Lehre auf Lebenszeit

Seit 2004 werden Lehrerinnen und Lehrer in Berlin nicht mehr verbeamtet, ein Alleinstellungsmerkmal der Bildungshauptstadt, das in Zeiten von Quereinsteigern und Lovls immer häufiger wieder auf den Stundenplan kommt (Wettbewerbsnachteil!). In einer Forsa-Umfrage hatten sich vergangene Woche fast 60 Prozent der Berliner für die Wiedereinführung der Lehre auf Lebenszeit ausgesprochen. Prompt reagiert SPD-Swen-Schulz heute in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel. Die sarrazinschen Sparzwänge gelten bekanntlich nicht mehr, mit einer Verbeamtung könne man 1) Lehrer wieder locken (gegen HH, BRB etc.) und 2.) sie dort hinschicken, wo man sie haben möchte.

Dass vor allem Letzteres ein Problem ist, wissen wir seit ein paar Monaten: Der Anteil der Quereinsteiger ist an Brennpunktschulen besonders hoch. Pädagogisches Paradoxon: Je mehr eine Schule in den Schlagzeilen ist (siehe Spreewaldgrundschule/Sonnengrundschule), desto weniger gutausgebildete Lehrer wollen dort arbeiten, wo es sie besonders bräuchte. Dieser Trend wird nun erneut belegt durch eine Bertelsmann-Studie, die heute veröffentlicht wird (alle Details ab 8 Uhr auf tagesspiegel.de). Kleine Vorschau zur Problemlösung der Profis: Sie empfehlen bessere materielle und personelle Ausstattung, die am höheren Bedarf orientiert ist. Von Verbeamtung ist keine Rede.