Berlins nervigste Fußgängerampel in Moabit
Eine Neugestaltung braucht auch mal die Turmstraße. Nicht nur, dass inzwischen Imbisse, Spätis und Billigläden die einstige Moabiter Handelsmeile dominieren. Menschen, die hier zu Fuß unterwegs sind, stehen sich oft die Beine in den Bauch. Seit die Straßenbahn bis hierher fährt, sehen Fußgängerinnen und Fußgänger nur noch Rot – etwa, wenn sie von Haltestellen-Mittelinseln auf den Bürgersteig wollen. Manchmal bis zu fünf Minuten wartet man an der Kreuzung Turmstraße, Ecke Lübecker Straße, wo der Abgeordnete Taylan Kurt (Grüne) bereits „Berlins nervigste Fußgängerampel“ ausgemacht hat.
Dazu befragt, antwortet die Verkehrsverwaltung ihm nun im perfekten Amtsdeutsch: „Um in den beiden Fahrtrichtungen den jeweils ersten Signalquerschnitt im Bereich der Fußverkehrsfurten von Rückstauverkehren freihalten zu können, muss der Ablauf des Gesamtsystems die Progression zwischen den beiden Querschnitten beim Schalten der Kfz-Rotphasen der Hauptrichtungen berücksichtigen, was die Flexibilität des Einzelquerschnitts damit natürlich merklich einschränkt.“ Übersetzt heißt das wohl einfach: Zurückbleiben bitte!
Grüner wird’s nicht mehr? „Während der Senat sich weigert, die Ampelschaltungen auf der Turmstraße endlich fußgängerfreundlich umzuprogrammieren, stimmen die Leute in Moabit längst mit den Füßen ab und gehen dann nach einiger Zeit des Wartens einfach über die dauerrote Ampel“, sagt Kurt dem Checkpoint. Die Verwaltung immerhin kündigt nun an, für die Fußgängerampeln auf der Turmstraße stehe „eine Feinjustierung der im Herbst in Betrieb genommenen Steuerungen noch aus“. So wird aus dem Rot vielleicht doch noch eine Tugend.