Stromausfälle und Schwimmbadträume
Was braucht der Mensch abends um halb sieben bei 25 Grad in Marzahn? Richtig, etwas Abkühlung. Genau darum ging es gerade in der Bezirksverordnetenversammlung, als es dunkel wurde: Licht aus, Mikros aus, Notbeleuchtung an, Ratlosigkeit im Freizeitforum, Saunaatmosphäre im fensterlosen Saal. Nach 20 Minuten hoffte Kollege Ingo Salmen schon auf vorzeitige Sommerpause („Der Notstrom hält nicht länger als zwei Stunden.“), doch BVV-Vorsteherin Kathrin Henkel wollte noch schnell die konsensfähigen Punkte durchwinken, als plötzlich Licht und Lautsprecher wieder ansprangen. Statt praktischer Abkühlung für die Verordneten ging es weiter mit der Debatte darüber: Einstimmig sprachen sich die Fraktionen für mehr Wasserspielplätze aus – auch so eine Notmaßnahme. MaHe hat nämlich als einziger Bezirk kein Freibad. „Irgendwann werden auch wir ein Freibad haben“, sagte Sozialdemokrat Klaus Mätz. „Ich werd‘s vielleicht nicht mehr erleben.“ Dafür aber bestimmt den nächsten Stromausfall.
Der war gestern eine größere Sache, auch auf dem Nord-Süd-Tunnel (übrigens auch von Hany Azer eröffnet) ging am Abend nur noch die akkubetriebene Notstrombeleuchtung. Am Potsdamer Platz wurden Blumen mit Taschenlampe verkauft (Q: Abendschau), an der Friedrichstraße das gleiche (dunkle) Bild: keine Anzeigen, keine elektronischen Ansagen, keine Fahrstühle – und der Rolltreppen-Limbo ist auch zurück (ausprobiert von Hatice Akyün).
Nach Auskunft des Stromversorgers Vattenfall waren am Donnerstagnachmittag bei Tiebauarbeiten – ganz Köpenick wacht auf – in der Nähe des „Umspannwerkes Jägerstraße“ in Mitte „zwei bis drei Kabel beschädigt“ worden. Nach viereinhalb Stunden ging dem Tunnel wieder ein Licht auf. Was übrigens die ganze Zeit einwandfrei funktionierte: das Düdüüüüdü.