„Bitte“ und „danke“ sagen: Das rät ein Experte Berlinerinnen und Berlinern zum Weltnettigkeitstag

Anlässlich des Tags des Nettseins wurde die Berliner Schnauze mal analysiert. Denn die Hauptstädter sind keineswegs alle unfreundlich, sie tragen einfach ihre Herzen auf der Zunge. Von Ann-Kathrin Hipp und Christoph Papenhausen

„Bitte“ und „danke“ sagen: Das rät ein Experte Berlinerinnen und Berlinern zum Weltnettigkeitstag
Foto: IMAGO/Steinach

Wichtige Nachricht für die bundesdeutsche Grummel-Hauptstadt: Heute ist Weltnettigkeitstag! Dass „man Haare auf den Zähnen haben und mitunter etwas grob sein muß“, um sich in Berlin „über Wasser zu halten“ wusste schon Johann Wolfgang von Goethe (im Gespräch mit Eckermann am 04.12.1823). Business-Coach Stefan Athmann, der gut 200 Jahre später für die „Dehoga Berlin“ das Seminar „Freundlichkeit und Höflichkeit – ein Gewinn für das Unternehmen“ anbietet, teilt diese Diagnose allerdings nur bedingt.

Der „Berliner Charme“, auch „Berliner Schnauze“ genannt, sei eine Mischung aus „Direktheit und Weltoffenheit“ und arbeite mit Ironie und Sarkasmus, erklärt er auf Anfrage. Per se unfreundlich seien Berliner damit nicht. Insbesondere die Direktheit könne aber von Gästen oder Zugezogenen als Unfreundlichkeit aufgefasst werden. Deshalb empfiehlt Athmann Berlinerinnen und Berlinern, hin und wieder zu lächeln, „bitte“ und „danke“ zu sagen und etwas höflicher zueinander zu sein. Davon profitiere jeder: „Freundlichkeit erhöht auch die eigene Lebenszufriedenheit“, sagt Athmann. Sie schaffe eine „emotionale Resilienz“, stärke das Gemeinschaftsgefühl untereinander und verbessere den Zusammenhalt in der Stadt. Und jetzt Sie!