„Er sitzt auf einer Wolke und freut sich“: Harald Juhnke bekommt einen Platz in Berlin – irgendwann

keine Termine und leicht einen sitzen – das könnte auch das perfekte Berlin-Motto sein. Der Mann, der diesen Satz als seine Definition von Glück geprägt hat, ist heute vor 20 Jahren gestorben. Zum Todestag wollte der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Harald Juhnke mit einem eigenen Platz ehren, Berlins Regierender Kai Wegner (CDU) freute sich gestern bereits, dass „ab morgen“ ein Zeichen für die enge Verbundenheit der Stadt mit dem Entertainer gesetzt werde.

Doch halt, nicht so voreilig: Der Termin zur Umbenennung am 1. April kann nicht realisiert werden, teilte das Bezirksamt auf Checkpoint-Nachfrage mit. Und nur wenige Minuten später verwandelte sich das „ab morgen“ in Wegners Statement online zu „bald“.

Warum? Stifte raus: Es folgt eine Anleitung zum Umbenennen des Platzes in sechs Schritten (Q: Bezirksamt Cha-Wi):

+ „Da es sich um eine Teil-Umbenennung des Kurfürstendammes handelt, muss zunächst die genaue Fläche festgelegt werden.“

+ „Daraufhin muss ein entsprechender Beschluss im Bezirksamt gefasst werden.“

+ „Weiterhin müssten die anderen Bezirke angehört werden, um Doppelbenennungen zu vermeiden.“

+ „Sollten die anderen Bezirke keine Einwände erheben, wird die Teil-Umbenennung im Amtsblatt für Berlin veröffentlicht.“

+ „Die Teil-Umbenennung kann frühestens drei Monate nach der Bekanntmachung im Amtsblatt wirksam werden, wenn keine Widersprüche erhoben werden.“

+ „Daher kann von der Beschlussfassung bis zum Wirksamwerden der Teil-Umbenennung ein Zeitraum von fünf Monaten vergehen.“

Es kommentiert Juhnke selbst: „Mein Publikum verzeiht mir alles.

Juhnke wird heute Abend übrigens mit einer Hommage im Wintergarten geehrt, mit dabei sind nicht nur Ben Becker, Klaus Wowereit, Johannes Hallervorden und viele andere, sondern auch sein langjähriger Manager Peter Wolf. Nach einem Besuch am Friedhof erwischten wir ihn gestern am Telefon. „Leider wird der Platz nicht rechtzeitig fertig, die Mühlen in Berlin mahlen eben etwas langsamer“, sagte Wolf. Juhnke hätte das aber bestimmt nicht gestört: „Er sitzt auf einer Wolke und freut sich, da bin ich ganz sicher“, sagt Wolf. „Gerade an dieser Stelle, am Kurfürstendamm, wo wir oft gemeinsam langgelaufen sind, noch schnell eine Currywurst gegessen haben, wo gleich um die Ecke sein Friseur Udo Walz war.“ Ein kleines Stück Berlin – irgendwann.