. Die S5 wendet in Mahlsdorf vorzeitig für den Verspätungsabbau.
Ah, passend dazu kommt gerade eine kleine Anfrage von Daniel Wesener (Grüne) rein: Was kostet eigentlich der Betrieb und Unterhalt des Humboldt Forums? Die Kulturverwaltung rechnet für 2020 mit 17 Millionen Euro für den Unterhalt des Gebäudes. Die Berlin-Ausstellung wird jährlich laut Stiftung Stadtmuseum acht bis neun Millionen Euro kosten. Und mit welchen Einnahmen wird kalkuliert? Durch Ausstellungs- und Veranstaltungstickets wird mit je 1 Millionen Euro pro Jahr gerechnet. Klingt nach einer runden Berliner Sache.
Der Eintritt im Schlossnachbau sollte ursprünglich kostenlos sein. Vor fünf Tagen verkündete die Kulturverwaltung für die Berliner Ausstellungen nun doch Tickets zu verkaufen. „Die Finanzierung eines komplett freien Eintritts im Humboldt Forum ließe sich nur auf Kosten zentraler kulturpolitischer Vorhaben des Landes Berlin stemmen", sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Sprich: Jugendtheater und die Freie Szene will Lederer für das in seiner Partei ungeliebte Schloss nicht bluten lassen. Bei der Stiftung des Humboldt Forums war man wenig begeistert.
Lieber rund als eckig heißt es bekanntlich auch bei den Radwegen. Weil Zickzack bekanntlich nicht erlaubt ist, führt der Radweg in der Residenzstraße derzeit einfach über fünf Baumscheiben, samt Sand und Wurzel. (Beweisfoto hier )
Ein Anruf beim Bezirksamt klärt auf: Das ist gar kein Radweg! Der wurde nämlich für die erweiterten Baumscheiben abgeordnet (BA-Sprech für abgeschafft). Radfahrer sollen jetzt auf der Straße fahren, da ist ja auch ordentlich Platz (nicht). Im Grunde ist es aber auch völlig egal, ob in dieser Stadt nun Radwege aus- oder rückgebaut werden, am Ende sind sie eh immer zugeparkt, neueste Beispiele: hier.
Sechs Bürgerinitiativen im Südwesten haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um Bausünden wie die Autobahnbrücke am Breitenbachplatz wieder abzubauen (Q: Mopo).
Philipp Morris stellt die Zigarettenproduktion ein. Weniger Zigaretten wird es dadurch in Berlin nicht geben, aber weniger Arbeitsplätze: 950 der 1050 Mitarbeiter verlieren wohl zum Jahreswechsel ihre Jobs. Fröhliche Weihnachten.
Nicht nur wir beim Checkpoint finden Spandau sogar charmant (Zitat aus Checkpoint-Song), auch der Senat ist da gestern mal hingefahren, quasi das Auswärtsspiel unter den Senatssitzungen. Tagesspiegel-Chef-Spandauer André Görke hat sich natürlich einen Platz im Bus gesichert, ganz hinten bei den coolen Kids („Ist ja wie auf Klassenfahrt“).
Kurze Zusammenfassung: Gruppenfoto, Goldenes Buch, Gutspark Neukladow, Neubaugucken im Norden, Netzsuche in Kladow, Fingerfood für Fortgeschrittene, Einflugschneise, Campus-Träume, Gartenfeld, #Smartiesgibtesauch, Grußworte und gut. Aus den angesetzten vier Stunden wurden locker fünf. Den launigen Twitter-Thread des Kollegen gibt es hier. Leider ohne Smarties.
Sein Spandau-Newsletter ist gestern bereits erschienen, wegen des Feiertags am Donnerstag erscheinen heute bereits weitere sechs Bezirksnewsletter nämlich: Mitte, Neukölln, Reinickendorf, Friedrichshain-Kreuzberg, Pankow und Steglitz-Zehlendorf. Und ab heute immer mittwochs präsentieren wir die besten Inhalte unserer Newsletter auch im Tagesspiegel auf einer wöchentlichen Bezirksseite.
Reinickendorf-Autor Gerd Appenzeller wird diesmal übrigens auch die Checkpoint-Laufgruppe begleiten, am Donnerstag gibt es angeführt von ihm zusätzlich zu den üblichen 6 und 12 Kilometer-Runden auch eine Walking-Gruppe, 11 Uhr in der Seidelstraße, Ecke Flohrstraße, dann geht es vorbei am Flughafensee und durch die Jungfernheide. Weiterer besonderer Anreiz: Wir verlosen die letzten neun Tickets für den Berlin-Marathon! Kann man nirgends kaufen, sind 120 Euro wert und eigentlich längst alle weg. Dafür muss man aber zur Laufgruppe kommen, sich dort in die Liste eintragen – und natürlich am 29. September 42 Kilometer durch die Stadt rennen.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
“Eine der widerlichsten Versammlungen, die es in Berlin gibt.“
Innensenator Andreas Geisel über den anti-israelischen Al-Quds-Marsch. Die Gegendemo startet am Sonnabend um 15 Uhr auf dem Ku’damm. Das Jüdische Forum ruft dazu auf, eine Kippa zu tragen.
Tweet des Tages
Es ist wahrscheinlicher, durch einen Hai-Angriff zu sterben als "kurzfristig" einen Termin in einem Berliner Bürgeramt zu bekommen.
Stadtleben
Essen – Wer lieber mal Shakshuka - rot oder grün und am besten mit Feta - statt Marmeladebrötchen frühstückt, geht ins Café Mugrabi am Görlitzer Park. Hier gibt’s eine Mischung aus israelischer und nordafrikanischer Küche. Getoastete Sandwiches mit Aubergine, Jogurt mit Olivenöl, Hummus und geröstetem Brot, Tahini überall. Passend dazu Cava oder eine selbstgemachte Limonade mit Ingwer. Brunch gibt es jeden Tag von 10 bis 17 Uhr - es lohnt, früh hinzugehen, denn der kleine Laden füllt sich schnell und auch die etwas großzügigeren Sitzgelegenheiten draußen sind gleich mal belegt. Görlitzer Straße 58, U-Bhf Görlitzer Park
Trinken – Gin Tonic aus Gläsern, die man mit beiden Händen halten muss. Eigentlich fast Schüsseln mit einem Stil. Drinnen klackert das Eis und die Orangen- oder Gurkenscheiben warten darauf, nebenher geknabbert zu werden. So beginnen Abende im Sugar in Moabit. Eigentlich als Tapasbar ausgewiesen, kann man hier aber auch wunderbar flüssig versacken, ob bei Gin oder spanischem Wein. Und wer dann eben nicht die Drink-Deko knabbern möchte, sondern lieber Datteln im Speckmantel und Oliven - schmeckt auch wunderbar. Wilhelmshavener Straße 14, U-Bhf Birkenstraße, Mo-Do 18-0 Uhr, Fr-Sa 18-2 Uhr
Berlinbesuch – Es ist Vatertag und Christi Himmelfahrt und Feiertag und Donnerstag. Alles für sich eigentlich ein Grund zum Feiern. Auch dieses Jahr findet, zum dritten Mal in Folge, im Volkspark Friedrichshain darum das „Himmelfahrtskommando“ statt. Es gibt „von 10 bis 10 ziemlich gute Musik“, heißt es bei den Veranstaltern, u.a. treten Dagobert, Nicone und Sailor & I auf. Der Wetterbericht verheißt Sonne und bis zu 21 Grad. Neuer Hain, Danziger Straße 210, Tramstation Paul-Heyse-Straße
Geschenk – Berlin ist ziemlich grün. Das hat die EU-Wahl wieder mal gezeigt. Also vielleicht auch mal grün schenken. Zum Beispiel etwas, das helfen soll, Plastikmüll zu reduzieren, wie Soulbottles –Trinkflaschen aus Glas. Es gibt sie mit Meerjungfrauen-Aufdruck, mit Fischen, fliegenden Pinguinen, geometrischen Mustern oder Schriftzügen. Größe, Deckelfarbe und auch die Farbe des Dichtungsrings ist konfigurierbar. Die günstigste Variante kostet 19,90 Euro. Wer mag, zahlt noch ein bisschen extra für eine persönliche Gravur. Bestellbar im Onlineshop, es gibt aber auch ein paar Händler in Berlin, die die Flaschen führen.
Noch Hingehen – Sie waren DDR-Kinder, aber nur für einige Monate. Was ist eigentlich aus den Wendekindern geworden? Die Ausstellung „Jahrgang ’89 – Die Kinder der Wende“ befasst sich mit dem Leben junger Erwachsener, die 1989 im Osten geboren wurden. Wie die DDR noch lange nach dem Mauerfall präsent im Leben der Menschen war und welche Auswirkungen das hatte, zeigt das DDR Museum in Form von Biografien und persönlichen Erinnerungsstücken noch bis zum 30. Mai. Karl-Liebknecht-Straße 1, S-Bhf Hackescher Markt, So-Fr 10-20 Uhr, Sa 10-22 Uhr, Tickets gibt es ab 5,50 Euro.
Last-Minute-Fest am Feiertag – Deutschland liebt Spargel so sehr, dass es fast schon ikonische Ausmaße annimmt. Ausdruck dessen ist die Band Xiroi geworden, die nach ihrem Youtube-Hit „Spargel“ im Jahr 2015 anfing, Spargelfeste zu organisieren. Hier gibt es dann Spargeldelikatessen, z.B. Spargel-Dogs oder Spargelwurst, und Mitmachaktionen wie „Spargelwettschälen“ oder die große „Spargel-Tombola“. Auch die frischgekürte Beelitzer Spargelkönigin wird dieses humorvolle Event beehren. Losgefeiert wird am 30. Mai ab 15 Uhr in der Oberhafenkantine, Am Flutgraben 2 (Nähe U-Bhf Schlesisches Tor), der Eintritt kostet 6 Euro.
Verlosung I – Wie der wohl war, dieser Chopin? Also so persönlich. Schick angezogen soll er gewesen sein und ziemlich pragmatisch. Hatte seine Tuberkuloseerkrankung Auswirkungen auf sein Werk? Mit solchen Fragen, dem Charakter und dem Leben von Komponisten beschäftigt sich französische Pianistin Hélène Grimaud, wenn sie sich entscheidet, die Klassiker auf die Bühne zu bringen. Ein Markenzeichen. „Der Weg ins Herz eines Stückes verlangt hundertprozentigen Einsatz, intellektuell, emotional, psychologisch“, sagt sie selbst. Am Montag, den 3. Juni spielt sie um 20 Uhr in der Philharmonie Werke von Chopin und Debussy, Satie und Silvestrov sowie Schumanns Kreisleriana - wir verlosen 3x2 Karten. Exklusiv für Checkpoint-Abonennten. Hier geht's zur Anmeldung.
Verlosung II – Tagesspiegel-Kolumnist Harald Martenstein beschäftigt sich auf humorvolle Art in seinen Texten mit aktuellen politischen Themen und nimmt dabei selten ein Blatt vor den Mund. In seinem neuen Buch „Jeder lügt so gut er kann“ geht es aber auch um „das private Scheitern und Alltagsprobleme, als Vater, als Berliner, als Mann oder Deutscher“. Wer Martenstein schon immer mal live sehen wollte, hat dazu am 3. Juni um 20 Uhr im Pfefferberg Theater, Schönhauser Allee 176 (U-Bhf Senefelderplatz), die Möglichkeit. Auch hierfür haben wir 3x2 Tickets für unsere Checkpoint-Abonnenten, zur Anmeldung hier.
Mit diesem Stadtleben wünschen Ihnen Melanie Berger und Carmel Schnautz einen wunderbaren Mittwoch und einen schönen Feiertag
Prominent verraten
Berlins Späti-Kultur – für die einen ein Freiheitssymbol, für die anderen die Ursache schlafloser Nächte. „Der Späti ist für mich nicht das Freiheitssymbol der westlichen Welt“, stellt der Berliner der Woche fest. In Mitte ist er dafür zuständig, die touristischen und wirtschaftlichen Interessen des Bezirks mit denen seiner BürgerInnen in Einklang zu bringen.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags - mit einem Selfie.
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Berlin heute
Verkehr – Die Anschlussstelle Johannisthaler Chaussee der A113 ist ab 20 Uhr vorzeitig wieder frei. Aufgrund der Aufstiegsfeier des 1. FC Union Berlin gibt es ab 17.30 Uhr Staugefahr rund um das Stadion an der Alten Försterei (Köpenick). Stadteinwärts stehen ab 7 Uhr bis Mitte Juni nur zwei Spuren auf der Michael-Brückner-Straße (Niederschönweide) zwischen Sterndamm und Spreestraße zur Verfügung. Ab heute fährt die U7 wieder den Bahnhof Zwickauer Damm an.
Demonstration – Heute tagt wieder das Klimakabinett und campact demonstriert dazu mit etwa 60 Teilnehmern vor dem Bundestag von 8 bis 10 Uhr mit der Forderung „Die Klima-Maßnahmen der Ministerien reichen nicht aus“. Die Stiftung SPI setzt sich mit etwa 50 Teilnehmenden für „Sichere Übergänge für Kinder, Jugendliche und Familien, auch im Wedding“ ein und versammelt sich auf der Mittelinsel Liebenwalderstraße/ Ecke Hochstädter Straße (15-17.30 Uhr).
Gericht – Für einen Raubüberfall auf einen Mann an einer Bushaltestelle muss sich ein 23-Jähriger verantworten. Er soll den Geschädigten mit einem Messer bedroht und die Herausgabe von Geld erzwungen haben (9.30 Uhr, Kriminalgericht, Turmstraße 91, Saal B 129).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Oskar Ansull (69), Schriftsteller / Burkhard Glaetzner (76), Oboenvirtuose und Dirigent / Maxi Cook / Kerstin Hensel (58), Schriftstellerin / Frank Mückisch (63), CDU-Stadtrat in Steglitz-Zehlendorf
Donnerstag – Adele Gläser (57), „viele Grüße von Berlin nach Bayern!" / Harald Glööckler (54), Modedesigner / Monika Herrmann (55), grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg / Rüdiger Joswig (70), Schauspieler / Dieter Kosslick (71), ehem. Intendant der Berlinale / Julius Porath (23), Handballspieler bei den Füchsen Berlin / Martin Rother (41), Schauspieler und Regisseur / Oliver Schruoffeneger (57), grüner Stadtrat in Charlottenburg-Wilmersdorf / Erik Spiekermann (72), Gestalter und Typograf / Lutz Wendt (76), „Chefapotheker a.D, Herausgeber der Askanischen Blätter“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Lore Gerhardt, * 9. April 1936 / Dr. jur. Henning Hauschke, * 12. Dezember 1962 / Dr. med. Eugen Mertens, * 20. April 1936 / Michael Russell, * 14. November 1949 / Ute Winter, * 8. März 1940, „Berlinerin, bunter Vogel, Kämpferin für die Frauenrechte, liebevolle Oma und Mutter ist nach schwerer Krankheit von uns gegangen"
Stolperstein – Fast drei Monate hat Walter Ruttin (Jhg 1897) in Auschwitz überlebt. Am 1. März 1943 wurde er verhaftet, da wohnte er in der Niebuhrstraße 63 in Charlottenburg. Er starb im Konzentrationslager heute vor 76 Jahren, am 29. Mai 1943.
Im Tagesspiegel
Viktor Orbán ist übermächtig im Land. Doch in Budapest gibt es eine linke Enklave: den Stadtteil Zugló. Jetzt will
deren Bürgermeister Gergely Karácsony Chef der ganzen Hauptstadt werden – und damit eine Gefahr
für den Ministerpräsidenten. Lesen Sie die Reportage von Judith Langowski heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Ein denkwürdiger Leserbrief erreichte uns gestern in der Tagesspiegel-Redaktion. Die Leserin fühlt sich durch Sätze wie „...hat die Oma am Küchentisch ihr Kreuzchen ganz allein gemacht?” (ein Zitat des Charlottenburger Wahlleiters) oder: Jägermeister „ist vom Verdauungsschnaps für Rentner zum hippen Clubgesöff geworden” diskriminiert, weil es so gar nichts mit der Lebensrealität von ihr (74) und ihrem Mann (83) zu tun habe. Dazu passt eine kleine Anekdote aus der Berliner Liste: Dialog in Zehlendorf. „Opa, wir schenken dir zu Weihnachten ein Hörgerät. Hast du mich verstanden?“ „Aber ja, ich habe alles verstanden. Außer Hörgerät.“
In diesem Sinne: Happy Himmelfahrt, ob mit oder ohne Opa, Hauptsache mit Jägermeister. Am Freitag begrüßt Sie hier Robert Ide.
