Bundesregierung wusste seit Jahren um Bedarf an Schutzkleidung
Um sich selbst besser zu helfen, muss sich Berlin besser schützen. Doch in den Kliniken und Arztpraxen sind nach Aussage von Pflegekräften immer noch nicht genügend Schutzmasken vorhanden. Dabei wird der Ansturm an schwer erkrankten Patienten schon in den nächsten Wochen, spätestens im Mai erwartet. Doch in Berlin und Deutschland sind Schutzkleidungen knapp, weil offenbar zu spät und zu zaghaft bestellt worden ist und nun die ganze Welt an den zu wenigen Schutzkitteln zerrt. Bundes- und Landesregierung hätten jedenfalls schon mit dem Ausbruch und der rasanten Ausbreitung des Coronavirus in China wissen können, was auf sie zukommt. Denn für ihren „Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz“ ließ die Bundesregierung bereits 2012 vom Robert-Koch-Institut und mehreren Bundesbehörden eine Pandemie durch einen noch unbekannten „Virus Modi-SARS“ simulieren.
In dem Bericht (Drucksache 17/12051 des Bundestages) wird als Szenario „ein außergewöhnliches Seuchengeschehen“ beschrieben, „eine von Asien ausgehende, weltweite Verbreitung eines hypothetischen neuen Virus“. Weil in dem Szenario vor acht Jahren wie jetzt in der Realität keine Medikamente und noch kein Impfstoff vorhanden sind, empfehlen die Experten der Bundesregierung: „Neben Einhaltung von Hygienemaßnahmen können Schutzmaßnahmen in dem Sinne also ausschließlich durch Absonderung Erkrankter bzw. Ansteckungsverdächtiger, sowie den Einsatz von Schutzausrüstung wie Schutzmasken, Schutzbrillen und Handschuhen getroffen werden.“ Also genau das, was jetzt so schmerzlich fehlt. Niemand kann heute oder morgen sagen, das hätte man gestern noch nicht ahnen können.