Ukrainerinnen und Ukrainer begrüßen Panzer-Schau in Berlin
Er wird an das erinnern, was Russland derzeit über Europa bringt: das Leid eines entfachten Krieges, auch für das eigene Land. Vor der russischen Botschaft in Berlin darf nun ein zerstörter Panzer der russischen Armee an den Krieg und auch den Widerstand der überfallenen Ukraine erinnern. Das Bezirksamt Mitte hatte das verhindern wollen – unter anderem mit dem Argument, ein solches Panzerwrack würde Flüchtlinge retraumatisieren. Wie Ukrainerinnen und Ukrainer in Berlin eigentlich darüber denken, zeigt unsere Tagesspiegel-Umfrage:
Elena Lazutkina, Künstlerin: „Es muss mehr Ausstellungen wie diese geben. Wir müssen die Russen hier in Berlin jeden Tag daran erinnern, was passiert, während sie schweigen. Ihre ‘russische Welt des 21. Jahrhunderts‘ bringt Tod, Zerstörung und Schmerz. Haben unsere Großeltern etwa dafür gekämpft, damals, gegen Nazi-Deutschland?“
Olga Rozskazova, Zivilgesellschafts-Aktivistin: „Leider hat sich die russische Propaganda in den Köpfen vieler Menschen festgesetzt. Deshalb ist es jetzt sehr wichtig, die Deutschen auf die Bedrohungen, denen auch ihr Land ausgesetzt ist, aufmerksam zu machen. Wenn Putin nicht gestoppt wird, wird er seine Aggressionen weiter in die Länder zunächst in Ost- und dann in Westeuropa lenken. Die Ereignisse in der Ukraine haben gezeigt, dass er vor nichts zurückschreckt.“
Marina Alexandrova, Grafikdesignerin: „Es gibt russische Panzer in der Mitte Berlins, vor dem sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten. Sie symbolisieren mittlerweile keinen Frieden mehr, sind kein Mahnmal mehr für die Opfer des Krieges, sondern symbolisieren Macht. Sie verherrlichen Russland und versammeln jedes Jahr Fans der russischen Pro-Kriegspolitik um sich. Russland begeht, begleitet von Fake News und Propaganda, Völkermorde, macht Tausende Menschen zu Flüchtlingen. Wie sollen wir Kindern noch erklären, dass russische Panzer für Frieden stehen?“