Berlin-Ausreden fürs Zu-Spät-Kommen
Als ich gerade nach Berlin gezogen war, wurde ich von einem Kommilitonen zum Geburtstag eingeladen. Kneipe in Kreuzberg, 20 Uhr sollte es losgehen. Um 20:15 Uhr war ich da, der erste Gast und die erste Anwesende – noch vor dem Geburtstagskind. Kurzer Anruf, kurze Antwort: „Wir sind hier in Berlin!“
Wer's ein bisschen Origineller mag: Zum internationalen „Zuspätkommtag“ haben wir gesammelt. „Berlin, deine Ausreden“ – gerne ausdrucken, ausschneiden, mitnehmen.
Auf der Rolltreppe sind alle links stehen geblieben / Der E-Scooter ist nicht angesprungen / Wurde auf dem Fahrrad fast umgefahren / Fahrrad wurde jeklaut / M 10 stand im Stau / M 29 / Schwäne auf dem Hoch-U-Bahngleis / Der Bus kam zu früh / Der Flughafen war noch nicht fertig / Der Taxifahrer hat gefragt, ob die Straße des 17. Juni gesperrt ist, habe aber „Berlin heute“ im Checkpoint nicht gelesen. Sind hingefahren. War gesperrt / Wir dachten, die zwei Stationen können wir auch laufen / Ausversehen in die Karl-Marx-Allee, statt in die Karl-Marx-Straße gefahren.
Hab nur kurz den Straßenmusikern zugehört / Wollte Sonntagmittag nur kurz ins Berghain / Waren noch After Hour und bin in der Ringbahn eingeschlafen / Dealer am Parkeingang haben mich aufgehalten / Mein Wecker ging in die Gewerkschaft / Haben im basisdemokratischen Plenum der Uni-Gruppe abgestimmt / Hab mich mit dem Späti-Verkäufer verquatscht / Beim Pfandautomat musste der Flaschenbehälter geleert werden / Die Schlange bei der Wohnungsbesichtigung war so lang / Im Freibad funktioniert nur eine Dusche / Der Berlinbesuch wollte unbedingt zu Mustafa's / Hab in den Schönhauser Allee Arcaden den Timo aus der schwäbischen Heimat getroffen / Ick hätte och ga nich kommen können, wa?