"DAU" steht für Damen-Armband-Uhr
Kommt das Mauerkunstprojekt „DAU“ – oder kommt es nicht? Fest steht: Auch im neuen, verkleinerten „DAU“-Antrag (die Staatsoper bleibt jetzt draußen) fehlt ein wichtiges historisches Detail: Es ist kein Einsatz von Mauerspechten vorgesehen. Könnte also passieren, dass Andenkensammler das Kunstbauwerk schon vor dem offiziellen Abriss am 9.11.18 mit Hammer und Meißel durchlöchern.
Ob bis dahin alle wissen, warum „DAU“ eigentlich „DAU“ heißt, ist ebenfalls fraglich. Wikipedia bietet folgende Lösungen an: „Damen-Armband-Uhr, Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter, Deutsche Athleten-Union, S-Bahnhof Aue (DS 100-Code), Digital-Analog-Umsetzer, Digitaler Alarmumsetzers, Daily Active User, Data Acquisition Unit, Defense Acquisition University“ und natürlich „Dümmster anzunehmender User“. CP-Leser Dieter Bär schlägt „Dümmster angedachter Unsinn“ vor, aber auch das ist falsch – DAU ist benannt nach dem russischen Nobelpreisträger Lew Dawidowitsch Landau.
Die landeseigene Website berlin.de („Das offizielle Hauptstadtportal“) wirbt für das Projekt übrigens mit den Worten „Das Experiment ‚Dau Freiheit‘ des russisches Filmemachers Ilya Khrzhanovsky möchte Dikatur erlebbar machen“ (ich nehme an, es ist „Diktatur“ gemeint) – offensichtlich unterstellt der Senat hier eine gewisse Sehnsucht.
Apropos: Heute erschient das Buch „Ich war der letzte Bürger der DDR“ von Honecker-Enkel Roberto Yanez Betancourt - und damit es sich gut verkauft, offenbart er darin „ein Familiengeheimnis“: Die Asche seiner Großeltern ist noch nicht begraben, die Urnen stehen bei einem Bekannten herum. Des Enkels Wunsch: eine Beisetzung auf dem Sozialistenfriedhof Friedrichsfelde. Könnte aber auch bei DAU unters Volk gestreut werden, zur noch besseren Immersion. (Q: BZ, Berliner Zeitung)