Jubel, Trubel, Heiterkeit, Nachbarschaftsstreit
Wir schalten noch mal zurück zum Fußball und den Tücken der modernen Technik. „Es fällt gleich ein Tor, unten haben sie gejubelt“, sagte der Private-Viewing-Partner gestern Abend etwa zehn Sekunden vorm 2:2. Im Brandenburger Garten führte die Zeitverzögerung zwischen den Übertragungen am Sonnabend beim Portugal-Poker fast zum Nachbarschaftsstreit. „Könnt ihr bitte etwas leiser jubeln?! Wir sind zeitverzögert!“, rief der Gastgeber den Nachbarn zu, die defensiv nickten und Rücksichtnahme versprachen. Die war spätestens nach der dritten Gosens-Flanke selbstverständlich ebenso wieder vergessen wie die Abwehr-Disziplin am gestrigen Abend. „Ich wusste, dass ich treffen würde, weil die Leute mit den schnelleren Streams schon gejubelt haben“, sagte der neue deutsche Superstar am Montag dem Online-Magazin „Der Postillon“ (Achtung: Satire!).
Also, hier unsere Verhaltensregeln für Stream-Führende: Sollten Sie es gegen England (!) im Wembley-Stadion (!) verständlicherweise nicht schaffen, einen möglichen Torjubel (wahlweise Entsetzen) zu unterdrücken, jubeln Sie einfach randomly (englisch: nach dem Zufallsprinzip) zwischendurch, um den Gegner (aka: Nachbarn) zu verwirren. Ab und zu „Abseits“ brüllen oder „Videobeweis“ hilft auch für die Zukunft der Zaunfreundschaft, Joker in diesem Spiel: „Shit, Wembley-Tor!“