Debatte um Jusos

Ein bisschen politischer Nachwuchs würde dem Land jedenfalls ganz guttun, das beginnen ja auch die Parteien inzwischen einzusehen (wenn auch noch sehr theoretisch). Derweil nutzen die Jusos und die Junge Union ihren frischen Wind allerdings eher für eine Große Koalition der Blödsinnigkeiten. Nachdem sich Rising-Star Kevin Kühnert um die Mitgliederzahlen der SPD verdient macht („Einen Zehner gegen die GroKo“, CP von gestern), überlegen die Großen in der Partei hektisch, wie man den Neinsagern ihr Parteibuch oder zumindest das Stimmrecht versagen kann. Am liebsten wäre ihnen wohl ein Parteieintrittsverbot – aber da käme dann wohl endgültig niemand mehr mit in Sachen Demokratieerziehung. Die SPD-Führung will nun einen Stichtag festlegen, ab dem die Neuen nicht mehr mitstimmen dürfen. Der Termin steht allerdings noch nicht fest. Muss wahrscheinlich nochmal einer nachrechnen.

Die Junge Union Rheinland-Pfalz versucht die SPDiskussion derweil auszuschlachten und wirbt auf Twitter mit dem dämlichen Slogan #seikeinKevin. Sie suchen angeblich „junge Menschen, die ernsthaft mitmachen & gestalten wollen“, glauben: „Neinsager gehen zu den Jusos“ – wollten aber wahrscheinlich nur lustig sein und verärgern damit nicht nur Kevin und Kegel. Die (wirklich lustigen) Kollegen des Fußballmagazins „11 Freunde“ haben einige Gründe gesammelt, warum wir gerade jetzt  #auchmalKevinsein sollten. (Die JURLP kommentiert das auf Twitter mit drei lach-heulenden Smileys. Übersetzung: Sie finden das witzig)