Promintente wollen alternative Orte erhalten
140 alternative Lebens- und Kulturprojekte, Kneipen, Clubs, und Jugendzentren stehen auf der Aktionsliste „Kein Haus weniger“ – auf der Website dazu heißt es: „Dass immer mehr Projekte auf die Straße gesetzt werden sollen, werden wir nicht akzeptieren.“ Stadtmarketing und Immobilienkonzerne bedienten sich der Berliner Subkultur für den Verkauf eines rebellischen Images. „Aber wir sind nicht die Fassade eures Verwertungsmarktes.“
Mehr als 70 Prominente aus der Kulturszene unterstützen die Kampagne zur Erhaltung alternativer und linksautonomer Orte. Robert Klages hat einige der Unterstützer gefragt, was sie antreibt – hier ein paar Antworten (ausführlich heute im Tagesspiegel):
Elfriede Jelinek: „Ich unterstütze schon aus hygienischen Gründen solche Initiativen immer. Man muss jedes Schlupfloch sofort besetzen, jeden Zentimeter, den ein gieriger Kapitalismus einen Augenblick lang unbeobachtet lässt. Die Machtlosen, die auch nur eine Lücke im System erobern konnten, bekommen grundsätzlich meine Unterstützung, denn mehr als Lücken sind es ja nur selten, die ihnen in ihren prekären, gefährdeten Lebenssituationen geboten werden.“
Thomas Oberender: „Ich kann nicht Taylor Mac zu den Berliner Festspielen einladen und zuschauen, wenn das queer-feministische Kollektiv in der Liebig 34 geräumt werden soll.“
Leander Haußmann: „Alles haben wir verloren: das Tacheles und den gesamten Prenzlauer Berg. Es kann nicht sein, dass wir zu DDR-Zeiten Häuser besetzt haben und von der Staatsmacht in Ruhe gelassen wurden – und heute werden diese Projekte bedrängt und verdrängt. Es geht mir langsam auf den Sack, wie die Stadt Berlin mit diesen alternativen Hausprojekten umgeht. Wenn die Stadt so weitermacht, werde ich wieder Kommunist.“