Seiten und Mitte auf null: Radikale Mittelstreifenrasur in Steglitz-Zehlendorf

Das große Krabbeln im Großstadtverkehr: Berlins Mittelstreifen sind ein Paradies für Insekten, mehrere Bezirke mähen die Mittelstreifen daher nur noch einmal im Jahr. In Steglitz-Zehlendorf werden die Messer dagegen weiterhin häufiger gewetzt. Fast monatlich werde „alles, was blüht“ gemäht, schreibt Checkpoint-Leserin Karin S. aus Lichterfelde-Ost. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf erläutert auf CP-Anfrage: Das „Straßenbegleitgrün“ werde aus Gründen der Verkehrssicherheit in der Regel zweimal pro Jahr gemäht. So weit, so verständlich. Nun geht es tief ins trockene Erdreich der Bürokratie: Artenreiche Kurzrasenflächen müsse man häufiger mähen, „um diesen durch Verbringen des Schnittgutes konsequent Nährstoffe zu entziehen und so abzumagern“. Nulldiät für Mittelstreifen? Der „Florenschutz“ stehe jedenfalls über dem der Fauna. Schlechte Aussichten für Maja und Willi in Steglitz-Zehlendorf. Immerhin: Abseits der Straßen bemühe sich der Bezirk um blühende Landschaften: „In vielen Grün- und Erholungsanlagen und im Straßengrün gibt es bereits Flächen, die zurückhaltender gemäht werden, um hier längeren, blühenden Aufwuchs zu ermöglichen.“