Seltsame Ergebnisse in Spandau
Weitere Ungereimtheiten der Wahlen traten bei Nachzählungen auf: diesmal im Bezirk Spandau. Gravierend betroffen sind AfD und Linke. Aus dem Checkpoint. Von Lorenz Maroldt
Falls Sie sich an der Aufklärung der Wahlpannen beteiligen möchten: Der Innensenator sucht 18 bis 19 Leute für eine Kommission, die den Skurrilitäten vom 26.9. nachgeht.
Dabei dürfte der Blick auch auf ein irres Ergebnis in Spandau fallen: Hier holte die SPD im Wahlbezirk 05125 bei den Erststimmen satte 100 Prozent (obwohl, wie wir ja inzwischen wissen, an diesem Tag auch 150 Prozent drin gewesen wären). Und wie kam es dazu? Es wurde hier nur ein einziger gültiger Erstimmenzettel abgegeben (oder gefunden) – bei 419 Wählerinnen und Wählern, die eine Zweitstimme abgaben. So seltsam sind in echt nicht mal Spandauer.
Inzwischen korrigiert wurde hier auch das Ergebnis aus einem weiteren Wahlbezirk (05410) – die Linken hatten darum gebeten, weil ihnen 1,9 Prozent arg wenig erschienen. Und tatsächlich: Jetzt sind’s 7,9 Prozent. Für die AfD wurden dagegen zunächst 21,6 Prozent gemeldet – die Nachzählung ergab hier: ebenfalls 7,9 Prozent. Und wem das nun auch wieder seltsam vorkommt, braucht für seine Skepsis nicht mal eine Verschwörungstheorie – Misstrauen aus Erfahrung reicht völlig aus.