Nicht-barrierefreier Brücke: Konzern weigert sich Ticketkosten zu erstatten

Der Bahnsinn geht auch ohne Streik weiter. Und er macht leider vor Rollstuhlfahrern nicht halt. Wegen einer nicht-barrierefreien Fußgängerbrücke an einem Bahnübergang in Marienfelde hatte die Bezirkspolitik in Tempelhof-Schöneberg den Konzern aufgefordert, die Kosten für Kurzstreckentickets zur Umfahrung zu übernehmen. Zuvor war eine barrierefreie Querung wegen einer Baustelle geschlossen worden. Die beantragte Erstattung hat der Konzern nun abgelehnt, schreibt meine Kollegin Sigrid Kneist im „Leute“-Newsletter (kostenlose Bestellung hier). Die Begründung des Eisenbahnbundesamtes ist eine emotionale Betriebsstörung: „Grundsätzlich ist jeder Anwohnerin und jedem Anwohner und damit auch Menschen mit Behinderungen zuzumuten, die eigenen Wegebeziehungen eigenverantwortlich neu zu gestalten, wenn die bisher gewohnte Straßenverbindung nicht zur Verfügung steht.“ So leicht entgleist Mitgefühl.