Bodo Ramelow doch noch zum Ministerpräsidenten in Thüringen gewählt
Schlimmeres blüht uns heute nicht, zumindest nicht aus der Blumenstadt Erfurt. Nach vier welken Wochen für die deutsche Politik, deren Mitte sich mit der ersten Wahl eines Ministerpräsidenten mit AfD-Stimmen im Südosten weit nach rechtsaußen verschoben hatte, gibt es mit dem Linken Bodo Ramelow nun doch wieder einen Länderchef mit einem guten Händchen für die Demokratie – zumindest gab er AfD-Biedermann Björn Höcke nach seiner Wahl nicht die Hand. Und Blumen wurden diesmal auch nicht im Landtag geworfen.
Damit auch in Zukunft alle Sträuße demokratisch ausgefochten werden, muss das ganze Land aus dem Desaster dauerhafte Lehren ziehen: eine deutliche Abgrenzung der demokratischen Parteien nach rechts. Politische Flexibilität in unübersichtlichen Zeiten. Und klare Kommunikation, was die Menschen erwarten können und was nicht. Das dürfen wir alle erwarten, erst recht in der noch lange zerklüfteten Landschaft der ostdeutschen Politik (mein Leitartikel dazu hier). Auch Demokratie muss ständig gegossen werden.