Keine letzte Ruhe: Wildschweine pflügen Berlins größten Friedhof um
Der Spandauer Friedhof „In den Kisseln“ wird derzeit regelmäßig von Wilschweinen beackert. Zutritt zu dem gut gesicherten Gelände können sich die Tiere dank der Menschen verschaffen. Von Robert Ide und Jessica Gummersbach
Foto: picture alliance / dpa/Patrick Pleul
Zum Schluss, na klar, geht’s auf den Friedhof: Und da herrscht nicht gerade Ruhe im Karton. Denn Wildschweine pflügen Berlins größte Ruhestätte „In den Kisseln“ weiterhin beharrlich um. Dabei sind Eingänge und Zufahrten der 62 Hektar großen Fläche in Spandau eigentlich mit Gittern gesichert, Fußgängertore ziehen sich automatisch zu und am Zaun wurde ein Untergrabschutz angebracht. Doch gegen das Tier im Menschen kann das alles nichts ausrichten, wie Bezirksstadtrat Torsten Schatz (CDU) jetzt auf AfD-Anfrage zu berichten weiß. Hier seine Erklärung im Wortlaut:
„Die Tiere gelangen aufgrund von Vandalismus, mutwilliger Beschädigung und falsch verstandener Tierliebe auf den Friedhof. Die Rückholmechanismen der Tore werden permanent zerstört oder die Tore geöffnet und mit Steinen oder Keilen offengehalten. Beschädigte Tore werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis zur Reparatur stets mit Ketten verschlossen. Dieses Verschließen hält jedoch nie bis zur Reparatur selbst vor. Ketten und Verschlussbügel werden mit Seitenschneidern oder ähnlichen Werkzeugen vorsätzlich zerstört und die Tore wieder geöffnet. Auch kam es schon vor, dass Löcher in den Maschendrahtzaun geschnitten wurden. Ergänzend werden Wildtiere auf das Friedhofsgelände durch illegal ausgelegtes Futter gelockt.”
Tja, nicht mal unter der Erde kann sich Berlin in Ruhe lassen.