Neue Straßennamen im Afrikanischen Viertel
Habemus Straßennamen. Also fast. Nach mehr als zehn Jahren hat sich der Kulturausschuss Mitte gestern Abend auf vier Straßennamen für das Afrikanische Viertel geeinigt. Petersallee, Lüderitzstraße und Nachtigall-Platz sollen künftig der Maji-Maji-Allee, der Anna-Mungunda-Allee, der Cornelius-Frederiks-Straße und dem Bell-Platz weichen. Kurzer Blick ins Geschichtsbuch: Maji-Maji leitet sich vom Schlachtruf ab, den die Bevölkerung in „Deutsch-Ostafrika“ beim Aufstand gegen die Zwangsherrschaft benutzte. Anna Mungunda war Herero und unterstützte als erste Frau Namibias die Unabhängigkeitsbewegung. Cornelius Frederiks führte den Widerstandskrieg der Nama im damaligen „Deutsch-Südwestafrika“ an. Rudolf Douala Manga Bell war König der Duala im heutigen Kamerun und setzte sich gegen Landenteignung zur Wehr. Auch seine Frau Emily war Antikolonial-Aktivistin.
Dass der Antrag kommende Woche von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen wird, gilt als sicher. Bis zur Umbenennung könnte es aber dauern – wegen möglicher Anwohnerklagen. Im Netz sorgen sich bereits die Ersten um Kosten für Namensänderungen auf Briefbögen und Visitenkarten. Spendenaufrufe? Geschichtsunterricht!