wussten Sie das? Berlin ist lebenswert. Natürlich wussten Sie das, sonst wären Sie hier nicht jeden Morgen an den Kapriolen des hauptstädtischen Alltags-Wahnsinns interessiert. Wie liebenswert unser Lebensort an Spree und Havel wirklich ist, hat (neben Hildegard Knef) wohl am schönsten Harald Juhnke besungen. Am Montag nun durfte der Entertainer und Lebemann 20 Jahre nach seinem Tod einem Platz am Kurfürstendamm seinen Namen hinterlassen, zur Einweihung gab sich Berlins Prominenz ein munteres Stehrumchen. Harald Juhnkes Denkmal steht derweil längst in den Audiotheken der Welt – singen wir also (zur Melodie von „New York, New York“) noch einmal mit bei seiner Hymne „Berlin, Berlin“:
„Zu Fuß würd ich geh‘n /
Nur um dich zu seh’n /
Denn ich gehör allein zu dir, Berlin, Berlin /
Was dir auch gescheh’n /
Für mich bist du schön /
Ich bin und bleib ein Stück von dir, Berlin, Berlin.“
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Treffpunkt der Moderne:
GRASSIMESSE (24.-26.10.2025)
Leipzig wird im Herbst wieder zum Hotspot für zeitgenössisches Kunsthandwerk und Design.
140 Kunsthandwerkerinnen und Designer aus aller Welt präsentieren bei der GRASSIMESSE Schmuck, Keramik, Glas, Textil, Mode, Holz-, Metall- und Papierarbeiten – vom Unikat bis zur Kleinserie.
Glauben Sie das? Die Deutschen sind überwiegend zufrieden. Auch wenn das Zutrauen in die Zukunft seit der Corona-Pandemie und dem russischen Krieg in der Ukraine abgenommen hat, so zeigt sich in der neuen Tagesspiegel-Umfrage „Einheitsmonitor“: 60 Prozent aller Menschen im Land sind aktuell zufrieden mit ihrer persönlichen Lebenssituation, nur 23 Prozent sind unzufrieden. Laut der Umfrage, die das Institut Civey zum Tag der Deutschen Einheit in allen deutschen Landkreisen durchgeführt hat und aus der wir hier im Checkpoint exklusiv erste Ergebnisse präsentieren, sind die Ostdeutschen kaum enttäuschter. 58 Prozent zeigen sich mit ihrer persönlichen Lebenssituation zufrieden; 25 Prozent sind unzufrieden. Am unzufriedensten im Osten sind die Leute im sächsischen Landkreis Zwickau (36 Prozent) – hier will in einer traditionell industriestarken Region VW die Produktion seiner Elektroautos nun stark herunterfahren. Und die Menschen bangen, ob alles mühsam Aufgebaute wieder abgebaut wird.
Ein großes Thema für viele Ostdeutsche bleibt ihre bundesweite Repräsentanz. 76 Prozent der hier Befragten sehen ihre Region nicht gut vertreten, genauso viele Ostdeutsche sehen sich gegenüber Westdeutschen benachteiligt. Während also drei Viertel der Menschen zwischen Ostsee und Erzgebirge strukturelle Nachteile für den Osten beklagen, wird diese Wahrnehmung nur von einem Viertel der Westdeutschen geteilt (25 Prozent). Auch wenn vieles an der Einheit gelungen sein mag, der gemeinsame Blick darauf bleibt höchst gespalten.
Weitere Details der Studie sowie Reaktionen von ostdeutschen Entscheidungsträgern und aus den betroffenen Landkreisen lesen Sie in dieser Woche in unserem Newsletter „Im Osten“ – zum kostenlosen Abo geht es hier. Und kurz vor dem Feier-Freitag hören Sie dazu auch einen Kommentar im „Berliner Rundfunk“. Bis dahin wollen wir von Ihnen wissen: Wie geeint fühlen Sie sich inzwischen? Danke für Ihre Meinung!

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Berlin sucht schlaue Leute!
Berlin-Tag, 11. Oktober 2025,
09:00-15:30 Uhr, STATION Berlin.
Berlin sucht die besten Fachkräfte (m/w/d) für Schulen, Kitas, Jugendämter, den Verwaltungsbereich und weitere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Erfahren Sie mehr bei Vorträgen, Beratungen und an den Ausstellerständen.
www.berlin-tag.berlin
Alles hat ein endgültiges Ende – die Frage ist nur: Wie geht’s danach weiter? Das will die Berliner SPD-Fraktion erkunden und lädt am heutigen Dienstag zum herbstlich-schaurigen Fachgespräch über sogenannte Reerdigungen. Bei dieser alternativen Beerdigungsform verwandeln Mikroorganismen den Körper innerhalb von 40 Tagen zu Erde, die anschließend gemeinsam mit den gemahlenen Knochen beigesetzt wird. Vorgestellt werden sollen die Ergebnisse eines Pilotprojekts aus Schleswig-Holstein, in Berlin ist die umstrittene Leichen-Kompostierung bisher nicht zugelassen.
Der Senat hatte sich zu Reerdigungen vor knapp einem Jahr geäußert; damals hieß das Ergebnis: abwarten, bis der Körper einfach so zu Erde wird. Nun belebt die SPD das Thema neu: Man wolle sich ausdrücklich dafür einsetzen, „dass das Verfahren auch in Berlin ermöglicht wird“ und die Diskussion darüber mit dem Koalitionspartner neu aufnehmen. Was der davon hält, ist unklar: Eine Checkpoint-Anfrage blieb bis Redaktionsschluss im Postfach der CDU-Fraktion verbuddelt.
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Eröffnung von „Heute noch, morgen schon. Filmische Perspektiven auf Berlin um 1990“
Am 1. Oktober von 18 bis 21 Uhr laden wir herzlich zur Eröffnung unserer neuen Sonderausstellung im Museum Nikolaikirche ein. Erleben Sie eine raumgreifende Medieninstallation, begleitet von Gesprächen, Musik und Getränken – an einem einzigartigen Ort mit authentischer Geschichte der Berliner Demokratie. Eintritt frei. Mehr
Zwischen überfüllten Klassen, gemobbten Lehrkräften und maroden Gebäuden tut diese Meldung richtig gut: Die Maria-Leo-Grundschule in Pankow ist eine von bundesweit 15 „Top-Schulen“ und könnte am heutigen Dienstag den Deutschen Schulpreis gewinnen. Besonders ist sie ohnehin: Schulleiterin Sandra Scheffel begrüßt jede Woche alle 385 Kinder persönlich – je nach Wunsch zum Beispiel per High Five oder Umarmung. Statt normaler Klassenräume gibt es Lernateliers, statt Frontalunterricht gemeinsame Projektarbeiten. Schülerinnen und Schüler lernen in ihrem eigenen Tempo, stellen ihre Stundenpläne weitgehend selbst zusammen, erhalten regelmäßige Entwicklungsgespräche und Coachings. Sie übernehmen Dienste als Kinderhausmeisterinnen und Kinderhausmeister und sitzen im Schülerparlament. „Ich würde gerne noch ganz viele andere einladen, sich auf diesen Weg zu machen, Schule neu zu denken“, sagt Scheffel im Bewerbungsvideo. Wer hätte gedacht, dass Berlin noch mal in Deutschland Schule macht.
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Am 13. Oktober verleiht der Marketing Club Berlin in der AXICA den Berliner Marketingpreis 2025 – die wichtigste Auszeichnung für exzellentes Marketing in der Hauptstadt.
Lass dich vor Ort inspirieren, feiere die besten Kampagnen und sei Teil der Jury beim Publikumspreis.
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Die Verzögerungen im Baustellenablauf auf der Staufalle Elsenbrücke bewegen auch die Berliner FDP: Generalsekretär Peter Langer moniert in einem Statement, die verspätete Fertigstellung offenbare „das Problem eines neuen deutschen Mindsets“, das „eher zu Bequemlichkeit führt als zur dringend notwendigen Schaffenskraft“. Passend dazu erreicht uns eine Mail von Checkpoint-Leser Martin Becker, dem beim Spaziergang durch Moabit in der Perleberger Straße ein Wahlplakat der FDP von der Bundestagswahl im Februar ins Auge fiel. „Alles lässt sich ändern“, verspricht darauf Daniela Kluckert, die auf Listenplatz 2 der Landesliste ins Rennen ging. Laut Berliner Straßengesetz müssen Wahlplakate spätestens eine Woche nach dem Wahltermin entfernt werden. Ergibt also eine Verzögerung im Wahlkampfablauf von knapp sechs Monaten. Das muss dieses „neue deutsche Mindset“ sein.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Am nördlichen Berliner Stadtrand gehen die Uhren anders. Genau genommen: wieder anders. Fast schon hat es Tradition, dass alle vier Ziffernblätter am Kasinoturm in Frohnau unterschiedliche und falsche Uhrzeiten anzeigen. Nach einer Reparatur gingen die Zeiger im Frühjahr kurzzeitig wieder richtig. Jetzt ist wieder alles wie immer. Aber wer tickt in Berlin schon richtig?
Berlins Olympiabewerbung spart sich am Siegertreppchen vorbei. Heute will der Senat sechs Millionen Euro für die Kampagne bereitstellen. Die nationale Konkurrenz in Hamburg und München gibt jeweils das Dreifache aus. So wird ein für die Neuerfindung der Hauptstadt wichtiger Marathon zum bloßen Hoffnungslauf.
Nicht nur in Berlin wird gespart: Wegen Haushaltskürzungen in Frankreich wird der Nachtzug zwischen Paris und Berlin nur zwei Jahre nach dem Start eingestellt, und zwar schon Mitte Dezember. Au revoir!
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Kulturgenuss in Dresden – Unsere beliebten Neujahrskonzerte sind noch buchbar. Genießen Sie zahlreiche Konzerte und ein besonderes Kulturprogramm direkt zum Jahresbeginn.
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Turbulenzen gibt’s auch in der Luft. Doch die geplante Streichung von 4000 Verwaltungsjobs bei der Lufthansa fliegt an Berlin vorbei. „Uns ist aktuell nicht bekannt, dass der angekündigte Stellenabbau Auswirkungen auf den BER hat“, schreibt Flughafensprecherin Sabine Deckwerth auf Anfrage. Schon praktisch: Wo kaum was abfliegt, fliegt kaum jemand raus.
Und damit landen wir bei guten Nachrichten:
Alles Gute kommt jetzt von ganz weit oben: Berlin hat am Montag erstmals einen Staatsvertrag mit dem Vatikan geschlossen. Er regelt die Zusammenarbeit beim Institut für Katholische Theologie an der Humboldt-Universität, etwa das Studienangebot oder das Promotionsrecht. Offensichtlich gibt’s auch nach der Vertragsunterzeichnung noch Gesprächsbedarf. Die heutige Senatspressekonferenz verschiebt sich „wegen der Konsultationen des Senats mit der katholischen Kirche“. In Kreuzberg?
Schnell noch diese frische Meldung: Im Kreuzberger Prinzenbad ist seit dieser Woche nur noch das unbeheizte Terrassenbecken geöffnet. Alle, die hart im Nehmen sind, können sich hier bis Ende Oktober so richtig frischmachen.
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Seien Sie dabei und freuen Sie sich auf spannende Expertenbeiträge, u.a. von:
Mareike Wulf MdB, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Dr. Tanja Machalet MdB, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses, SPD
Prof. Jan-Steffen Krüssel, Leiter des Universitären Kinderwunschzentrums Düsseldorf.
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Die Herzen etwas erwärmen will Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Am Mittwoch verleiht er 14 Bürgerinnen und Bürgern den Verdienstorden des Landes. Geehrt werden unter anderem Rosenstolz-Sänger und Komponist Peter Plate, Zeitzeugin Ruth Winkelmann, Reporterlegende Ulli Zelle, Ex-Senatorin und Special-Olympics-Präsidentin Christiane Krajewski sowie Techno-Pionier Dietmar Maria „Dimitri“ Hegemann. Sein Motto bei der Gründung des „Tresors“ gilt auch wieder heute: „Damals ging alles, und keiner hatte Geld.“
Passend zum Repertoire unserer Zeit sucht das Deutsche Theater eine neue Abteilungsleitung für den Bereich Finanz- und Rechnungswesen, Voraussetzung ist eine „schnelle Auffassungsgabe und ein hervorragendes Verständnis für Zahlen“. Wie wäre es mit Graf Zahl aus der Sesamstraße? Der zählt die Lichter, bis sie ausgehen.
Zitat
„Ohne privates Kapital hat Berlin keine Zukunft.“
Christian Gräff, CDU-Experte für Wirtschaft, legt nach 20 Jahren in der Landespolitik heute sein Mandat nieder, um sich um seine junge Familie zu kümmern. Im Tagesspiegel-Gastbeitrag wirbt er für Investoren bei Großprojekten in der Hauptstadt – nachzulesen hier.
Stadtleben
Verlosung – Unsere Einheits-Festspiele gehen los, und zwar mit der Ankündigung der Buchpremiere von „Starkstromzeit“. Verfasst hat es Aron Boks („Nackt in die DDR“). Er spricht am Donnerstag mit Marion Brasch im Pfefferberg Theater darüber. Wir verlosen 2x2 Karten! Ausgangspunkt war die Entdeckung einer Lampe in einer alten Zeitschrift – entworfen von Aron Boks‘ Großvater. Der Enkel (Jahrgang 1997) begibt sich auf Spurensuche und erzählt dabei eine persönliche Geschichte der DDR. Es geht um Design, Erinnern und um Gegenstände, die noch funktionieren, lange, nachdem das System, das sie hervorgebracht hat, untergegangen ist. 20 Uhr, Karten kosten regulär 15 Euro, Schönhauser Allee 176, U-Bhf Senefelderplatz
Essen & Trinken – Fernweh? In Schöneberg hat mit der „Spice Junction“ ein indischer Supermarkt mit Imbiss eröffnet. Sicher einzigartig in Berlin ist die Theke mit frischen Süßwaren, etwa Gurpare, knusprige Häppchen aus Weizenmehl, Rohrzucker, Kardamom und Fenchel. Die Auswahl macht taumelnd, sie reicht von Ghee bis zum Steinmörser für Gewürze, von Schnellkochtöpfen bis zu TK-Tandoori-Broten. Riesig ist das Angebot an Mehlen, Bohnen und Linsen, die zum Teil auch offen verkauft werden. Im Kühlregal liegen Bittermelonen, Scharlachranke, grüne Mangos und Riesenstachelbeeren. Richtig voll wird es immer samstags, da gibt es Streetfood-Klassiker wie gefüllte Dosas und frittierte Linsenkrapfen. Die Samosas sind umgeben von wunderbar explosiven Saucen: spicy! Mo-Sa 9-21 Uhr, Bülowstraße 44, U-Bhf Bülowstr.
Noch hingehen – Steine, Muscheln, Luft in Tüten: Die Brasilianerin Lygia Clark (1920-1988) war lange in Vergessenheit geraten. Ihre Wiederentdeckung mit einer großen Retrospektive in der Neuen Nationalgalerie lohnt sich. Allerdings muss man im Kopf schon etwas beweglich sein – eine Hälfte der Schau zeigt klassische Gemälde an der Wand, die zweite dann Exponate, die zum Berühren, Begehen, Ausprobieren einladen (noch bis 12.10.). Di/Mi und Fr-So 10–18 Uhr, Do 10–20 Uhr, immer Do und So Performances (u.a. mit ziemlich viel Spucke); es gibt auch eine extra Audiotour für Kinder, Eintritt 16/8 Euro, Potsdamer Straße 50, U-Bhf Potsdamer Platz
Berlinbesuch – Berlin in den 1980ern: Die Spree durchfließt die Stadt und keine Mauer kann sie aufhalten. Daher denkt der zwölfjährige Matze aus Ost-Berlin, dass seine Flaschenpost mindestens bis nach Afrika treiben müsste. Doch Lika aus dem Wedding fischt sie aus der Spree und schreibt Matze prompt zurück. Ob sie es schaffen, sich zu treffen? „Die Flaschenpost“ nach Klaus Kordon, ein Puppentheater für größere Kinder (ab 9 Jahren) über die Mauer, Familiengeschichten aus Ost und West und über eine Stadt, in der man Spuren der Teilung noch entdecken kann. 10/7 Euro, heute und Mi um 10 Uhr, So 16 Uhr, Das Weite Theater, Storkower Straße 207, S-Bhf Storkower Straße
Grübelstoff – Mögen Sie Ihren Beruf immer noch? Und wenn Sie, sagen wir, 15 Jahre in die Zukunft blicken, würden Sie einem jungen Menschen eher ab- oder zuraten?
Kiekste
Wie lange dieser Totalschaden an der Audre-Lorde-Straße Ecke Oranienstraße wohl noch den Gehweg versperren wird? Die Polizei verweist auf Anfrage auf die Verantwortung des Halters, den Wagen abschleppen zu lassen. Der Unfall zweier Pkw hat sich übrigens am 16.9. ereignet und die Hinterlassenschaften wurden von Kollege Lionel Kreglinger für die Ewigkeit festgehalten. Dit is Berlin! Mehr Irres gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Nordbahnstraße (Wedding): Bis 20 Uhr ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Wollankstraße und Sternstraße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Guineastraße (Wedding): Bis 7.10. ist die Straße in beiden Richtungen zwischen Transvaalstraße und Kameruner Straße für den Kfz-Verkehr gesperrt.
Demonstration – Für heute sind 11 Demos angemeldet (Stand 29.9., 15.30 Uhr), u.a. „Let‘s unite and fight – O-Platz lebt! – Zusammen für die Rechte von Geflüchteten“: 200 Menschen, Oranienplatz (0-24 Uhr)
„Mahnwache gegen den Faschismus“: 100 Teilnehmende, Platz der Märzrevolution (6-23 Uhr)
„Durchsetzung des Gemeingebrauchsrechts auf die unkommerzielle Nutzung der Spree entsprechend WHG! Aufhebung des pauschalen Badeverbots. Änderung der Badegewässerverordnung von 2008“: 20 Demonstrierende, Flussbad Berlin, Friedrichsgracht (16.30-17.45 Uhr)
„Aufklärung für den Frieden“: 20 Menschen, Schildbürger, Luisenhain (16.30-18.30 Uhr)
„Öffentlicher Rosenkranz aus Protest und als Reparation für die blasphemische Oper Jesus Christ Superstar“: 50 Protestierende, TFP, Columbiadamm 24 (18-22 Uhr)
Gericht – Nach dem gewaltsamen Tod einer 37-jährigen Mutter vor rund sechs Monaten in Berlin-Neukölln beginnt der Prozess gegen ihren Ehemann. Der 44-Jährige soll die von ihm getrennt lebende Frau in ihrer Wohnung mit einem Küchenmesser attackiert haben. Die vier Kinder der Familie sollen sich zur Tatzeit in der Wohnung aufgehalten haben. Ein Sohn habe noch eingegriffen (9.15 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal A704).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Cecelia Ahern (44), irische Schriftstellerin („P.S. Ich liebe Dich“), die Verfilmung ihres Romans „Ein Moment fürs Leben“ wurde u.a. in Berlin gedreht / „IRIS BÖHM, ‚Every day is a Gift …‘, ein besonderer Geburtstagsgruß für einen ganz besonderen Menschen. Alles Liebe zum 65. Geburtstag wünschen dir Lara, Norma und Wolfgang“ / Marion Cotillard (50), französische Schauspielerin (u. a. „Der Geschmack von Rost und Knochen“), Oscar für ihre Rolle in „La vie en rose“ / Hartmut Jäckel (95), Jurist, lehrte an der Freien Universität, von 1977 bis 1981 Staatssekretär (SPD) in der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft und Forschung / Claudio Jupe (77), Rechtsanwalt, Notar und Politiker (CDU), MdA bis 2021 / Fredy Knie (79), Schweizer Zirkusdirektor, führt den Zirkus inzwischen u.a. mit seiner Tochter / Stefan Lindemann (45), ehemaliger Eiskunstläufer, Bronze 2004 bei der WM in Dortmund (Herren), u.a. BSV 92 Berlin / Pia Metzker (22), Fußballprofispielerin, Abwehrspielerin bei FC Viktoria Berlin, zuvor bei Union Berlin / Désirée Nick (69), Entertainerin, Schauspielerin und Autorin, Buchpremiere „Nice To Meet You, Berlin“ im November im Wintergarten / Jutta Richter (70), Kinder- und Jugendbuchautorin („Ich bin hier bloß das Kind“, „Der Hund mit dem gelben Herzen“), Deutscher Jugendliteraturpreis / Max Verstappen (28), belgisch-niederländischer Autorennfahrer, gewann mehrmals die Formel-1-Weltmeisterschaften
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Dr. med. Burghard Esch, * 23. August 1945, 10. September 2025 / Manuela Geißler, geb. Altmann, * 5. Januar 1939, verstorben am 26. August 2025 / Monika Grieger, geb. Koch, * 6. März 1941, verstorben am 14. September 2025 / Angeli Owsianowski / Marion Stier (geb. Sonat), * 22. Februar 1945, verstorben am 20. September 2025
Stolperstein – Frieda Warschauer geb. Meininger (*1883) war verheiratet mit Josef Warschauer. Das Paar hatte einen Sohn: Ernst. Er wurde 1938, als er bei seinen Schwiegereltern in Vlotho zu Besuch war, verhaftet und in das KZ Buchenwald verschleppt, wo er ermordet wurde. Beim Erhalt der Nachricht erlitt Frieda einen Schlaganfall, von dem sie sich nicht wieder erholte. Am 30. September 1942 nahm sie sich im Alter von 59 Jahren das Leben und starb im Jüdischen Krankenhaus. An Frieda Warschauer erinnert ein Stolperstein in der Witzlebenstraße 2 in Charlottenburg.
Encore
Nach der legendären Wildschweinlöwin und dem Kirschen-futternden Polarfuchs belebt wieder eine Wildtiersichtung die Großstadt-Prärie: Seit Sonntag hüpft ein kleines Känguru durch Berlins Outback in Kladow. Hier in der Heimat des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) genießt das Wallaby offenbar Narrenfreiheit: Zeuginnen und Zeugen hatten es an der Sakrower Landstraße entdeckt, die Polizei konnte es wenig später zwar ebenfalls sehen, aber nicht fangen. Seitdem dokumentieren mehrere Videos auf Social Media die Existenz des Beuteltiers, das mit rund 80 Zentimetern Größe zur kleinsten Känguru-Art gehört. Das Tier gehört einer Privatperson, die es nun selbst einfangen muss – laut „Bild“ soll es aus dem Garten des Verleger-Erben und Publizisten Jakob Augstein ausgebüxt sein. Die Polizei hat „keine weiteren Maßnahmen geplant“, da das Tier keine Gefahr darstelle. Im Westen bleibt Berlin noch wild.
Tierisch gut war die Unterstützung von Isabella Klose (Recherche), Antje Scherer (Stadtleben) und Jasmine Dellé (Frühproduktion). Morgen hüpfen an dieser Stelle Anke Myrrhe und Jessica Gummersbach mit Ihnen durch die Stadt. Bis dahin bleiben Sie wild! Wir grüßen Sie!