70er-Jahre-Mode
Jetzt aber zu den neuesten Trends:Frisch vom Campingplatz komme ich hier gerade ins Homeoffice geschlumpst und erfahre vom modischen Missfallen meiner künftigen Regierenden Bürgermeisterin (CP von gestern). Doch den Schuh zieh ich mir jetzt gar nicht erst an, sondern lasse lieber Uwe Szelag sprechen, ehemaliger Baustadtrat in Wilmersdorf: „Ich fühle mich an den Anfang der 70er Jahre zurückversetzt“, schreibt uns Szelag. „Als frisch gewählter Bezirksverordneter in Wilmersdorf erschien ich in meiner neuen Jeans und einem weißen Hemd, allerdings ohne Krawatte und Jackett (es war ein warmer Maitag).“
Bei der CDU und der SPD, „komplett im schwarzen Anzug mit Krawatte“ erschienen, habe das „starke Entrüstung“ ausgelöst: Ihm und den anderen vier Mitgliedern der Fraktion der Alternativen Liste (Vorgängerin der Grünen) sei vorgeworfen worden, „wir würden mit der schmuddeligen Alltagskleidung den Respekt vor dem Wähler nicht bezeugen. Im Ältestenrat erhielten wir später eine kollektive Rüge und die Androhung, bei Wiederholung gegebenenfalls von den Sitzungen ausgeschlossen zu werden.“ Giffeys Äußerungen, schreibt Szelag, beleuchteten eine politische Einstellung, „die wohl insgesamt dem alten Westberliner Gedankengut entliehen ist!“ Oder, wie Giffey sagen würde: Ordnung muss eben sein.
Da wir bald von Stilikone Olaf Scholz regiert werden, kann ohnehin nichts mehr schiefgehen. (Weitere Modetipps gibt’s im Comic, aber nur für stilbewusste Abonnentinnen.)
Und was meinen Sie? Sollten Politiker mehr auf ihr Äußeres achten?