AfD startet Meldeplattformen
Etwas weniger schön möchte auch die AfD das Leben von Lehrern machen, zumindest von solchen, die sich nicht an die (von ihr imaginierten) Regeln halten (CP von gestern). In Hamburg und BaWü sind die Denunziationsplattformen bereits gestartet, mit denen man AfD-kritische Lehrer melden kann. In Brandenburg sollte es gestern losgehen, gefunden hat die Plattform bislang jedoch niemand. Gefunden wurden allerdings erste Nebenwirkungen der perfiden Aktion, bei Twitter veröffentlicht von Kevin Hönicke, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Lichtenberg. Mail eines gewissen „Kevin Arschloch“: „Du langhaariges Stück Dreck kommst direkt mal auf die Denunziantenliste der AfD für versiffte Lehrer – damit wir Dich auch ja nicht vergessen, wenn‘s bald vereint mit den übrigen Linksradikalen zum Bahnhof geht, wo der Viehwaggon auf Dich wartet!!! Und dann geht’s in Richtung Osten, zum Duschen. Seife benötigst Du jedoch nicht. Du dumme Sau!“ Sicher ein unerwünschter Nebeneffekt, nicht wahr?
CP-Tipp: In HH wird die Plattform mit Nonsens-Kommentaren geflutet, auch in BaWü haben Piraten sie mit Quatsch-Einträgen lahmgelegt, sie ist nach wie vor offline („Hackerangriff“). Wem das nicht reicht: Hier eine Gegenpetition mit dem Titel „Mein Lehrer fetzt“.
Während die AfD die Bevölkerung aufruft, ihre Lehrer zu verpetzen, beklagt sie, dass die „Mainstreamjuornaille“ (Übersetzung: Journalisten) „als Petze fungiert“. Kollege Benjamin Lassiwe hatte darüber berichtet, dass der Brandenburger Abgeordnete Sven Schröder ohne Erlaubnis im Plenarsaal ein Video gedreht hatte. Schröder findet den Beitrag offenbar doof (frei übersetzt) und bedauert, dass man das „leider (noch) nicht“ ändern könne.
In Berlin soll die Plattform übrigens nächste Woche starten, pünktlich zu den Herbstferien. Da fragt man sich: Haben AfD-Mitglieder keine Kinder?