"Auf die Fresse"
Apropos Lebenszeit: Margarete Koppers darf die nun bekanntlich aussitzen als Generalstaatsanwältin (CP von gestern). Zur Ruhe kommt die Sache damit allerdings nicht. Von einem Eklat im Rechtsausschuss schreibt die "Morgenpost" heute. Dort sollte sich Justizsenator Behrendt wenige Stunden nach der Ernennung von Koppers gestern erklären: Warum ist gegen sie trotz Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in der Affäre um verseuchte Schießstände kein Disziplinarverfahren eingeleitet worden?
Anwesend waren auch zwei betroffene Polizeibeamte. „Was der da quatscht“, sagte der eine, als Behrendt redete, und etwas wie: „auf die Fresse“ hauen. Meinem Kollegen Alexander Fröhlich bestätigte er das: Er habe es zu seinem Kollegen, der schwer erkrankt ist, gesagt – wohl etwas zu laut –, aber niemanden gedroht. Behrendts Sprecher Brux hörte es, wertete die Worte als Bedrohung: Nach einem kurzen Wortgefecht kam der Objektschutz, laut Brux damit „die zwei Männer in Zivil dem Justizsenator im Parlament nicht auf die Fresse hauen“.
„Wie weit soll es noch kommen?“, fragte Brux später in einer Mail an meinen Kollegen. Das fragen wir uns auch. Denn einmalig ist wohl auch, dass Brux mindestens zwei Journalisten fragte, ob sie den Vorfall bestätigen können. Das können sie nicht. Brux führt auf Nachfrage aber eine Mitarbeiterin des Senats und einen Mitarbeiter der Linksfraktion als Zeugen an. Auch die Polizei meldete sich am Abend und entschuldigte sich via Twitter für einen Polizisten, der sich „aggressiv geäußert haben“ soll. Für solch ein Verhalten stehe die Polizei Berlin nicht, es werde über weitere Schritte entschieden. Vielleicht mit einem Disziplinarverfahren?