Eltern fordern zentrale Platzvergabe für Berliner Schulen

Weil es in Pankow zu wenig Schulen gibt, werden bis zu 300 Oberschüler jedes Jahr in anderen Bezirken eingeschult. Ein Elfjähriger mit Asthma darf trotzdem hoffen. Von Anke Myrrhe

Eltern fordern zentrale Platzvergabe für Berliner Schulen
Eltern und Kinder fiebern dem ersten Schultag bereits entgegen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Um die Schulplatzvergabe solle sich allerdings lieber zentral gekümmert werden, fordern die Elternsprecher, zumindest sollte es eine digitale Tauschplatzbörse mit Fokus auf Wohnortnähe geben. Dann müssten vielleicht 11-Jährige mit Asthma nicht 50 Minuten von Pankow nach Charlottenburg reisen (CP von gestern). Bezirksstadtrat Thorsten Kühne (CDU) allerdings widerspricht der Darstellung der Mutter, der Härtefall-Antrag sei nicht geprüft worden. „Jeder eingegangene Antrag wird von den Kolleg:innen im Schul- und Sportamt Pankow geprüft“, sagt Kühne. Ein besonderer Härtefall liege vor, wenn durch besondere familiäre oder soziale Situationen, außergewöhnliche, bei Weitem überschreitende Belastungen entstehen würden oder entstanden sind, die den Besuch einer anderen als der gewünschten Schule im jeweiligen Einzelfall unzumutbar erscheinen lassen. „Dies ist im Fall des Schülers nach gängiger Rechtsprechung nicht gegeben.“ Über den Widerspruch sei noch nicht entschieden, sagt Kühne – und macht Hoffnung: „Jedes Schuljahr bearbeiten wir mehrere Hunderte Widersprüche.“ Meist mit positivem Ergebnis, weil bis zum ersten Schultag noch „Fluktuationen“ stattfänden: Wegzüge, Plätze an freien Schulen, etc. „Im Fazit erhalten über 90 Prozent der Pankower Schüler:innen eine ihrer Wunschschulen. Und ca. 95 Prozent zumindest eine Pankower Schule.“

Über das eigentliche Problem aber will Kühne nicht hinwegtäuschen: Es gibt zu wenige Schulen in seinem Bezirk. Jedes Jahr würden 200 bis 300 Oberschüler:innen in anderen Bezirken eingeschult. Für das kommende Schuljahr seien beispielsweise 15 Plätze in Wannsee vorgesehen. Pack die Badehose ein.