Die Deutsche Bahn sagt sich selbst Gute Nacht
Guten Morgen, Paris! Am heutigen Dienstagmorgen kommt nach vielen Jahren wieder ein Nachtzug aus Berlin an – von der Metropole der selten schönen Laune in die Metropole des oftmals schönen Lebens. Verkoppelt wurden die beiden Städte allerdings von der Österreichischen Bundesbahn. Die Deutsche Bahn ist zu solch bahnbrechenden Taten aufgrund ihrer kaputt gesparten Infrastruktur und ihres schlechten Managements schon lange nicht mehr in der Lage. Zudem ist sie bis in die Berliner S-Bahn hinein beschäftigt mit dem Streik ihrer Zugführer. Die Gewerkschaft GDL verlangt für einen Tarifabschluss nicht weniger als 555 Euro monatlich mehr, dazu eine einmalige steuerfreie Prämie von 3000 Euro sowie für Schichtarbeitende eine verkürzte Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
Gar nicht mal so bescheiden – aber ein Klacks gegen die nachträglich gewährten Bonuszahlungen für die Bahn-Chefs in Höhe von fünf Millionen Euro, die am Montag öffentlich wurden (via NDR, WDR und SZ). Demnach soll allein Bahn-Chef Richard Lutz rund 1,3 Millionen Euro als Bonus kassieren, davon rund 384.000 Euro, weil sich die Bahn für 2022 angeblich besonders zufriedene Mitarbeitende und einen gestiegenen Anteil an weiblichen Führungskräften bescheinigt. Pünktliche Züge oder zufriedene Kundinnen und Kunden spielten bei dieser Berechnung keine Rolle. Man kann nur hoffen, dass die Zahlungen genauso auf den Konten der Begünstigten eintreffen wie viele S-Bahnen im Berliner Berufsverkehr: gar nicht.