wer ist schneller: die Viren oder wir? Um die rasche Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, wird nach Checkpoint-Informationen in Wissenschaftskreisen und internationalen Tech-Unternehmen eine außergewöhnliche Maßnahme diskutiert: Anstatt zu versuchen, die Kontaktpersonen von Infizierten durch zeitintensive und am Ende trotzdem ungenaue persönliche Abfragen herauszubekommen, könnte ein Abgleich von Bewegungsdaten etwa eines Handys den Ausbreitungsfaktor drastisch senken – von 3 auf unter 1. Auf diese Weise soll ein befürchteter Kollaps des Gesundheitssystems vermieden werden. Solche Ortsdaten werden zum Beispiel von Apple und Google minutenweise sehr genau für mehrere Wochen gespeichert; auch die Telekom verfügt über Möglichkeiten, Kontaktpersonen per Datenabgleich zu ermitteln. Diese könnten dann direkt kontaktiert werden, um die Infektionskette zu unterbrechen.
In Berlin und anderen Bundesländern übermitteln die Gesundheitsämter die Namen möglicher Kontaktpersonen zum Teil noch per Fax. Sie sind zudem auf die Erinnerung der Infizierten und die Kenntnis der Namen möglicher Kontaktpersonen angewiesen, was bei vielen täglichen Begegnungen im öffentlichen Raum nahezu unmöglich ist. Die Corona-Krise wird unter Wissenschaftlern als gefährlicher Ausnahmefall angesehen, bei dem es entscheidend darauf ankommt, die Verbreitung zu verlangsamen. Nur so könne man genügend Zeit für alle anfallenden Behandlungen gewinnen, die für manche Patienten überlebenswichtig sind.
Das Virus der Angst breitet sich in Berlin bereits zügig aus – vor allem aus Sorge, dass die Gesundheitsbehörden es doch nicht schaffen, den wahren Virus strukturiert zu behandeln. Ganz unberechtigt ist sie nicht: Bei den Hausärzten werden Schutzmasken so knapp wie das Klopapier im Supermarkt – auch das Klinikpersonal für neue Corona-Ambulanzen reicht nicht aus. Im Gesundheitsamt Lichtenberg sucht man weiterhin eine Amtsärztin für Infektionsschutz; die letzte flüchtete aus Angst vor der neuen Lage. Währenddessen bleibt die private Berlin Metropolitan School heute den dritten Tag in Folge geschlossen, weil der Verdachtsfall eines Vaters immer noch nicht geklärt werden konnte. „Was soll erst passieren, wenn wir eine richtige Epidemie haben?“, klagte eine Mutter am Mittwochabend am Checkpoint-Telefon.
Einen Liveblog zu allen Entwicklungen in Berlin finden Sie hier; eine interaktive Livekarte zur weltweiten Ausbreitung des Virus hier. Und falls Sie bei sich Symptome feststellen und dann nicht wissen sollten, wen sie besser anrufen und wen sie lieber nicht kontaktieren sollen, dann lesen Sie bitte diesen Servicetext hier. Für Hygiene kann und muss – nicht nur in diesen Tagen – jeder selbst sorgen. Immerhin, in der weiterhin unterirdisch überfüllten U-Bahn husten die Menschen jetzt vorbildlich in die Armbeuge – nur nicht immer in die eigene. Und jeden Morgen singen wir gemeinsam 20 Sekunden lang das gleiche Lied: Wasch die Finger wegen Corona!
Schlimmeres blüht uns heute nicht, zumindest nicht aus der Blumenstadt Erfurt. Nach vier welken Wochen für die deutsche Politik, deren Mitte sich mit der ersten Wahl eines Ministerpräsidenten mit AfD-Stimmen im Südosten weit nach rechtsaußen verschoben hatte, gibt es mit dem Linken Bodo Ramelow nun doch wieder einen Länderchef mit einem guten Händchen für die Demokratie – zumindest gab er AfD-Biedermann Björn Höcke nach seiner Wahl nicht die Hand. Und Blumen wurden diesmal auch nicht im Landtag geworfen.
Damit auch in Zukunft alle Sträuße demokratisch ausgefochten werden, muss das ganze Land aus dem Desaster dauerhafte Lehren ziehen: eine deutliche Abgrenzung der demokratischen Parteien nach rechts. Politische Flexibilität in unübersichtlichen Zeiten. Und klare Kommunikation, was die Menschen erwarten können und was nicht. Das dürfen wir alle erwarten, erst recht in der noch lange zerklüfteten Landschaft der ostdeutschen Politik (mein Leitartikel dazu hier). Auch Demokratie muss ständig gegossen werden.
Übrigens, manchen schwerwiegenden Parteitagsbeschluss könnte es verwässern, wenn im Osten trotz schwieriger Mehrheiten etwas zu verbessern ist. Die CDU wird es wohl auf Dauer schwer durchhalten, gar nichts mit der nach der Wende gewandelten, wenn auch nicht komplett verwandelten Linken zu gestalten. Oder sollte sie, wie auch der neue Ostbeauftragte Marco Wanderwitz fordert (Interview hier), bloß gar keine Kompromisse machen? Machen Sie mit bei unserer Checkpoint-Umfrage – und stimmen Sie ab links und rechts der Mitte! Damit Deutschland gemeinsam besser seine Mitte findet.

Und damit sind wir im Radumdrehen bei den Hamstern, die schon immer Vorräte in ihrem Bau sammeln wie jetzt die Menschen Nudeln im Quarantäne-Keller. Falls Sie auch zu Pandemie-Panik neigen, beachten Sie bitte: Beim Hamsterkauf zählen Alter, Pflegeleichtigkeit und Kuschelfaktor der Tiere. Nach Checkpoint-Recherchen am Hamsterrad ergibt sich folgendes Nagebild: Der Chinesische Streifenhamster kann zwar bis zu vier Jahre alt werden, neigt aber zu Diabetes. Der Roborowski-Zwerghamster ist nicht so anfällig, dafür aber bloß ein scheues „Beobachtungstier“ (via hamsterbacken.de). Der Syrische Goldhamster lebt bloß zwei Jahre, ist aber pflegeleicht und wird deshalb von Kindern meist fürsorglich beerdigt. Die beste Wahl ist womöglich der Dsungarische Zwerghamster: ein geduldiges und zugewandtes Tierchen, dass sich sogar den Pläsierchen des Menschen anpassen soll. Das heißt in diesen Zeiten: Er hamstert. Und bohnert nicht.
Entschuldigen Sie, ist das der Sonderzug zum Funkturm? Ich muss mal eben da hin, mal eben nach West-Berlin. So summen es in dieser Woche S-Bahn-Fahrer, die nahezu leere Waggons zum Messegelände fahren. Hier sollte eigentlich jetzt die Internationale Tourismus-Börse stattfinden, die wegen in aller Welt herumfliegenden Viren abgesagt wurde. Die Sonderzüge abzubestellen, hat man allerdings verpasst, wie Fahrer Christian M. gestern genervt twitterte (Beweisfoto hier). Doch so schnell kann die Bahn ihre Weichen nicht umstellen: Die Dienstpläne brauchen nach Angaben aus Bahnkreisen mindestens fünf bis sieben Tage Vorfahrzeit, ebenso Eintragungen in die elektronischen Fahrpläne. Anstatt also ein paar Wagen auf den überlasteten Ring rüberzuschieben oder die Fahrer ein paar Überstunden abschieben zu lassen, bummeln die Bahnen in voller Leere zur Messe ohne Messe. Als Internationale Touristen-Attraktion.
Anzeige
Die Armbrust – Schrecken und Schönheit
Noch bis zum 8. März zeigt das Deutsche Historische Museum in einer einzigartigen Präsentation seine bedeutende Armbrustsammlung. Zu sehen sind Jagd- und Schützenwaffen aus dem 15. bis 20. Jahrhundert, darunter wertvolle Objekte wie die Maximiliansarmbrust aus dem Besitz von Kaiser Maximilian I.
www.dhm.de
Damit steigen wir um: hinab in den Untergrund. Hier hat mein Kollege Jörn Hasselmann exklusiv recherchiert, wie teuer die Verlängerung mehrerer U-Bahn-Strecken wäre und wie viele zusätzliche Fahrgäste sie täglich bringen würde. Hier die würzigen Zahlen in Kürze:
U3 – Verlängerung von Krumme Lanke bis S-Bahnhof Mexikoplatz: 40 Millionen Euro für 7000 neue Fahrgäste.
U6 – Verlängerung von Alt-Tegel zum Tegeler Flugfeld: 150 Millionen Euro für 8000 Fahrgäste.
U7 – Verlängerung von Rudow zum BER: 700 Millionen Euro für 38.000 Fahrgäste.
U8 – Verlängerung von Wittenau ins Märkische Viertel: 111 Millionen (bei einer Station) oder 210 Millionen Euro (bei zwei Stationen) für 12.000 Fahrgäste.
U9 – Verlängerung von Osloer Straße nach Pankow Kirche: 300 Millionen Euro für 40.000 Fahrgäste.
Die Endabrechnung am Endbahnhof ergibt: U-Bahnen können sich lohnen, wenn sie Lücken zu anderen Netzen schließen. Das ist im Nordwesten, wo sich selbst die grüne Wirtschaftssenatorin Ramona Pop inzwischen für die lange versprochene Linie ins Märkische Viertel erwärmt (die zuständige Verkehrssenatorin Regine Günther aber nicht), nicht so der Fall wie im Nordosten. Das täglich im Stau stehende Pankow (inklusive der darin eingeklemmten Straßenbahnen) könnte mit vergleichsweise wenig Aufwand vergleichsweise viele Menschen zum Umsteigen bewegen. Wenn die Verkehrssenatorin ihre ausgerufene Verkehrswende auch mal im Untergrund vorantreiben würde.
Dass in Schulen nur noch gesammelte Werke gestammelt werden, anstatt mit noch nicht zu Papier verarbeitetem Holz zu werkeln, stört die Berliner FDP. Sie möchte den aus der DDR bekannten Werkunterricht (zum Glück nicht den Wehrunterricht) wieder in die Stundenpläne reinhauen. „Wir wollen, dass Kinder lernen, mit Materialien wie Holz zu arbeiten“, sagt die Abgeordnete Maren Jasper-Winter auf Checkpoint-Nachfrage. In einem Fraktionspapier heißt es dazu etwas hölzern: „Es ist an der Zeit, dass wir in Berlin nicht mehr nur von mehr Wertschätzung für die berufliche Bildung sprechen, sondern die Rahmenbedingungen ändern, um mehr Menschen für die Ausbildung zu gewinnen.“ Und zu was könnten die werkelnden Schüler ausgebildet werden? Zum Beispiel zu Werklehrern, die am Ende des Schuljahres gekonnt Noten fällen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
So, kurzer Sprung zur Alten Tante Amerika: Hier wird wohl bei der nächsten Wahl der Demokrat Joe Biden, 77, den Twitter-Präsidenten Donald Trump, 73, herausfordern (mehr Infos in unserem neuen USA-Newsletter; kostenlose Bestellung hier). Der als kommunistisch geltende Sozialdemokrat Bernie Sanders und der als sozial geltend wollende Milliardär Michael Bloomberg, beide schon 78, sind leider zu alt.
Bei der Berlinale arbeiteten sie noch aus vollen Rohren. Doch nun ist am Potsdamer Platz auch bei den Leitungen pumpe. Die kilometerlangen rosanen Baustellenröhren, heimliches Wahrzeichen des unheimlichen Berliner Zentrums, werden abgebaut, weil nebenan am Leipziger Platz das letzte Haus aufgebaut ist. Auch für Wasser braucht es eben immer einen Grund.
Anzeige
Frühjahrsauftakt 2020: 10% Frühjahrsrabatt
Zum siebten Mal in Folge freuen wir uns, Sie und Ihre Familie zum großen Frühjahrsauftakt einladen zu dürfen. Am 28. März 2020 von 8 bis 18 Uhr erwartet Sie in allen drei Niederlassungen ein Blumenpräsent für die ersten 1500 Besucher und tolle Highlights bei Party, Gewinnspiel und Produkten. Holz Possling
Gute Nachricht von der Berliner Polizei: Sie klingelte auf Wunsch unserer Leserin Barbara Haupt, die im nordrhein-westfälischen Hilden wohnt, bei einer ihr bekannten älteren Dame in Berlin-Schöneberg. Beide Frauen pflegten regelmäßig Kontakt, zuletzt hatte die dement werdende ältere Frau aus Berlin immer wieder in Hilden angerufen – die letzten drei Tage aber nicht mehr. Die nahe Kirchengemeinde interessierte der Fall nicht so sehr wie die Beamten des Polizeiabschnitts 41. Sie schauten nach der Frau und riefen in Hilden zurück: Es geht ihr gut. Und damit anderen auch.
Schlechte Nachricht von der Polizei: Eine Spaziergängerin hat am Mittwochmorgen eine Leiche im Volkspark Humboldthain gefunden; es handelt sich um einen 44-jährigen Mann. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus.
Bloß keine halben Sachen machen will Sabine Kunst an der Humboldt-Universität. Die weiterhin an Strukturreformen doktornde Professorin will für eine zweite Amtszeit als Präsidentin antreten. „Es ist nicht meine Art, ein Werk halb abzugeben“, sagt Kunst, die auch einen Campus am Naturkundemuseum plant. Damit Forschung ganzheitlich wird.
Die Straße halbiert wird demnächst womöglich auf der Oberbaumbrücke. Um die absackende Kreuzberger Hochbahn zu sanieren und dabei die Ersatzbusse nicht im Stau versacken zu lassen, wird bei Planern die Einrichtung einer einjährigen Einbahnstraße für Autos diskutiert (via „Berliner Zeitung“). So könnten die baulichen Brückentage bis April 2021 überbrückt werden. Die Einzelspur ginge übrigens in Richtung Westen. Aus Ostengründen.
Anderthalb Halbzeiten führte gestern der 1. FC Union in Leverkusen, um ins Halbfinale des DFB-Pokals einzuziehen. Dann aber verloren die Kicker aus Köpenick einen ganzen Spieler nach Platzverweis und danach das gesamte Spiel noch 1:3. Berlin steht damit wieder nur mit dem Olympiastadion im Finale. Wenigstens damit gewinnen wir das ganze Land.
Ach, und das auch noch: Der weltweite Start des neuen James-Bond-Films wird wohl wegen des Coronavirus auf November verschoben. Sein Titel: „Keine Zeit zu sterben“.
Dazu passt ein Blick ins Kinoprogramm nach der Berlinale, gesehen an der Brotfabrik in Weißensee:
18:00 Alkohol.
20:00 Die Wütenden.
Da sind wohl einige ziemlich von der Rolle.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Literatur ist für mich die geglückte Verbindung von Inhalt und Form, wozu an erster Stelle die Sprache gehört.“
Schriftstellerin Thea Dorn, neue Gastgeberin im „Literarischen Quartett“.
Tweet des Tages
‚Mein Mann ist jetzt bei eBay.‘ – ‚Ach, für den kriegste doch nichts mehr.‘
Stadtleben
Essen – Die kleinste Ausstellung Berlins finden Sie in der Rekorder Galerie am Chamissoplatz 4 in Kreuzberg. Oder die längste, je nach dem, wie man es betrachtet, denn gezeigt wird immer nur ein Bild, allerdings bezieht sich eins aufs nächste, so dass die Bezüge erst auf die longue durée erkennbar sind. Das eine Werk hängt zentral und massiv gerahmt an der Wand gegenüber vom Eingang und dominiert den Raum, ohne aufdringlich zu sein, denn neben der zeitgenössischen Kunst brilliert hier noch etwas anderes: das Essen. Unter der Woche ziehen französisch inspirierte Köstlichkeiten in die durchkomponierten Räumlichkeiten, sonnabends (11-21 Uhr) wird das Café zudem eine Seafood Bar. Statt Sandwiches mit Brie de Meaux und Feigenmarmelade (6,50 Euro) kredenzt der Fish Klub dann Austern, „wilde Garnelen“ und geräucherter Schellfisch in Tapasgröße (8-12 Euro). Nicht zu vergessen die schöne Auswahl an Crémant, Champagner und Naturweinen, und sogar ein französisches Bio-Bier steht auf der Karte. U-Bhf Platz der Luftbrücke, Mi-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-21.30 Uhr
Berlinbesuch in eine ehemalige Gangsterkneipe an den östlichen Stadtrand schicken: ImGründerzeitmuseum Mahlsdorf befindet sich eine Berliner Institution, die bis in die 1960er Jahre hinein Gangstern, Schauspielern, Schwulen und Lesben eine beliebter Treffpunkt war: die Mulackritze. Der Sammelleidenschaft Charlotte von Mahlsdorf ist es zu verdanken, dass sich die Einrichtung dieser nicht unbedeutenden Kneipe – samt „Hurenstube“ – bis heute konserviert hat. Am 18. und 22. März wird hier übrigens der Dokumentarfilm „Sonntagskind“ über die Museumsgründerin gezeigt (jeweils 18 Uhr, Anmeldung erbeten). Zu finden am Hultschiner Damm 333 (S-Bhf Mahlsdorf), geöffnet Mi-So 10-18 Uhr, Eintritt: 4,50 Euro
Geschenk – Es wird viel geredet über sie. Über ihre Rechte. Über Empowerment. ÜberGleichberechtigung und Quote. Die Zusammenhänge, in denen über Frauengeredet und verhandelt werden, sind oft geprägt von Topoi der Unterdrückung und Ungleichheit. Einen umfassenderen Blick auf Frausein zeigt der Film „Woman“ von Anastasia Mikova und Yann Arthus-Bertrand. Das dazugehörige Buch erzählt anhand von Bildern und Geschichten weibliche Lebens- und Sichtweisen aus der ganzen Welt (Knesebeck, 224 Seiten, 30 Euro). Zur Erweiterung der Perspektive(n) wir verlosen ein Exemplar unter checkpoint@tagesspiegel.de.
Apropos weibliche Sichtweisen: Mehr davon zeigt die Feminist Film Week, die heute beginnt.
Noch hingehen – Finale zum Internationalen Frauentag: Noch bis Sonntag zeigt die Ausstellung „Kampf um Sichtbarkeit – Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919“ Werke von Malerinnen und Bildhauerinnen, die es vor mehr als 100 Jahren trotz aller Widrigkeiten in die Öffentlichkeit schafften.Di-So 10-18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr, Eintritt: 10 Euro
Last-Minute-Tickets – Heute erstmals im HKW: On Music. Mit dem neuen monatlichen Format will Detlef Diederichsen vom Haus der Kulturen der Welt dem hiesigen Diskurs über Musik neue Impulse geben. Nachdem drei der führenden deutschsprachigen Popmusik-Magazine (Spex, Groove, Juice) ihre Printausgabe einstellten, soll die „Analyse und Kritik von Musik“ on stage mit „Live-Worten, Live-Musik und Film-Screenings“ fortgesetzt werden. Los geht es um 19.30 Uhr unter anderem mit Musik- und Kulturjournalistin Theresa Beyer, die über den Neustart der Musik-Online-Plattform „Norient Space“ berichtet. Karten für diesen Auftakt unter dem Motto „Life after Music Magazines“ kosten 8 Euro.
Korrektur – Die Kinopremiere von „Für Sama“ war einen Tag zu spät im Checkpoint angekündigt. Kleiner Trost: Der oscarnominierte Film, den eine Mutter aus Aleppo für ihre Tochter über das Aufwachsen im Kriegsgebiet gedreht hat, läuft ab heute im Kino (u. a. im Delphi Lux, Filmtheater am Friedrichshain, Kino in der Kulturbrauerei).
Karten sichern für die konzertante Premiere von Jules Massenets „Thaïs“ an der Deutschen Oper am 8. April. Die extrem anspruchsvollen Titelpartien der Geschichte um die ägyptische Hetäre, die die asketischen Ideale des Mönches Athanaël auf die Probe stellt, bestreitet Nicole Car. Karten ab 24 Euro gibt es hier, eine weitere Aufführung am 12. April.
Karten gewinnen – Podcasts, Podcasts, Podcasts. Alle hören Podcasts. 25 Millionen Menschen allein in Deutschland (angeblich). Wer macht sowas?Morgen Abend lassen sich die Macher von podcast.eins (eine Gruppe „leidenschaftlicher Radiomenschen“) im BKA mal in die Karten, oder besser hinters Mikro, schauen. Unter anderem dabei: #100malMusiklegenden, #Traumlochzeit und #LogenPlatz. Karten kosten 20 Euro an der Abendkasse – wir verlosen 2x2 Freikarten (bis 12 Uhr).
Das Stadtleben heute von: Stefanie Golla.
Berlin heute
Anzeige
Frühjahrsauftakt 2020: 10% Frühjahrsrabatt
Zum siebten Mal in Folge freuen wir uns, Sie und Ihre Familie zum großen Frühjahrsauftakt einladen zu dürfen. Am 28. März 2020 von 8 bis 18 Uhr erwartet Sie in allen drei Niederlassungen ein Blumenpräsent für die ersten 1500 Besucher und tolle Highlights bei Party, Gewinnspiel und Produkten. Holz Possling
Verkehr – Potsdamer Brücke (Tiergarten): Aufgrund eines Wasserrohrbruches kommt es an der Potsdamer Brücke bis voraussichtlich Mitte April zu verschiedenen Einschränkungen. Vom Schöneberger Ufer kommend in Richtung Park am Karlsbad ist das Linksabbiegen auf die Brücke nicht möglich. Auf der Potsdamer Straße vom Potsdamer Platz kommend ist ebenfalls kein Linksabbiegen möglich. In Richtung Potsdamer Platz ist ein Fahrstreifen gesperrt und das Linksabbiegen in das Reichpietschufer nicht möglich. Der Verkehr vom Reichpietschufer wird auf die Potsdamer Straße in Richtung Potsdamer Platz umgeleitet.
Pankow-Zubringer (A114): Auf der Abfahrt Bucher Straße in Richtung Dreieck Pankow ist bis Mitte April nur ein Fahrstreifen befahrbar.
Langhansstraße (Weißensee): Wegen Leitungsbauarbeiten ist die Fahrbahn zwischen Heinersdorfer Straße und Prenzlauer Promenade bis voraussichtlich Ende April verengt.
Anhalter Bahnhof (Kreuzberg): Im Bereich Möckernstraße, Hallesches Ufer, Schöneberger Straße und Stresemannstraße kann es ab Mittag wegen zwei Shows von Holiday on Ice im Tempodrom zu Verkehrseinschränkungen kommen.
Mercedes-Benz-Arena (Friedrichshain): Im Bereich Mühlenstraße, Warschauer Straße, Oberbaumbrücke und Stralauer Allee kann es aufgrund des André-Rieu-Konzertes (Beginn 20 Uhr) zu Staus kommen.
Columbiahalle (Tempelhof, Kreuzberg): Auf dem Columbiadamm zwischen Platz der Luftbrücke und Golßener Straße wird um 20 Uhr aufgrund einer Show von Faiisal Kawusi ein hohes Verkehrsaufkommen erwartet.
Südlicher Stadtring (A100): Von 21-5 Uhr ist der Tunnel im Ortsteil Britz zwischen Buschkrugallee und Gradestraße in Richtung Wedding gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.
S-Bahn: Die S8 fährt heute von 22:00-1:30 Uhr nicht zwischen Treptower Park und Ostkreuz, die Umfahrung ist mit der Ringbahn möglich. Auch die S9 verkehrt im selben Zeitraum nicht wie gewohnt zwischen Treptower Park und Spandau. Hier kann zwischen Treptower Park und Ostkreuz auf die Ringbahn und zwischen Ostkreuz und Spandau auf die S3 ausgewichen werden. Außerdem ist in der Zeit von 22:00-1:30 Uhr die S45 zwischen Flughafen Schönefeld und Schöneweide eingestellt. Alternativ verkehrt die S9. Zuletzt fährt von 22:00-1:30 Uhr die S46 zwischen Tempelhof und Südkreuz nicht, die Alternative ist auch hier die Ringbahn.
Demonstration – Die Exiliranische Gesellschaft ruft von 13-17 Uhr zu einer Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit den Bürgerprotesten im Iran und Forderung zur Bekämpfung des Coronavirus im Iran“ auf. Die Veranstaltung findet am Pariser Platz statt (U-Bhf Branenburger Tor), es sind 75 Teilnehmer angemeldet. Von 15:30-17 Uhr fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bezirk Treptow-Köpenick bei einer Kundgebung „die Campuslösung für die Sophie-Brahe-Gemeinschaftsschule“. Angemeldet sind 150 Teilnehmer, getroffen wird sich vor dem Rathaus Treptow in der Neuen Krugallee 4 (S-Bhf Plänterwald).
Gericht – Eine 49-jährige Erzieherin, die in einer Kita in sieben Fällen gegenüber Kindern gewalttätig geworden sein soll, muss sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, Nötigung und Freiheitsberaubung verantworten (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 105). Und ein langjähriger Mitarbeiter der SPD-Landeszentrale, der Gelder in Höhe von 30 000 Euro veruntreut haben soll, kommt auf die Anklagebank. Der 50-Jährige habe dienstliche Kreditkarten für private Anschaffungen genutzt (12.15 Uhr, Kriminalgericht, Saal 371).
Universität – Mit einem Get-together leitet die TU heute Abend im Freiraum in der Box das Symposium Rethinking Hospitals ein, das sich mit der Zukunft des Bauens im Gesundheitswesen beschäftigt. Die Veranstaltung ist kostenpflichtig und eine Anmeldung erforderlich. Beginn 18 Uhr, Boxhagener Straße 96, U-Bhf Samariterstraße.
Anzeige
"Berlin heute" präsentierte Ihnen Holz Possling
Berliner Gesellschaft
Geburtstage - Eugen Bauder (34), Schauspieler / Katalin Gennburg (36), für Die Linke im AGH / Nebojsa Pekas, „Alles Liebe zu deinem 60. Geburtstag. Ich wünsche mir noch viel gemeinsame Zeit mit dir, dein Torsten“ / Thomas Hermanns (57), Komiker / Heidi Knake-Werner (77), ehem. Linken-Gesundheitssenatorin (2002 - 2009) / Barbara Schöneberger (46), Moderatorin / Jutta Wunderlich (58), Festivalproduzentin, Uranium Film Festival Berlin / Volker Krumrick „Dem frisch gebackenen Opa alles Gute zum Jubeltag und der ganzen Familie Glückwunsch zur Vergrößerung“ / Claus Köhler (92), deutscher Volkswirt
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben –Freimut Duve, * 26.11.1936, Publizist und SPD-Politiker / Marlene Rieger, * 1927, „Lange musste sie ohne ihre Eltern leben. Dann der Krieg und dann ein neues Leben.“ Ein Nachruf von Tatjana Wulfert / Christoph von Stuckrad, * 15. Februar 1957 / Robert Suckale, * 30. Oktober 1943, Kunstgeschichtsprofessor an der TU
Stolperstein – Moritz Rosenthal (Jhg. 1883) kam um 1900 aus Polen nach Berlin und eröffnete in Mitte eine Wäschefabrik in der Stralauer Straße 42-45. Er engagierte sich als Stadtverordneter, ehrenamtlicher Handelsrichter und ab 1933 sogar als unbesoldeter Stadtrat vom Kreuzberg. Vor dem Hitler-Regime floh er 1936 mit einem Teil seiner Familie in die Niederlande, wo sie 1943 verhaftet und am 5. März 1944 – heute vor 76 Jahren – über das Ghetto Theresienstadt nach Ausschwitz deportiert wurden. Am 7. Juli 1944 wurde Moritz Rosenthal dort ermordet, nur seine Tochter Gabriele überlebte das Lager.
Encore
So, bevor Sie sich wieder hinlegen: Stellen Sie den Wecker aus! Sonst geht es Ihnen wie einigen zu aufgeweckten Bewohnern eines Pflegeheims in Papitz bei Cottbus. Die hatten das Piepen eines Radioweckers mit dem Geräusch eines Brandmelders verwechselt – und in ihrer Not den Notruf gerufen (via RBB). Die Feuerwehr rückte im Morgengrauen aufgeschreckt mit zehn Löschfahrzeugen und einem Rettungswagen an – und stellte den Ton aus. Zum Frühstück gab’s dann Wecken.
Gehen Sie heute keinem auf den Zeiger. Denn Berlin tickt immer richtig. Morgen weckt Sie hier Lorenz Maroldt. Ich grüße Sie,