„Warum denn nicht?“: Gegen diese Polit-Regel verstößt Berlins Regierender in New York

Bürgermeister Kai Wegner genießt seinen Ausflug in die Vereinigten Staaten sichtlich. Dabei vergisst er scheinbar auch, dass man sich als Politiker niemals etwas auf den Kopf setzen sollte. Von Anke Myrrhe

„Warum denn nicht?“: Gegen diese Polit-Regel verstößt Berlins Regierender in New York
Foto: Anke Myrrhe / Tagesspiegel

Wir bleiben noch kurz beim Regierenden und schalten in die USA! Checkpoint-Korrespondentin Anke Myrrhe berichtet:

Jetzt ist es vorbei mit der ungeteilten Aufmerksamkeit. Als die rund 60-köpfige Berliner Wirtschaftsdelegation am Dienstagmittag in den Zug nach Boston steigt, ist Franziska Giffey bereits im Anflug. Am frühen Morgen Deutscher Zeit hatte die Wirtschaftssenatorin ihr Kommen vorsichtshalber bei Instagram angekündigt, allerdings vergessen zu erwähnen, dass der Regierende Bürgermeister auch noch da ist. Man kennt und schätzt sich eben im Senat. Dabei ist es doch eigentlich perfekte Arbeitsteilung: Ein Teil der Delegation reist heute weiter mit Wegner nach Los Angeles, die andere Hälfte bleibt noch einen Tag mit Giffey in Boston.

Kai Wegner kann derweil scheinbar nichts aus der Ruhe bringen: Seine Rolle als Berlin-Botschafter in NYC hat er offensichtlich genossen, posierte für Selfies („Das passiert mir jetzt ständig, selbst an der Wursttheke“), informierte sich über Kooperationen der Unis mit privaten Geldgebern („In New York sieht man, was mit privatem Geld alles möglich ist“) und testete den E-Roller der Berliner Brüder Nicolaus und Caspar Nagel, die ihre Firma Pave Motors lieber im Brooklyn Navy Yard angesiedelt haben. Gut gelaunt ignorierte Wegner dabei auch Politikerregel Nr.1: Niemals Dinge auf den Kopf setzen. „Warum denn nicht?“, ruft er lachend. Deswegen. Es kommentiert Checkpoint-Gastautor Freddie Mercury: Don’t stop me now.