Staub zu Staub: Berliner SPD will Leichen-Kompostierung ermöglichen
Die Berliner SPD-Fraktion lädt heute zum Fachgespräch über sogenannte Reerdigungen ein. Bei dieser alternativen Beerdigungsform verwandeln Mikroorganismen den Körper zu Erde. Von Jessica Gummersbach.
Alles hat ein endgültiges Ende – die Frage ist nur: Wie geht’s danach weiter? Das will die Berliner SPD-Fraktion erkunden und lädt am heutigen Dienstag zum herbstlich-schaurigen Fachgespräch über sogenannte Reerdigungen. Bei dieser alternativen Beerdigungsform verwandeln Mikroorganismen den Körper innerhalb von 40 Tagen zu Erde, die anschließend gemeinsam mit den gemahlenen Knochen beigesetzt wird. Vorgestellt werden sollen die Ergebnisse eines Pilotprojekts aus Schleswig-Holstein, in Berlin ist die umstrittene Leichen-Kompostierung bisher nicht zugelassen.
Der Senat hatte sich zu Reerdigungen vor knapp einem Jahr geäußert; damals hieß das Ergebnis: abwarten, bis der Körper einfach so zu Erde wird. Nun belebt die SPD das Thema neu: Man wolle sich ausdrücklich dafür einsetzen, „dass das Verfahren auch in Berlin ermöglicht wird“ und die Diskussion darüber mit dem Koalitionspartner neu aufnehmen. Was der davon hält, ist unklar: Eine Checkpoint-Anfrage blieb bis Redaktionsschluss im Postfach der CDU-Fraktion verbuddelt.