SPD-Mitglied, Hausbesitzer, hasst Mietendeckel

Passend dazu gestern der Anruf von einem SPD-Mitglied, Hausbesitzer im Wrangelkiez, beim Checkpoint: „Ich und mein Mann haben eine gute Kreuzberger Mischung an Mietern, leben selbst im Haus, die Mieten sind unter dem Mietspiegel. Mit dem Mietendeckel werden wir zukünftig nicht mehr kostendeckend wirtschaften können. Etliche Hausbesitzer im Kiez haben deshalb schon entnervt an einen Investor verkauft. Und jetzt sollen wir nicht mal mehr bei steigenden Kosten Mieten moderat anheben dürfen? Die Sanierung einer Wohnung frisst den Jahresgewinn auf. Uns geht es nur um die eigene Altersvorsorge, wenn der Kredit abgezahlt ist, nicht um Reichtum. Ich habe bei SPD-Abgeordneten nachgefragt. Einzige Antwort: Das muss jetzt durchgezogen werden. Und wer Hausbesitzer ist, dürfe sich doch nicht beklagen, ich könne doch an das Land Berlin verkaufen. Damit wird aber doch keine einzige zusätzliche bezahlbare Wohnung gebaut. Ich finde es absurd, dass meine eigene Partei jenen das Leben schwer macht, die mit unternehmerischem Risiko dieselben Ziele verfolgen: Mietern langfristig ein bezahlbares Zuhause zu bieten. Ich überlege, ob ich mir den Mitgliedsbeitrag bei der SPD spare und lieber an „Haus und Grund“ zahle.“