Immer eine neue Idee fürs ICC
Am Ende sind sich doch alle einig: Das ICC hat Potenzial! Vor allem das Potenzial, Berlins nächster BER zu werden. Tage seit der Nicht-Sanierung: 3883. (Warum das zufällig heute eine doppelte Schnapszahl ist, können wir uns auch nicht erklären.)
Folglich heißt es jetzt: „Berlin sucht den Super-Investor“ – Schade eigentlich, dass Dieter Bohlen sich gerade für höhere Regierungsaufgaben beworben hat (CP von Montag).
Dabei hat es an Ideen, was aus dem ICC werden soll, über die letzten zehn Jahre nun wirklich nicht gefehlt, kleiner Auszug:
Ein Atrium mit Wohnboxen und Gärten, Check-In-Terminal, (mit unterirdischer Bahn zum BER), Shopping-Center, Kulturort, Landesbibliothek, Hotel … Zuletzt wollten Architekten das Gebäude mit einer transparenten „Klimahülle“ ummanteln und so in ein Gewächshaus verwandeln.
Impfzentrum, Kunstausstellung, Flüchtlingsunterkunft – das waren alles kurze Episoden, doch nur der einst Regierende Bürgermeister Michael Müller hatte die wirklich revolutionäre Idee: Man könnte das ICC doch als Kongresszentrum nutzen.
Halleluja! Franziska Giffey („Jetzt geht’s los!“) wies am Montag darauf hin, dass die bisherigen Pläne immer nur eine Legislatur überdauert hätten, „danach fing die nächste Regierung wieder von vorne an“. Die kritische Nachfrage, ob sie denn mal nachgesehen habe, wer die letzte Regierung angeführt hat (nachzuhören hier), konterte ihr Sprecher Matthias Kuder am Nachmittag: Das sei alles von Giffey und ihrem damaligen Wirtschaftssenator Stephan Schwarz seit 2022 akribisch vorbereitet und nun von Giffey mit in die nächste Regierung mitgenommen worden, inkl. Schadstoffkataster, Machbarkeitsstudie, Senats- und AGH-Beschlüssen. „Ich sag‘ Ihnen: Sommer 2026 steht das Gesamtkonzept“, versprach Kuder. Wir nennen es mal liebevoll: Konzept-Kunst (und wetten dagegen!).