als das Abgeordnetenhaus im Sommer 2018 das Mobilitätsgesetz verabschiedete, sprach die zuständige Senatorin Regine Günther (Grüne) von einem „Meilenstein der Berliner Verkehrspolitik“. So, wie es augenblickblich sei, könne es nicht weitergehen. Das Gesetz werde die Stadt „sicherer, sauberer, leiser und klimafreundlicher machen. Mit einem Wort: liebenswerter“.
Ein Jahr später antwortet Günthers Verkehrsverwaltung auf eine Anfrage von Sven Kohlmeier (SPD), die dem Checkpoint exklusiv vorliegt: „Das Berliner Mobilitätsgesetz enthält eine Vielzahl von Festlegungen, für deren Umsetzung weder Prozesse und Verfahren noch klare Aufgabenzuständigkeiten feststehen.“ Die Senatsverwaltung sei „im Rahmen vorhandener Ressourcen“ dabei, noch offene Prozesse zu identifizieren und Lösungswege aufzuzeigen sowie erforderliche Personal- und Sachmittel für den Berliner Landeshaushalt anzumelden. „Dort, wo Verantwortlichkeiten feststehen, müssen die zuständigen Verwaltungsbereiche dafür eigenverantwortlich tätig werden“, schreibt die Verwaltung. Oder anders gesagt: Bis dato bleibt Berlin eigenverantwortlich untätig.
Der bauliche Zustand des Radverkehrsnetzes wurde – anders als festgeschrieben – nicht erhoben. Ebenso wenig das Sicherheitsempfinden von Radfahrern. Das geplante Mängelregister gibt es nicht. Von dem selbsterklärten Ziel, die Zahl der schwerverletzten und getöteten Unfallopfer auf ein Minimum zu reduzieren (Vision Zero), ist das Land maximal entfernt. Allein im vergangenen Jahr zählte Berlin 8.021 Unfälle mit Beteiligung von RadfahrerInnen (Mitte 1.661 / Friedrichshain Kreuzberg 1.162 / Pankow 904 / Charlottenburg-Wilmersdorf 822 / Tempelhof-Schöneberg 602 / Treptow-Köpenick 531 / Neukölln 506 / Steglitz-Zehlendorf 483 / Lichtenberg 428 / Reinickendorf 357 / Marzahn-Hellersdorf 314 und Spandau 251). Ein Scheitern in Zahlen, das jederzeit Leben kosten kann – und auch kostet. Elf im vergangenen Jahr.
In Berlin um die Welt – Syrien: In dem vom Krieg zerstörten Land liegen kulturelle Schätze. Zivilisatorische Errungenschaften wie die Entstehung städtischen Lebens oder das Alphabet haben in Syrien ihren Anfang genommen. Denkmäler erinnern an die jahrtausendealte Geschichte – an die altorientalischen Hochkulturen, die griechische und römische Antike und die byzantinisch-christliche und islamische Zeit. Um einen Teil dieses Erbes zu bewahren, hat das „Syrian Hertiage Archive Project“ eine virtuelle Erkundungsreise durch Aleppo, Damaskus, Palmyra, Raqqa und die sogenannten Toten Städte geschaffen – zu sehen im Museum für Islamische Kunst in Berlin.
Sommerspaß – Domäne Dahlem: Landluft genießen – das geht auch in Berlin. Der Bio-Bauernhof in der Domäne Dahlem lädt zum natürlichen Erleben und Erkunden ein. Es gibt Hühner, Schweine, Pferde, Kühe und Traktoren. Kräuter können gesät, Beete angelegt und frische Lebensmittel im Hofladen gekauft werden. Ein Paradies für zugezogene Landeier, Landliebende und alle, die es werden wollen.
Sommersport – Handstand-Training: Upside-down heißt es beim Handstandtraining der Technischen Universität. Hier werden alle Körperkräfte eingesetzt, um sich sicher auf den Händen zu balancieren. Und die Welt regelmäßig auf den Kopf zu stellen, gilt als Wundermittel für körperliche und emotionale Gesundheit.
Jottwede – Biosphäre Potsdam: Für eine Reise in den Dschungel braucht es kein Flugticket, es reicht schon die S 5 nach Potsdam. Vor den Toren Berlins wartet eine Tropenwelt mit 130 Tierarten, 20.000 Pflanzen und einem stündlichen Gewitter mit Donner und Blitz. Vom Wasserfall führt der Weg über verschlungene Pfade zum Schmetterlingshaus und weiter auf den Höhenweg, der sich in den Kronen der bis zu 14 Meter hohen Bäume befindet. Komm mit ins Abenteuerland – der Eintritt kostet 11,50 Euro für Erwachsene und 6,80 Euro ermäßigt.
Berlin, aber Sommerloch, heute mit einer Geschichte fürs Herz:Der Berliner YouTuber „HandOfBlood“ (Max Knabe) hat mit seinem Team bei der Weltmeisterschaft des Videospiels „Fortnite“ in New York 250.000 US-Dollar gewonnen. Seinen persönlichen Anteil von 62.500 Dollar spendet er vollständig an das Tierheim Berlin. „Mir liegt das Wohlbefinden von Tieren generell sehr am Herzen“, sagt er (der bereits selbst einen Hund adoptiert hat) – und selten kam mir Gaming sinnvoller vor.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Kurzer Blick ins Ausland: New York hat (nach 17 Fahrradtoten in diesem Jahr) auch einen Fahrradsicherheitsplan angekündigt. 58,4 Millionen Dollar sollen in die „Grüne Welle“ investiert werden. „Es ist eine Krise“, sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag. Am Abend meldete die „New York Daily News“ bereits das 18. Todesopfer.
„Berlins Verkehrspolitik ist unsozial“, sagt der Präsident der Baukammer Berlin, Ralf Ruhnau, in einem Interview mit der Berliner Zeitung. „Was wir im Moment erleben, sind kleine Lösungen, populistische Selbstgefälligkeiten unserer Politik, um die Bevölkerung etwas zu beruhigen.“ Er selbst fährt übrigens einen SUV, einen Jeep Diesel.
Der Bund der Steuerzahler lädt zum Sommerfest 2019 und weist in der Einladung daraufhin: „In der Lepsiusstraße gibt es auch genügend Parkplätze.“
Berg(mannstraße) jetzt wieder ohne Felsen: Die Findlinge gegen Falschparker wurden abtransportiert. Grund ist die Fertigstellung der Baustelle in der Friesenstraße.
Das Betriebsstörungsbingo kommt heute aus Frankreich: „Verkehrsbehinderung aufgrund diverser Vorfälle“, heißt es da. So genau wollten wir es gar nicht wissen.
Der Polizist Peter G. wurde wegen Besitzes zweier Schlagringe zu einer Geldstrafe von 1.700 Euro verurteilt. Der Prozess um den Tod von Fabien Martini erwartet ihn noch.
Umgestürzte Bäume, unterbrochene S-Bahnen, überquellende Gullideckel und ein zeitweise kniehoch überlaufener Gleimtunnel (hoffentlich ohne Fortsetzung der unendlichen Geschichte): Mit 44 Litern pro Quadratmeter hat die Regenfront am gestrigen Abend vor allem den Berliner Norden getroffen. Die kleine Panke wurde fast zum Fluss.
Weil das Pilotprojekt verstetigt werden und die BSR sich künftig intensiv um die Reinigung der Berliner Grünanlagen kümmern soll, ist für den Haushalt 2020/21 eine entsprechende „Anpassung der Globalsummenzuweisung“ vorgesehen. Bedeutet: (hoffentlich) weniger Arbeit und vor allem drei Millionen Euro weniger für die Bezirke.
Neues Volksbegehren für Berlin: Die Initiative „Mehr Transparenz“ will erreichen, dass Behörden von sich aus Informationen aller Art in einem Online-Register veröffentlichen. Die Unterschriftensammlung soll am kommenden Samstag starten.
Neue Zahlen für Berlin: Grüne 25%, Linke 18%, CDU 17%, SPD 16%, AfD 10%, FDP 5% (Q: Forsa für Berliner Zeitung). Kultursenator Klaus Lederer (Linke) bleibt weiterhin sehr beliebt, Berlins Regierender Michael Müller (SPD) bleibt weiterhin nicht ganz so beliebt.
„Wir kommen der bezahlbaren Stadt näher“, sagt SPD-Fraktionschef Raed Saleh in einem Interview mit der Berliner Morgenpost und würden die Berliner das auch so sehen, wäre die SPD bestimmt mindestens so beliebt wie Klaus Lederer.
Wer „Belastbarkeit (…) Teamfähigkeit und hohe Sensibilität für politische Themen und Zusammenhänge“ mitbringt – die Berliner SPD sucht einen neuen Pressesprecher (m/w/d).
Jemanden, der „souverän mit politischen Entscheidungsträgern, der Öffentlichkeit und den Medien umgehen“ kann, haben die Berliner Bäderbetriebe gefunden. Nach Tagesspiegel-Informationen soll Johannes Kleinsorg (bis dato Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke) der neue Chef werden.
In keinem anderen Bundesland verlassen so viele junge Leute die Schule ohne Abschluss wie in Berlin. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Caritas hervor. Demnach hatten 2017 in der Hauptstadt 11,7 Prozent der Schulabgänger keinen Hauptschulabschluss.
In keinem anderen Bundesland gab es im Laufe weniger Jahre so viele unterschiedliche Überschriften zu einem geplanten Stadion-Neubau: „Hertha träumt von Eigenheim“, „Hertha hadert mit Olympiastadion“, „Hertha sucht Heimat“, „Ha, Ho, He, Hertha BS-C-Tarif“, „Blau-Weiß im Grünen“, „Zähes Spiel ums Stadion“, „Die Herthafallkommission“ (…). Für den Moment ist sich die Koalition im Abgeordnetenhaus wohl einig, dass der Olympiapark tabu ist. Der Standort Tegel soll ernsthaft geprüft werden.
Haltung auf dem Platz: Der SV Babelsberg 03 wird seine Trikots in der kommenden Saison nicht für klassisches Sponsoring nutzen, sondern den Schriftzug „Seebrücke“ auf der Brust tragen. „Mit diesem Schritt bekennt sich Babelsberg 03 zu Grundwerten wie Menschlichkeit, Humanität und einer solidarischen Willkommenskultur und setzt ein Zeichen gegen die Abschreckungs- und Abschottungspolitik der Europäischen Union.“ Zu kaufen gibt’s die Shirts bereits im Fanshop. Jeweils fünf Euro vom Verkaufspreis gehen an das Bündnis Seebrücke.
Neues von Norderney: Insgesamt 345 Bewerbungen sind für den Job als Inselblogger eingegangen. Wir haben es schonmal in die Top 10 geschafft – jetzt heißt es Flossen drücken.
Noch eine Frage von Checkpoint-Leserin Maria Cornelius, die wir gerne an Sie weitergeben: Wo in Berlin gibt es noch knackige Ostschrippen? Einfach eine kurze Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Seit einem halben Jahr erkundet die Checkpoint-Laufgruppe Kiez für Kiez Berlin. An diesem Donnerstag steht eine Premiere auf dem Programm: Wir laufen 6 bzw. 12 Kilometer am Teltowkanal entlang. Los geht es um 19 Uhr am Stadtpark Steglitz (Eingang Albrechtstraße).
Bisher sind viele davon ausgegangen, dass es sich beim BER um ein großes Versagen von Politik, Behörden und Bauunternehmen handelt. Jetzt ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht – von Pinguinen. „Wir bekennen uns dazu, seit 2010 die Baumaßnahmen des Berliner Flughafens gestört und sabotiert zu haben. Damit konnten wir die Eröffnung des Flughafens schon neun Jahre lang verhindern. Wir feiern damit eine der effektivsten Klimaschutzmaßnahme der Hauptstadt überhaupt“, schreiben die „Penguins for Future“ von der Klimaschutzinitiative „Am Boden bleiben“. Nicht die lange Bauzeit sei ein Skandal, sondern dass ihn die Politik immer noch eröffnen wolle. Vom BER solle niemals ein Flugzeug starten, das Gebäude stattdessen in ein Museum für fossilen Kapitalismus und veraltete Mobilität umfunktioniert werden.
BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„Cool, letztens dem Ordnungsamt-Online geschrieben, ob man nicht Fahrradständer vor meinem Haus aufstellen könnte. Heute früh wurden 5 Bügel installiert.“
Klassischer „Amt, aber glücklich"-Fall von Checkpoint-Leser AK neo. Es kommtentiert Katja Ebstein: Wunder gibt es immer wieder.
Tweet des Tages
Eine Kurzgeschichte (Warnung: ohne Happy End!): Es ist schrecklich schwül. Es regnet. Es hört auf zu regnen. Es ist genauso schwül wie vorher. Ende. #Berlin
Stadtleben
Essen & Trinken – Nur 12 Plätze gibt es im „Choi“ in Prenzlauer Berg, zentriert um den mittigen Tresen, dessen massive hölzerne Esskante dem koreanischen Restaurant gediegene Atmosphäre verleiht. Auch die Speisekarte ist klein – aber fein. Die Betreiberin Sooyeon Choi lebt seit über 13 Jahren in Berlin, dennoch sind ihr die traditionellen Rezepte nicht verloren gegangen. Im Mittelpunkt stehen drei 6-Gänge Menüs: Sinseon, das vegetarische Menü (34 Euro); Seonbi mit Fisch (39 Euro) und Sura, das Menü mit Fleisch (39 Euro). Dazu gibt es sorgfältig ausgewählte, zum koreanischen Essen passenden Wein. Di-Fr von 12-14.30 und von 18-23 Uhr, am Wochenende zwischen 18 und 23 Uhr geöffnet. Fehrbelliner Straße 4, U-Bhf Senefelder Platz.
Berlinbesuch – Letzte Woche Sommerferien, vielleicht noch schnell eine kleine Wasser-Expedition auf einem Stand-Up-Paddling-Board starten? Seit Kurzem gibt es in Berlin kolula, das Carsharing des Wassersports. Kolula heißt „einfach“ auf Zulu, einer Sprache Südafrikas, und einfach ist das Ganze wirklich. Man bucht sich ein Board über die Website und öffnet sein Schließfach in der automatischen Vermietstation per Link vor Ort und kann ohne Wartezeit lospaddeln. Aus eigener Erfahrung: Das Draufstehen ist auch fast so einfach wie das Ausleihen, nur vor dem Wind sollte man sich in Acht nehmen. In Berlin gibt es zwei Verleihstationen, eine befindet sich auf der vom Trubel des Strandbad Wannsees und der Segelvereine abgelegenen Insel Lindwerder (Di-So 10-21 Uhr), die zweite Station liegt am Weinhafen Rummelsburg bei der Reederei Riedel und ist täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Bei Buchung gibt's Hinweise und Tipps für die erfolgreiche Paddling-Tour mit dazu. Ahoi!
Geschenk – Gestern war der Erdüberlastungstag, ein schlechtes Vorzeichen für die nächste Geschenkeshopping-Fahrt ins Einkaufszentrum. Wenn Sie beim Schenken auf die Nachhaltigkeit achten wollen, werden Sie im Vintageladen „Grus Grus“ mit einer hervorragenden Auswahl an Second-Hand-Mode fündig. Diese ist im minimalistischen Stil der 80er und 90er Jahre gehalten und handverlesen von der Inhaberin Dóra Földes. Ihre großformatigen Gemälde, die ebenfalls zu kaufen sind, schmücken die hohen Wände, vor denen die farblich sortierten Kleider aufgehangen sind. Hier – und nur hier in Berlin – findet man auch handbemalte Seidenhemden und Jeans der Künstlerin Subin Kim. Der Shop hat das, was man exzellenten Kundenservice nennt: Man bekommt nicht nur Stylingtipps für die erworbenen Stücke, sondern kann beim oder nach dem Stöbern auch entspannt einen Kaffee dort trinken. Di-Sa 13-19 Uhr, Schererstraße 7, U-Bhf Nauener Platz.
Zeitreise I: Last-Minute-Dienstagsdance – Eigentlich leben ja aufgrund des nahenden 100-jährigen Jubiläums momentan die 20er Jahre wieder auf. Wer aber seiner Zeit voraus sein will, dreht die Uhr zurück auf die 30er und kann ab heute jeden Dienstag Swing-Party in der Else kommen und im Biergarten zum Feierabend ein kühles Bier und den Blick auf die Spree genießen. Von 20.30 Uhr bis Mitternacht legt ein DJ auf, der Eintritt ist kostenlos. Wer schon immer mal Lindy Hop lernen wollte, kann um 18.30 Uhr am Anfängerkurs oder um 19.30 Uhr am Fortgeschrittenenkurs für jeweils 10 Euro teilnehmen. An den Treptowers 10, S-Bhf Treptower Park.
Zeitreise II: Noch hingehen – Die Künstlerin Lotte Laserstein war eine „sanft-gefühlvolle Chronistin der 1920er und 30er Jahre“. Sie spielte mit Zitaten der Kunstgeschichte und bediente sich Techniken des Spätimpressionismus. Ihrem Schaffen in Berlin wurde durch den Nationalsozialismus und ihrer Flucht nach Schweden 1937 ein jähes Ende gesetzt. Lotte Laserstein lebte und malte bis ins beeindruckende Alter von 95 Jahren, einen Ausschnitt aus ihren Werken zeigt die Ausstellung „Von Angesicht zu Angesicht“ in der Berlinischen Galerie nur noch bis zum 12. August. Der Besuch lohnt sich auch doppelt, wenn Sie vor der Hitzewelle fliehen wollen, die Galerie ist nämlich hervorragend gekühlt. Sie hat mittwochs bis montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, bis zum Ausstellungsende hat sie auch dienstags offen. Der Eintritt kostet 10/ 7 Euro, Alte Jakobstraße 124, U-Bhf Kochstraße/ Checkpoint Charlie.
Zeitreise III: Verlosung – Eine verträumte junge Frau und eine Stadt, in der unter jedem Stein vielleicht ein Schatz, in jedem Fall aber eine Geschichte zu finden ist: Der Film „Cleo“ ist Berlins ganze eigene „Fabelhafte Welt der Amélie“. Auf der Suche nach einer Uhr, mit der man die Zeit zurückdrehen kann, durchstreift die Protagonistin Cleo die Stadt, um ihre früh verstorbenen Eltern zurückzuholen. Laura Hofmann war für den Tagesspiegel mit Hauptdarstellerin Marleen Lohse auf den Spuren von Cleo an einigen der rund 70 Drehorte des Films unterwegs - wenn Sie sich auch an Cleos Fersen heften wollen, haben Sie bis 12 Uhr die Möglichkeit, 1x2 Kinogutscheine für den Film zu gewinnen (einlösbar überall und zu jeder Zeit, abzuholen im Tagesspiegel am Askanischen Platz).
Mit diesem Stadtleben wünscht Ihnen Carmel Schnautz einen wunderschönen Dienstag.
Prominent verraten
Die Wahlberlinerin fühlt sich der Stadt eng verbunden. Zwischen 2006 und 2010 absolvierte sie ein Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam.
Bekannte Berliner fotografieren für uns eine Woche lang täglich Ausschnitte aus ihrem Leben. Die Auflösung kommt immer freitags – mit einem Selfie.
Erraten Sie, wer sich diesmal hinter den Bildern versteckt?
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Berlin heute
Verkehr – Die Behrenstraße (Mitte) ist ab 6 Uhr in beiden Richtungen zwischen Charlottenstraße und Markgrafenstraße bis Mittwoch, ca. 20 Uhr gesperrt. Auf dem Tempelhofer Damm (Tempelhof) steht zwischen 9 und 15 Uhr stadtauswärts in Höhe Bayernring nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Für vsl. zwei Wochen ist die Detmolder Straße (Wilmersdorf) Richtung Mecklenburgische Straße ab Blissestraße gesperrt, die Zufahrt zur A100 ist nicht möglich.
Demonstration – Von 14.30 bis 16 Uhr demonstriert die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte mit etwa 30 Personen für „Religionsfreiheit im Iran“ vor der Iranischen Botschaft in der Podbielskiallee 67. Am Pariser Platz wird von 18 bis 20 Uhr mit ungefähr 100 Teilnehmenden gegen die „Völkerrechtswidrigen Abrisse von Häusern in Ostjerusalem“ demonstriert.
Gericht – Für zwei mutmaßliche Waffenhändler beginnt der Prozess. Die 57- und 56-jährigen Männer sollen umgebaute Pistolen aus der Slowakei nach Berlin geschmuggelt und im kriminellen Milieu weiterverkauft haben. Es geht Angaben zufolge um mehr als 700 Waffen (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal 701).
Berliner Gesellschaft
Geburtstage – Nikolai Kinski (43), Schauspieler / Sebastian Morsch (44), „Tondesigner, macht beim Film die Geräusche, für noch viele tolle Filme und akustische Erlebnisse!“ / Irene Ruttmann (86), Schriftstellerin / Ingo Schmitt (62), Jurist und ehemaliger Landesvorsitzender der CDU / Luke Sikma (30), Basketballspieler bei Alba Berlin / Pascale Taube (55), Leiterin Presse und Public Affairs beim AMA-Verband für Sensorik und Messtechnik
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Helmut Martens, * 17. Juni 1934, Pfarrer / Roland Sockel, * 30. Dezember 1953 / Brigitte Sonnenschein, * 28. August 1947 / Herbert Reichelt, ehem. Vorstandsvorsitzender des AOK Bundesverbandes
Stolperstein – Markt 11 in Spandau: Hier wohnte der Sohn von Paula Hirschfeld (Jhg.1871), Theodor Hirschfeld. Zu ihm zogen seine Eltern, als der Vater schwer erkrankte. Nachdem Theodor Hirschfeld 1938 die Kassenzulassung als Allgemeinpraktiker entzogen wurde, musste er Zwangsarbeit auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof als Flugzeugwäscher leisten. Paula Hirschfeld wurde am 14. September 1942 von Berlin nach Theresienstadt deportiert, dort starb sie am 30. Juli 1943. Dr. Theodor Hirschfeld wurde am 26. September 1942, zwölf Tage nach seiner Mutter, nach Raasiku, Lettland, deportiert und dort sofort nach seiner Ankunft ermordet.
Im Tagesspiegel
Der Gedanke hatte sich in ihm festgesetzt. Wenn dieses schwedische Mädchen, das er auf einer Kundgebung hatte reden hören, einmal zu einem Ort gelangen müsste, den kein Zug erreicht, würde es dort hinsegeln. Nun bringt der Rennsegler Boris Herrmann Greta Thunberg nach New York. Lesen Sie das Portrait von Kai Müller heute auf Seite 3 im Tagesspiegel und im E-Paper.
Encore
Als ich gerade nach Berlin gezogen war, wurde ich von einem Kommilitonen zum Geburtstag eingeladen. Kneipe in Kreuzberg, 20 Uhr sollte es losgehen. Um 20:15 Uhr war ich da, der erste Gast und die erste Anwesende – noch vor dem Geburtstagskind. Kurzer Anruf, kurze Antwort: „Wir sind hier in Berlin!“
Wer's ein bisschen Origineller mag: Zum internationalen „Zuspätkommtag“ haben wir gesammelt. „Berlin, deine Ausreden“ – gerne ausdrucken, ausschneiden, mitnehmen.
Auf der Rolltreppe sind alle links stehen geblieben / Der E-Scooter ist nicht angesprungen / Wurde auf dem Fahrrad fast umgefahren / Fahrrad wurde jeklaut / M 10 stand im Stau / M 29 / Schwäne auf dem Hoch-U-Bahngleis / Der Bus kam zu früh / Der Flughafen war noch nicht fertig / Der Taxifahrer hat gefragt, ob die Straße des 17. Juni gesperrt ist, habe aber „Berlin heute“ im Checkpoint nicht gelesen. Sind hingefahren. War gesperrt / Wir dachten, die zwei Stationen können wir auch laufen / Ausversehen in die Karl-Marx-Allee, statt in die Karl-Marx-Straße gefahren.
Hab nur kurz den Straßenmusikern zugehört / Wollte Sonntagmittag nur kurz ins Berghain / Waren noch After Hour und bin in der Ringbahn eingeschlafen / Dealer am Parkeingang haben mich aufgehalten / Mein Wecker ging in die Gewerkschaft / Haben im basisdemokratischen Plenum der Uni-Gruppe abgestimmt / Hab mich mit dem Späti-Verkäufer verquatscht / Beim Pfandautomat musste der Flaschenbehälter geleert werden / Die Schlange bei der Wohnungsbesichtigung war so lang / Im Freibad funktioniert nur eine Dusche / Der Berlinbesuch wollte unbedingt zu Mustafa's / Hab in den Schönhauser Allee Arcaden den Timo aus der schwäbischen Heimat getroffen / Ick hätte och ga nich kommen können, wa?
Wir sind morgen früh wieder für Sie da – hoffentlich pünktlich. Lorenz Maroldt übernimmt. Machen Sie's gut.