Freizügiger Umgang in der Gedenkstätte Hohenschönhausen
Heute sagt Ex-Gedenkstätten-Leiter Knabe vor dem Untersuchungsausschuss aus. Jetzt wird bekannt: Bei einem Ausflug mussten Mitarbeiterinnen den nackten Chef mit ansehen. Von Anke Myrrhe
Im Untersuchungsausschuss zu den Vorgängen in der Gedenkstätte Hohenschönhausen sagt heute deren früherer Leiter Hubertus Knabe aus. Im Kern geht es um die Frage, ob Knabe auf die Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen seinen damaligen Stellvertreter Helmuth Frauendorfer unzureichend reagiert hat, oder ob seine Entlassung ein politischer Deal zwischen Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) war – wofür es bislang keine Anzeichen gibt. Neue Anzeichen gibt es allerdings dafür, dass in der Gedenkstätte offenbar ein sehr freizügiger Umgang der Vorgesetzten herrschte. Einer vertraulichen Zeugenaussage zufolge, die dem Checkpoint vorliegt, soll sich Knabe bei einer Bootsfahrt im Anschluss an eine Klausurtagung am Wannsee im August 2018 – kurz vor seiner Entlassung – vor sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nackt ausgezogen haben, um ins Wasser zu springen. Er habe ganz vorne im Paddelboot gestanden, „aufgrund der Situation war es nicht möglich, sich dem zu entziehen“, heißt es in der Zeugenaussage. „Ein Handtuch als Sichtschutz benutzte er nicht.“ Zwei Plätze hinter ihm habe eine junge Volontärin gesessen.