Modellprojekt Invalidenstraße ergebnislos beendet
Zur Aufgabe für Berlinkenner: Bitte übersetzen Sie das Wort „Beruhigungspille“. Na klar: „Modellkiez“. Einen solchen hatte die Politik (Regierender Bürgermeister, Verkehrssenatorin, Bezirksbürgermeister) der aufgeregten Stadtgesellschaft nach dem schlimmen Unfall in der Invalidenstraße versprochen. Doch modellhaft ist bis heute nur die Verteilung rot-rot-grüner Globuli – ansonsten passierte fast nichts. Außer natürlich, dass Planungsunterlagen nicht auffindbar waren, sich für die Finanzierung niemand zuständig sah, ständig Termine verschoben wurden…
„Das Projekt einer modellhaften Entwicklung des Invalidenkiezes ist abgesagt worden“, bestätigt die Verkehrsverwaltung. Und der Bezirk? Hat „bereits 2009 ein Verkehrskonzept für den Kiez realisiert“ und sieht „keinen weiteren Bedarf für eine prioritäre Gesamtbefassung“ – anderswo kracht es eben öfter (wenn auch nicht ganz so spektakulär). Und was jetzt plötzlich auch noch aufgefallen ist: Weder Bezirk noch Senatsverwaltung verfügt über „die personellen Ressourcen“ für ein solches Projekt. So eine Überraschung aber auch. Insofern tatsächlich ein typisches Berliner Modellprojekt.