Werbung für Olympia: Wer zum „Berliner Abend“ in Paris reist – und wer’s bezahlt

In Paris soll nochmal Werbung für Berlin als gastgebendes Bundesland gemacht werden. Mit dabei eine bunte Mischung aus Politik und Wirtschaft. Wer trägt dabei die Reisekosten? Von Anke Myrrhe.

Werbung für Olympia: Wer zum „Berliner Abend“ in Paris reist – und wer’s bezahlt
Foto: dpa / Christophe Ena

Und nun zum Sport: Während in Paris gestern Abend die Para-Schwimmer die ersten Goldmedaillen für Deutschland holten (Tanja Scholz und Josia Topf), wird an den Biertischen der Nation darüber gestritten, ob eine Olympiabewerbung nun sinnvoll wäre oder nicht. Unter dem Eindruck der Mega-Show in Paris ist die Zurückhaltung eher noch größer geworden, denn: Es gibt nicht wenige, die es Berlin nicht zutrauen. Und vieles von dem, was die französische Hauptstadt in ihrer blitzsauberen historischen Kulisse gezeigt hat, würde hier schon an der unteren Denkmalschutzbehörde scheitern. Frank Ullrich, Olympiasieger im Biathlon und heute Vorsitzender des Sportausschusses im Bundestag allerdings sagt: An Berlin kommt man nicht vorbei bei einer deutschen Bewerbung, da braucht man gar nicht anzutreten. Und wir wissen ja: Dabeisein ist alles, das gilt auch für Olympiabewerbungen.

Richtig Werbung gemacht werden soll heute noch einmal beim „Berliner Abend“ in Paris. Die Veranstaltung mit rund 100 Gästen sei „unerlässlich“, teilte die Senatskanzlei auf CP-Anfrage mit, um „sich angemessen als potenzielle gastgebende Region beziehungsweise gastgebendes Bundesland in Paris zu präsentieren“. Mittendrin sind selbstverständlich Sportsenatorin Iris Spranger (nebst Anhang), Sportstaatssekretärin Franziska Becker, Vertreterinnen und Vertreter des Behindertensports, des Landessportbunds sowie eine bunte Mischung aus Politik, Wirtschaft sowie Vertreter des DOSB. „Aus datenschutzrechtlichen Gründen wird die Liste der eingeladenen Personen nicht veröffentlicht“, teilte die Senatskanzlei mit. Und die Denkmalschutzbehörde …. Ach, lassen wir das.

… und erinnern uns lieber daran, dass die beiden Abende bei Olympischen und Paralympischen Spielen 168.000 Euro kosten, plus Reisekosten: „Sofern Bedienstete des Landes Berlin (außer Senatsmitglieder) eingeladen sind, werden die Kosten von den jeweiligen Abteilungen, die für Dienstreisen zuständig sind, nach den Vorgaben des Bundesreisekostengesetzes abgerechnet.“ Und Paris ist bekanntlich immer eine Reise wert.